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Informationen und Meinungen rund um die Ausbaupläne zum Frankfurter Flughafen
  
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   Der Streit um den FluglärmDer Streit um den Fluglärm  von: cf [2016-05-25]
Durch den Flug­hafen­aus­bau nimmt der Flug­lärm in der Region zu und wird neu verteilt - das birgt politi­schen Zünd­stoff. Wir verfol­gen die Ent­wick­lung hier fort­laufend. [aktu­alisiert 25.05.2016]
Worum geht es?

Mit der im Oktober 2011 eröffneten neuen Landebahn soll die Zahl der Flugbewegungen Von jetzt knapp 500 000 auf 700 000 im Jahr 2020 steigen. 900 000 sind möglich. Wegen der neuen Landebahn wurden neue Flugrouten eingeführt oder bestehende geändert und damit der Fluglärm neu verteilt, bis weit ins Nachbarland Rheinland-Pfalz hinein. So manche Kommune, in der der Ausbau bisher kein Thema war, musste inzwischen feststellen, dass sie wider Erwarten doch davon betroffen ist. Das führt zu Konflikten, Gewinner und Verlierer stehen erst teilweise fest. Nur eins sicher: durch den Ausbau wird es viel mehr Fluglärm geben, und die Zahl der Betroffenen wird drastisch ansteigen.

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Doch nicht nur neue Belastungen durch den Ausbau sorgen zunehmend für Diskussionen. Ende Juni wurde im Beisein von Ministerpräsident Koch im "Forum Flughafen und Region" ein "Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz" vorgestellt, Es enthält Maßnahmen, mit denen die Rhein-Main-Region beim Fluglärm entlastet werden soll (genauer gesagt soll die durch den Ausbau unvermeidliche Zunahme der Belastungen etwas abgemildert werden). Ziel ist die Verkleinerung der Belästigung und der Aufweckreaktionen, summiert über den betrachteten Teil der Region. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Anfang 2012 wurden ebenfalls in kleinen Zirkeln ("Fluglärmgipfel") zwischen Landesregierung und Luftfahrtindustrie weitere Lärmminderungsmaßnahmen vereinbart, die im Laufe der Zeit bekannt gemacht und umgesetzt werden. An dem Programm wird ständig weiter gearbeitet.

Da man die Fluglärmimmissionen (den am Boden ankommenden Fluglärm) zur Zeit durch technische Maßnahmen noch nicht durchschlagend mindern kann, versucht man das Problem zu entschärfen, indem man die Belastungen in der Region verteilt. Zunehmend ist jetzt von "gerechter Verteilung" des Fluglärms die Rede. Flugrouten und/oder ihre Nutzungsintensität stehen mit dem Ausbau ohnehin auf dem Prüfstand. Selbst die bisher unveränderlich erscheinenden langen geraden Landeanflugstrecken sollen zukünftig modifiziert werden. Viele Menschen befürchten, dass es bald überhaupt keine (zumindest einigermaßen) ruhigen Gebiete mehr geben wird. Für Fraport positiver Nebeneffekt einer Verteilung: der Bereich, in dem der Flughafenbetreiber passive Schallschutzmaßnahmen (wie Lärmschutzfenster) bezahlen muss, wird kleiner. Die jetzt geplanten Änderungen sind nur ein Vorspiel: mit der flächendeckenden Einführung der satellitengestützten Navigation können die Flugzeuge in Zukunft auf sehr variablen Flugrouten fliegen, und der Fluglärm könnte flächendeckend verteilt werden.

Die - teils unvermeidliche, teils politisch gewollte - Umverteilung des Fluglärms birgt jede Menge Zündstoff. Die Planung und Umsetzung der Maßnahmen liegt faktisch bei der Leitung des Forums Flughafen und Region und dort bei einem exklusiven Expertenkreis, der aus Landesregierung, Fraport, DFS und Luftfahrtindustrie und wenigen handverlesenen Kommunalvertretern besteht. Das Gremium verfolgt im Grunde weiter die Umsetzung des umstrittenen "Antilärmpakts" aus dem Jahr 2007, der von den Betroffenen nie unterzeichnet wurde (die Story dazu gibt es   hier ). Neue Flugrouten und das erste Maßnahmenpaket des FFR wurden hinter verschlossenen Türen ausgehandelt, praktisch alle Betroffenen überrascht. Auch bei weiteren Maßnahmen, wie z.B. den "Lärmgipfeln" der Landesregierung oder dem Regionalfonds wird im wesentlichen so verfahren. Zwischen der Fluglärmkommission und dem Expertengremium beim FFR besteht über den Vorsitzenden der Fluglärmkommission eine enge Kopplung, sodass grundsätzlich dieselbe Agenda verfolgt wird. Mit den Vorschlägen der neuen schwarz-grünen Landesregierung zur Lärmpausen-Regelung und zu Lärmobergrenzen mischt sich zum ersten Mal ein neuer Akteur mit etwas anderem Blickwinkel in die Debatte ein. Wirkliche Beteiligung der betroffenen Bürger ist aber auch hier nicht zu erwarten.

Nachdem durch den Betrieb der Landebahn immer mehr Bürger gemerkt haben, dass der Flughafenausbau doch nicht weit weg, sondern auch vor ihrer Haustür bzw. über ihren Köpfen stattfindet, regt sich unter den betroffenen Bürgern zunehmend Widerstand. Allerdings könnten sich bei Verteilungsfragen nicht nur Ausbaugegner und Ausbaubefürworter in die Haare geraten, sondern auch Ausbaugegner und Ausbaubefürworter unter sich - denn beim Fluglärm hört die Freundschaft auf. So wird z.B. über die "Südumfliegung" immer noch vor Gericht gestritten. Die Ausbaugegner haben die Gefahr aber bemerkt und wollen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen: "Wir ziehen an einem Strang", ist das Motto. Nach Meinung der Bürgerinitiativen soll der Fluglärm nicht verteilt, sondern durch Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen real reduziert werden.

Wir verfolgen die Entwicklung der Diskussion um Flugrouten, Fluglärm und die Verteilung des Fluglärms - durch den Ausbau und die Maßnahmen von FFR, DFS und der Landesregierung - in diesem fortlaufend aktualisierten Blog (beginnend ab Januar 2013). Weiter zurückliegende Beiträge finden Sie im archivierten Blog  Der Streit um den Fluglärm (2010 - 2012).

Aktuelle Nachrichten

* Neu * 25.05.2016: Neue Tests für "segmentierten Anflug"

Bewohner von Heusenstamm und Obertshausen müssen sich auf zusätzlichen Fluglärm einstellen: Die DFS will ab morgen ein neues Anflugverfahren mit dem Namen RNP-to-xLS testen will. Im Prinzip handelt es sich dabei um den altbekannten "Segmentierten Landeanflug", nur schlimmer: die Flugzeuge sollen in sehr niedriger Höhe (etwa 500 Meter) über Heusenstamm anfliegen können, und das Ganze soll auch im ganz normalen Betrieb, also nicht nur in Randzeiten, funktionieren. Die Belastungen durch den Test werden sich wohl in Grenzen halten - nur 2 Flüge am Tag, und dies bis Ende August. Was die betroffenen Bürger aber alarmiert: die Tests sind sicher kein Selbstzweck - was heute getestet wird, soll morgen im Normalbetrieb eingeführt werden. Die vom segmentierten Anflug bekannten Pläne zur Umverteilung des Lärms, hier durch Verlagerung der Anflugroute von Offenbach auf benachbarte Städte, sind nämlich nur aufgeschoben, aber keineswegs vom Tisch. Der neue Heusenstammer Bürgermeister Öztas hat die Gefahr erkannt und protestiert gegen die Tests. Mehr dazu in einem Artikel in der Offenbach-Post.

11.05.2016: 235. Sitzung der Fluglärmkommssion

Die Fluglärmkommission befasste sich auf der 235. Sitzung ausführlich mit grundlegenden Entwicklungen und Verfahrensabläufen im Bereich des Fluglärmschutzes. So soll die Auswertung von Ordnungs­widrigkeiten (z.B. wegen Abweichung von der Soll-Flugroute) und von Fluglärm­beschwerden helfen, systematische Abweichungen vom Soll-Zustand und besondere Belastungen schnell zu erkennen. Weitere Themen waren der Entwurf einer EU-Verordnung zur Ausweitung der Kompetenzen der Europäischen Flugsicherungsagentur EASA und Intersection-Starts. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission.

04.05.2016: Anspruch auf Lüftungsplanung

Das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg hat Anwohnern des Flughafens Berlin-Brandenburg, deren Haus im Nachtschutzbereich liegt, eine Lüftungsplanung vor dem Einbau von Lüftern zugesprochen. Bisher gab es zwar auch schon einen Anspruch auf Einbau eines Lüfters in Schlafräumen, weil man wegen des Fluglärms nicht bei gekipptem Fenster schlafen kann. Das Gericht entschied nun, dass auch sichergestellt sein muss, wie die zugeführte Luft wieder aus dem Haus kommt, ohne die Schallschutzziele zu verletzen. Dazu ist eine genauere Planung notwendig. Mehr in der Pressemitteilung des Gerichts. Das Urteil könnte auch am Frankfurter Flughafen von Bedeutung sein. Bei der Edificia Rechtsanwaltskanzlei gibt es dazu einen Kommentar von RA Möller-Meinecke.

27.04.2016: "Fluglärm ist Gewalt" - Text zum Tag gegen Lärm

Helmut Hahn hat zum "Tag gegen Lärm 2016" einen Text geschrieben, in dem er Fluglärm als eine Art von Gewalt bezeichnet und kritisiert, dass trotzdem von den Verantwortlichen in der Politik zu wenig gegen den Lärm getan wird und die Betroffenen nicht hinreichend geschützt werden. Lesenswert!

26.04.2016: Morgen "19. Tag gegen Lärm"

Am 27.04.2016 findet der 19. Tag gegen Lärm statt. Mehr dazu 2016 findet man in der Pressemitteilung der DEGA (Deutsche Gesellschaft für Akustik), die Veranstalter ist. Weitere Informationen zum Tag gegen Lärm im allgemeinen und konkrete Aktionen gibt es auf der Internetseite www.tag-gegen-laerm.de.

26.04.2016: Diskussionsveranstaltung in Offenbach am 11.05.2016

Die Stadt Offenbach und die BIL Offenbach machen am 11. Mai 2016 in Offenbach eine Diskussionsveranstaltung über aktuelle Möglichkeiten zur Verminderung des Fluglärms in Offenbach (und anderswo). Unter anderem geht es um Lärmpausen und Lärmobergrenzen. Minister Al-Wazir hat sich angesagt. Mehr in der  Mitteilung der BIL.

11.04.2016: Bürgerfragestunde der Fluglärmkommission am 18.05.2016

Der Vorstand der Fluglärmkommission lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am 18. Mai 2016 zu einer Bürgerfragestunde ein. Die Fragestunde findet im Rathaus Mainz, Ratssaal, von 19:00 - 22:00 statt. Thema ist alles, was die Fluglärmkommission aktuell berät. Wegen begrenzter Raumkapazität (ca. 100 Gäste) ist eine Anmeldung im Internet unter http://doodle.com/poll/6mccrr3w3swx3rwm erforderlich.

* Wichtig * 09.03.2016: Fluglärmkommission für Lärmpausen

Die Fluglärmkommission hat sich auf ihrer 234. Sitzung mit der Zukunft der Lärmpausenregelung befasst und die Übernahme in den Regelbetrieb mit Mehrheit befürwortet. Die Kommission sieht signifikante Entlastungen durch die Regelung. Allerdings werden weitere Verbesserungen angemahnt. So sollen Landungen in der in der Randstunde am Morgen gleichmäßiger auf die zu nutzenden Landebahnen zu verteilt werden, derzeit sei die Centerbahn zu stark belastet. Ein weiteres Thema war die bessere Einhaltung der Soll-Flugrouten auf der Südumfliegung. Bei der praktischen Umsetzung werden allerdings Optimierungen angemahnt. Mehr in der  Pressemitteilung zur 234. Sitzung. In der Frankfurter Rundschau findet man ergänzende Details, z.B. das Neu-Isenburg, Hanau, Maintal und der Main-Kinzig-Kreis gegen die Fortführung der Lärmpausen gestimmt haben.

15.02.2016: UBA-Gutachten zur Evaluierung des Fluglärmgesetzes

Mitte nächsten Jahres steht die (nach 10 Jahren fällige) Evaluierung des Fluglärmgesetzes durch die Bundesregierung an. Hier werden z.B. die Grenzwerte überprüft und eventuell angepasst. Das Umweltbundesamt hat dazu ein Gutachten erstellt, welches im Internet abrufbar ist. Die Fluglärmkommission hat dazu Vorschläge eingereicht, die auf der Sondersitzung am 27.01.2016 vorgestellt wurden, man findet sie HIER.

15.02.2016: Statistiken über Flugbewegungen im Internet

Die "Arbeitsgruppe Flugauswertung" des BBI hat auf der Basis von Flugdaten des Deutschen Fluglärmdienstes verschiedene interessante Statistiken zusammengestellt, die im Internet unter www.flugauswertung.de abrufbar sind. Es sind verschiedene Statistiken über Flugbewegungszahlen, auch aufgeschlüsselt nach Start- und Landebahnen, Statistiken über Starts und Landungen nach 23 bzw. vor 5 Uhr, über Starts und Landungen während der Lärmpausen und über Kurzstreckenflüge verfügbar. Auch nicht direkt vom Fluglärm Betroffene sollen sich anhand der Statistiken ein Bild von der Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet machen können. Auf Anforderung von BIs können auch weitere spezielle Auswertungen aus der Datenbank der Arbeitsgruppe erstellt werden. Schauen Sie mal rein!

11.02.2016: Ministerium stellt Bericht zu Lärmpausen vor

Verkehrsminister Al-Wazir hat die ersten Ergebnisse von Messungen und Befragungen zu den Lärmpausen vorgestellt. Danach sei die Lärmbelastung messbar gesenkt worden und die Mehrheit der Betroffenen wolle die Lärmpausen beibehalten. Al Wazir will sich dafür einsetzen, die Lärmpausen in den regulären Betrieb zu übernehmen. Mehr in der  Pressemitteilung des Ministeriums. Beim Ministerium gibt es auch eine Präsentation zum Lärmpausen-Monitoring. Die Fluglärmkommission will auf ihrer nächsten Sitzung (am 9.3.2016) die Übernahme der Lärmpausen in den Regelbetrieb diskutieren. Mehr zu den Reaktionen auf die Lärmpausenbilanz  HIER.

03.02.2016: Neuer Schallschutzbericht von Fraport veröffentlicht

Fraport hat den Schallschutzbericht für die Zeit des Sommerflugplans 2015 veröffentlicht. Die Zahl der Flugbewegungen war danach um 1,4 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anteil des Ostbetriebs (Betriebsrichtung 07) war mit 31,9% höher als der Durchschnitt, aber kleiner als im Vorjahr (34,9%). Die Nutzung der Start- und Landebahnen ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig verschoben. Die Dauerschallpegel haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, an einzelnen Stationen sind es 1 dB(A) weniger oder mehr. Verbesserungen trotz Zunahme der Flugbewegungen führt Fraport auf aktive Schallschutzmaßnahmen zurück (hier vor allem die Anbringung von Wirbelgeneratoren zur Verringerung des im Landeanflug erzeugten Lärms an einigen Lufthansa-Maschinen). Fraport legt auch Wert auf die Feststellung, dass der Fluglärm insgesamt deutlich niedriger sei als in der Prognose. Das gilt aber auch für die Zahl der Flugbewegungen. Zusätzlich zu den Fluglärmdaten enthält der Bericht noch eine Übersicht über die NORAH-Studie. Den Schallschutzbericht 2015 findet man HIER zum Download.

27.01.2016: Sondersitzung der Fluglärmkommission

Die Fluglärmkommission hat sich heute auf einer Sondersitzung mit dem  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Südumfliegung befasst. Entscheidungen wurden nicht getroffen, man will erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann das weitere Vorgehen festlegen. Weiterhin ging es auf der Sitzung um die Frage, inwieweit die EU-Richtlinie über lärmbedingte Betriebsbeschränkungen auf Flughäfen die geplanten Lärmobergrenzen verhindern können. Das Wirtschaftsministerium sieht hier keine Probleme. Schwerpunkt der Sitzung war die Vorstellung eines Gutachtens des Öko-Instituts es zur Evaluierung der Zweiten Fluglärmschutz-Verordnung, die 2017 überprüft werden soll. Fraport informierte über die Fluglärmbeschwerde-Statistik. Mehr in der  Pressemitteilung zur Sitzung.

09.01.2016: BI Nauheim fordert Lärmschutz

Die BI Nauheim kritisiert die Klagestrategie ihres Gemeindevorstandes zur Südumfliegung, und fordert, dass die Lärmschutzbelange von Nauheim verteidigt werden sollen. SMan befürchtet, dass im Zuge der wegen des Gerichtsentscheids notwendig gewordenen Neubewertung der Südumfliegung und mit den geplanten "Lärmobergrenzen" wieder Flugrouten ("Route 5") zum Einsatz kommen werden , die in Ost-West-Richtung über Nauheim führen. Genaueres zu den Nauheimer Forderungen und dem Sachverhalt sind aus der Pressemitteilung der BI Nauheim und einem dort verlinkten Anhang zu entnehmen.

05.01.2016: Ministerium zufrieden mit Nachtflugbeschränkungen

Das hessische Wirtschaftsministerium lobt die Wirksamkeit der Nachtflugbeschränkungen am Frankfurter Flughafen. Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr sei auf 273 und damit auf die geringste Zahl seit Einführung des Nachtflugverbots im Jahr 2011 gesunken, teilte Minister Al-Wazir mit. Mehr in der  Pressemitteilung des Ministeriums.

* Wichtig * 11.12.2015: Urteil über Südumfliegung aufgehoben

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Urteil zur Südumfliegung aufgehoben und den Rechtsstreit an den VGH Kassel zurückverwiesen. Der VGH Kassel hatte beanstandet, dass die Südumfliegung aus technischen Gründen die Maximalkapazität von 126 Flugbewegungen pro Stunde nicht erreicht und dass die Lärmbelastung für die Kläger durch die Flugroute daher nicht zumutbar sei. Das Bundesverwaltungsgericht sah dagegen keinen Abwägungsfehler. Die Flugroute sei nur dann rechtswidrig, wenn bei Zugrundelegung der zur Zeit benötigten (und machbaren) 98 Flugbewegungen sich eine andere - technisch machbare und die Kläger weniger belastende - Flugroute "als eindeutig vorzugswürdig" aufdränge. Ob es eine solche Flugroute gibt, muss nun der VGH Kassel entscheiden. Mehr dazu findet man in der   Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts. Die Fluglärmkommission hat eine Zusammenfassung des Urteils erstellt, das die rechtlichen Aspekte vielleicht etwas transparenter macht.

Das  Bündnis der Bürgerinitiativen kritisierte, das Gericht habe sich vor erneut vor einer grundlegenden Entscheidung gegen den (raumunverträglichen) Flughafenausbau gedrückt. Kläger, deren Prozesse gegen den Ausbau vor dem VGH Kassel noch nicht verhandelt sind (z.B. Flörsheim), wollen versuchen das Argument zu nutzen, dass die beantragten und genehmigten 126 Flugbewegungen technisch gar nicht möglich sind. Die Fluglärmkommission will sich Ende Januar mit dem Urteil befassen.

09.12.2015: Morgen Verhandlung über Südumfliegung

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet morgen über die Südumfliegung. Der VGH Kassel hatte die Südumfliegung für rechtswidrig erklärt, dagegen wurde Revision eingelegt, die nun verhandelt wird. In einem Artikel im Echo online kommen die Befürworter (wie der Raunheimer Bürgermeister Jühe) und Gegner der Südumfliegung zu Wort, und die Sachlage wird noch einmal kurz zusammengefasst.

09.12.2015: 233. Sitzung der Fluglärmkommission

Die Fluglärmkommission hat in ihrer 233. Sitzung Konsequenzen aus der NORAH-Studie diskutiert und einen besseren vorbeugenden Gesundheitsschutz für die Bevölkerung gefordert. Die Bundesratsinitiative der drei Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg für einen verbesserten Fluglärmschutz wurde gelobt. Eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Festsetzung von Flugrouten wird auch begrüßt und gewünscht, dass diese über die Fluglärmkommission realisiert werden soll. Ein Vertreter des Ministeriums informierte über die für passiven Schallschutz und den Regionalfonds ausgegebenen oder geplanten Finanzmittel. Weitere Themen waren die Nutzung der Nordwest-Abflugstrecken und die Umsetzung von Lärmpausen und Drops sowie die üblichen Statistiken der Fraport (alles im Sitzungsmaterial nachzulesen). Mehr in der  Pressemitteilung der Kommission.

05.12.2015: DFLD erhält Ehrenamtspreis der SPD Hessen-Süd

Der SPD-Bezirk Hessen-Süd hat dem Deutschen Fluglärmdienst den Ehrenamtspreis 2015 verliehen. Die SPD sieht in dem Preis "eine Anerkennung für verantwortliches Handeln in der deutschen Wirtschaft" (siehe Pressemitteilung). Das Bündnis der Bürgerinitiativen würdigt die Arbeit des DFLD in einer  Pressemitteilung. Fluglärmbetroffene wissen um die großen Verdienste des DFLD, der die Situation bei der Fluglärmüberwachung nachhaltig zum Vorteil der Betroffenen verändert hat. Auch wir gratulieren und möchten dem DFLD an dieser Stelle für seine hervorragende Arbeit danken. Weiter so!

03.12.2015: Gericht kippt Ausweitung der Nachtflüge am Flughafen Dortmund

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die von der Bezirksregierung Münster erteilte Genehmigung für den Flughafen Dort­mund vom 23. Mai 2014, mit der erstmals planmäßiger Flugverkehr in der Nachtzeit zugelassen worden war, für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Die allgemeine Betriebszeit war in dieser Genehmigung auf 6-22:30 ausgeweitet worden, verspätete Starts sollten bis 23:00 Uhr und verspätete Landungen sogar bis 23:30 möglich sein. Die Klage der Stadt Unna und einiger Privatpersonen war jetzt erfolgreich. Prinzipiell ist eine Ausweitung der Nachtflugzeit am Flughafen Dortmund zwar nicht unzulässig. Das Gericht sah aber eine fehlerhafte Abwägung der Interessen. Zum einen wurde der Bedarf für die Nachtflüge nicht schlüssig nachgewiesen. Zum zweiten ist die Nachtruhe besonders zu schützen. Auch Belastungen unter der Unzumutbarkeitsschwelle könnten nicht einfach als unerheblich angesehen werden, wie es die Genehmigungsbehörde getan hatte. Aufgehoben hat das Gericht die Genehmigung allerdings nicht, weil die Abwägungsmängel eventuell in einem ergänzenden Verfahren behoben werden könnten. Genaueres in der Pressemitteilung des Oberverwaltungsgerichts Münster.

27.11.2015: Fluglärmbericht Frankfurt 2015 erschienen

Die Stadt Frankfurt hat ihren neuen Fluglärmbericht für das Jahr 2015 herausgegeben. In dem Kompendium ist von der Geschichte des Flughafenausbaus über die aktuellen Fluglärmdaten in Frankfurt bis hin zur Beschreibung der beteiligten Institutionen ein breites Spektrum an Informationen verfügbar. Den Bericht gibt es bei der Stadt Frankfurt zum Download (PDF, 9 MB).

27.11.2015: Materialsammlung NORAH beim DFLD

Der DFLD hat auf seinen Internetseiten ein umfassendes Archiv mit Material zur NORAH-Studie zusammengestellt. Dort findet man nahezu alles, was bisher von oder über die NORAH-Studie veröffentlicht worden ist, teilweise mit Kommentaren, übersichtlich zusammengestellt - eine Fundgrube für alle Interessierten.

26.11.2015: Initiative zu Lärmobergrenzen

Die Städte Mainz und Mörfelden-Walldorf haben ein Diskussionspapier zum Thema "Lärmobergrenzen" vorgelegt. Man möchte erreichen, dass sich Fraport, Verkehrsministerium, Kommunen und Bürgerinitiativen zusammensetzen und auf einen gemeinsamen Vorschlag für die für das nächste Jahr von Minister Al-Wazir angekündigten Lärmobergrenzen einigen, damit diese noch eingeführt werden können, bevor Mitte nächsten Jahres die EU-Richtlinie zu Betriebsbeschränkungen in Kraft tritt. Die Positionen der Beteiligten sind allerdings weit auseinander. Der Vorschlag von Prof. Wörner vom Forum Flughafen und Region geht bei der Festlegung der Grenzen von den 700 000 Flugbewegungen aus, die laut Planfeststellungsbeschluss für 2020 prognostiziert sind. Auf der anderen Seite möchten die Bürgerinitiativen eine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen auf 360 000 und wollen die Lärmobergrenzen nicht durch Verteilung des Fluglärms erreichen (siehe  Positionspapier des BBI). Mehr dazu in einem Artikel in der FAZ.

24.11.2015: Videos von NORAH-Vorstellung auf der ICANA Konferenz verfügbar

Wer sich aus erster Hand näher über die Ergebnisse der NORAH-Studie informieren will und keine Lust auf trockene Berichte hat, kann sich jetzt die Videos der Vorstellung der Studie auf der Konferenz ICANA 2015 bei Youtube ansehen. Die Seite, auf der sie stehen, enthält auch noch etwas ältere Interviews mit den Forschungsleitern der Studie und das Video von der Pressekonferenz bei der Vorstellung.

24.11.2015: DLR entwickelt neue Anflugverfahren

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat zwei Forschungsprojekte vorgestellt, mit dem der Fluglärm über bewohntem Gebiet vermindert werden soll. Im ersten Projekt geht es darum, den Piloten dabei zu unterstützen, Fahrwerk und Landeklappen so einzusetzen, dass möglichst wenig Lärm entsteht. Im zweiten Projekt ist das Ziel, den "segmentierten Anflug", der in Frankfurt bereits in betriebsarmen Zeiten getestet wurde, auch tagsüber bei stärkerem Betrieb einsetzbar zu machen. (Zur Erinnerung: beim segmentierten Anflug geht es um das "Umfliegen" von größeren Städten unter dem geraden Teil der Anflugroute durch spätes Eindrehen auf die Landebahn.) Sponsor der Projekte ist das das Umwelt- und Nachbarschaftshaus beim FFR, das die Projekte mit 950000 Euro fördert. Die  Pressemitteilung der DLR enthält Einzelheiten zu den Projekten und wird allen Interessierten und potentiell Betroffenen zur Lektüre empfohlen.

* Wichtig * 22.11.2015: ZRM Fluglärmkarten jetzt im Internet verfügbar

Die im Rahmen des Projekts "Kommunales Fluglärmmonitoring" von der Initiative Zukunft Rhein-Main und dem deutschen Fluglärmdienst berechneten Fluglärmkarten (siehe auch Eintrag vom 12.10.2015) sind jetzt auch im Internet verfügbar. Die Fluglärmbelastung in der Region wird in dem Projekt erstmals anhand der tatsächlich geflogenen Flugspuren berechnet. Übersichtskarten für das ganze Rhein-Main-Gebiet und detaillierte Berichte für die Mitgliedskommunen der ZRM finden sie  HIER.

20.11.2015: Klage Südumfliegung wird bald verhandelt

Wie man einem Artikel in der Allgemeinen Zeitung entnahmen kann, wird das Bundesverwaltungsgericht in wenigen Wochen über die Revision zum Urteil des VGH Kassel zur Südumfliegung entscheiden. Der VGH Kassel hatte im September 2013 die Südumfliegung für rechtswidrig erklärt, da sie die im Planfeststellungsbeschluss angenommene Kapazität nicht liefert. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung hatte dagegen mit Erfolg Revision eingelegt, über die jetzt verhandelt werden wird. Wird die Revision abgelehnt, würde das Urteil des VGH Kassel rechtskräftig und die Flugroute müsste neu festgelegt werden (oder zumindest so abgeändert, sodass ein von der Startbahn West unabhängiger Betrieb möglich würde). Der Anwalt der Kläger sieht eine Chance, dass die ungeliebte Route gekippt werden könnte.

* Wichtig * 30.10.2015: NORAH-Studie ist fertig - Großes Echo, verschiedene Ansichten

Die große Lärmwirkungsstudie NORAH ist fertig und wurde gestern der Presse vorgestellt. Nach den Ergebnissen ist die Belästigung durch Fluglärm höher als angenommen, das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten dagegen geringer als in vielen anderen neueren Studien. Dafür steigt das Risiko für eine Depression mit der Fluglärmbelastung, was neu ist. Die Diskussion der Studie ist kontrovers. Während sich die Luftverkehrswirtschaft darüber freut, dass Fluglärm angeblich nun doch nicht so schädlich für die Gesundheit ist, äußern sich Fluglärmgegner und einige andere Wissenschaftler, die sich in der Region mit dem Thema befasst haben, kritisch zur Methodik der Studie und interpretieren die Ergebnisse auch anders. Mehr dazu im Special  "NORAH Studie".

27.10.2015: DFLD verteidigt Fluglärmmonitoring gegen Kritik

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission und Raunheimer Bürgermeister Jühe hat sich gegenüber der Mainspitze skeptisch zum neuen Fluglärmmonitoring-Projekt von ZRM und DFLD geäußert. Die zugrunde gelegten Daten des DFLD hätten eine "sehr hohe Fehlerquote" und seien vor allem in den Bereichen, die weiter als 20 km vom Flughafen entfernt seien, unzuverlässig. Jühe ließ auch durchblicken, dass er die jetzt erstmalig berechnete Belastung in weiter vom Flughafen entfernten Gebieten im Vergleich zu den hoch belasteten Gebieten in der Nähe des Flughafens eher für unwichtig hält. Der DFLD weist heute in einer  Pressemitteilung die Kritik entschieden zurück, ohne Namen zu nennen, auch darüber gibt es in Mainspitze einen Bericht. Das BBI  BBI lobte dagegen das neue Fluglärmmonitoring.

23.10.2015: Ein halbes Jahr Lärmpausenregelung

Die Lärmpausenregelung gibt es jetzt seit einem halben Jahr, und die hessische Politik zieht Bilanz. Für die Grünen sieht die Zwischenbilanz "sehr ermutigend" aus. Die Lärmpausen von 5-6 Uhr seien zu 96 Prozent ungesetzt worden, am Abend liege die Quote bei 86 Prozent. Man habe den Ausbau nicht verhindern können, werde aber jetzt alles tun, um die Auswirkungen möglichst erträglich zu halten. Für die CDU ist die Bilanz positiv, die Regelung habe zu einer merklichen Verringerung der Fluglärmbelastung geführt. Die SPD nannte die Lärmpausenregelung dagegen eine Mogelpackung und wies auf die schlechte Umsetzungsquote im Juni und Juli 2015 hin. Der Lärm werde vor allem umverteilt, es gebe auch Verlierer. Die bei den Betroffenen geweckten Erwartungen könnten in der Realität nicht erfüllt werden. Die LINKE bezeichnete die "Lärmverschiebungen rund um den Flughafen" als eine "politische Verzweiflungstat". Eine echte Entlastung sei nicht möglich, ohne das Wachstum des Flugverkehrs zu begrenzen.

12.10.2015: ZRM stellt neues Verfahren zur Fluglärmberechnung vor

Die Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM) hat die ersten Ergebnisse ihres Projektes zum Fluglärmmonitoring vorgestellt. In dem Projekt wurde vom Deutschen Fluglärmdienst die Fluglärmbelastung in der Region erstmals anhand der tatsächlich geflogenen Flugspuren anstatt der üblicherweise verwendeten theoretischen Annahmen über die Flugwege (DES) berechnet. In der Praxis weichen Flugzeuge oft von den idealen Routen oder Flughöhen ab. Neu ist auch, dass alle vom Fluglärm betroffenen Gebiete ab einem Dauerschallpegel von 40 dB(A) anstatt bisher 50 dB(A) in die Berechnung einbezogen wurden. Damit wird das Gebiet, für das Fluglärmberechnungen vorliegen, deutlich erweitert, und reicht jetzt bis weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus. Bei den Berechnungen wurde die Entwicklung der Fluglärmbelastung von 2008 bis 2012 untersucht. Alle Mitgliedskommunen der ZRM haben entsprechende Lärmkarten und Daten für ihren Bereich erhalten. Die Karten sind bisher nicht öffentlich zugänglich, können aber bei den Kommunen eingesehen werden. Die ZRM verspricht sich von den neuen Lärmberechnungen bessere Möglichkeiten, die Einhaltung der geplanten Lärmobergrenzen zu kontrollieren. Genauere Informationen zum kommunalen Fluglärmmonitoring  HIER.

12.10.2015: Positionspapier des BBI zu Lärmobergrenzen

Das Bündnis der Bürgerinitiativen hat zum Konzept für Lärmobergrenzen, das zur Zeit bei der Landesregierung entwickelt wird, eigene Vorschläge vorgelegt, die in einem Positionspapier zusammengefasst worden sind. Die Forderungen gehen deutlich weiter als die bisher von "offiziellen Stellen" genannten Ideen (z.B. dem Konzept des FFR-Vorstands Prof. Wörner). So wird neben einem Nachtflugverbot von 22-6 Uhr auch eine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen auf 3800000 und eine deutliche Minderung der Fluglärmbelastung gegenüber dem heutigen Zustand gefordert. Außerdem soll sichergestellt werden, dass der Lärm wirklich weniger wird und nicht nur umverteilt. Eine Pressemitteilung des BBI und den Text des Positionspapiers findet man  HIER.

07.10.2015: 232. Sitzung der Fluglärmkommission

Die 232. Sitzung der Frankfurter Fluglärmkommission fand erstmals in der kürzlich vom Verkehrsministerium verkündeten neuen Zusammensetzung statt (siehe Eintrag vom 29.09.2015). Diskutiert wurde unter anderem über die Nutzung der Südumfliegung, den Einsatz lärmärmerer Flugzeuge bei der Lufthansa, einer Verbesserung bei den Ausnahmen vom Nachtflugverbot und den neuen jährlichen Monitoring-Bericht des Umwelthauses. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission. Dort findet sich auch der Link zu den detaillierten Sitzungsunterlagen.

* Wichtig * 28.09.2015: Neue Zusammensetzung der Fluglärmkommission steht

Die seit längerer Zeit diskutierte Änderung der Zusammensetzung der Fluglärmkommission steht fest und wurden heute vom Verkehrsministerium offiziell angekündigt. Die ursprünglichen Pläne des Kommissionsvorsitzenden Jühe, nach denen nur noch besonders hoch belastete Kommunen in der Kommission vertreten sein sollten, die Landkreise aber nicht mehr, hatten zu heftiger Kritik geführt. Nun hat man offenbar einen Kompromiss gefunden, mit dem praktisch alle bisherigen Teilnehmer erst einmal Mitglied bleiben können, und sei es im Rahmen einer Übergangsregelung. Neu aufgenommen wurden acht Städte, nämlich Erzhausen, Gernsheim, Ginsheim-Gustavsburg, Groß-Zimmern, Maintal, Riedstadt, Pfungstadt und Roßdorf. Darüber hinaus können einige Experten, unter anderem auch der Deutsche Fluglärmdienst, beratend an den Sitzungen teilnehmen. Minister Al-Wazir betonte, dass die Mitgliedschaft jetzt durch objektive Kriterien bestimmt würde, womit die Entscheidungen der Kommission gerichtsfester würden. Er versprach auch, dass jetzt nicht in der Kommission vertretene Kommunen, die durch eventuelle "Umverteilungsmaßnahmen" stärker betroffen würden, frühzeitig in die Diskussion einbezogen würden. Die offizielle Ankündigung und eine Liste der neuen Teilnehmer findet man in der  Pressemitteilung des Ministeriums.

28.09.2015: Jühe kritisiert Positionen der Bürgerinitiativen

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission und Raunheimer Bürgermeister Jühe macht sich wieder einmal beim Bündnis der Bürgerinitiativen unbeliebt. In einem Interview im Rüsselsheimer Echo aus Anlass der 150. Montagsdemo zieht Jühe heftig gegen die Bürgerinitiativen vom Leder und erläutert, warum er (und damit die Kommission) sich "die BI-Forderungen mehrheitlich nicht zu eigen machen können und wollen". Unbeliebtheit in diesen Kreisen nimmt er in Kauf: "Wer meint, dass ich meinen Job nicht richtig mache, der soll Gegenkandidaten aufstellen, denn im Gegensatz zu Bürgerinitiativen wird der Vorsitzende der Fluglärmkommission gewählt", wird er in der Zeitung zitiert. Immerhin: die Montagsdemos an sich findet er gut, weil so Druck auf die Politik ausgeübt wird. Das komplette Interview ist beim Echo nachzulesen.

20.09.2015: "Fluglärmsteckbrief" im Fraport-Fluglärmportal

Beim "Infoservice Fluglärm" von Fraport im Internet gibt es eine neue Funktion: in der interaktiven Fluglärm-Karte "Framap" kann man für eine konkrete Adresse einen "Fluglärmsteckbrief" erzeugen und ausdrucken lassen. Es handelt sich dabei um eine 7-seitige PDF-Datei, die die Fluglärmdaten für die Adresse in zusammengefasster Form enthält: Karten mit den Flugrouten, mittlere Fluglärmbelastung als Zahlenwert und in Isophonenkarten und eine Beschreibung und Nutzungszahlen für die den Standort tangierenden Flugrouten. Alle Werte werden gemittelt über den letzten ausgewerteten Monat (heute für den Juli) des laufenden Jahres und die verkehrsreichsten 6 Monate des vergangenen Jahres. Ergänzt wird das Ganze durch eine Darstellung des gesamten Flugroutensystems und Erläuterungen der Fachbegriffe. Von Fraport gibt es dazu eine Pressemitteilung.

Aufruf des Fluglärmsteckbriefs: framap.fraport.de - mit Firefox, Chrome oder Opera; Internet Explorer mag die Seite gar nicht - links oben auf der Karte auf das blaue Symbol mit dem Brief klicken, im aufgeblendeten Fenster (Popups zulassen wenn nötig) Adresse eingeben und "drucken" wählen, PDF-Datei wird erzeugt (Geduld haben). Technisch erscheint die Funktion (wie die gesamte Framap-Seite) nicht 100-prozentig ausgereift, bei unserem Test hakte und klemmte es manchmal oder stürzte sogar ab, aber im dritten Versuch hat es dann funktioniert. Tipp bei Problemen/Fehlermeldungen: Seite noch einmal völlig neu aufrufen.

31.08.2015: Papier "Zum Schutz der menschlichen Gesundheit"

Der Mainzer Verein "stop-fluglaerm.de" hat in der Reihe "Interdisziplinäre Medizin" eine neue Publikation "Zum Schutz der menschlichen Gesundheit" veröffentlicht, mit der die Politik aufgefordert wird, sich mehr für den Schutz der Gesundheit der Menschen in der Rhein-Main-Region vor den schädlichen Folgen des Flugverkehrs (Fluglärm, Schadstoffbelastung) einzusetzen und die Lebensqualität in der Region zu verbessern. In dem Papier finden sich Beiträge von Prof. Singer (zum Thema Fluglärm und Flughafenausbau) und von Prof. Dudziak (zum Thema Schadstoffe). Die Pressemitteilung dazu und das Papier "Zum Schutz der menschlichen Gesundheit" als PDF-Datei findet man beim DFLD.

05.08.2015: Teure Schallschutzmaßnahmen für Grundschulen

Die hessische Landesregierung will für den passiven Schallschutz an Grundschulen tief in die Tasche greifen: 5,6 Millionen sollen 2016 in ein Förderprogramm fließen, mit dem 30 Schulen in der Tagschutzzone 2 mit Schallschutzfenstern und Lüftern ausgestattet werden sollen. Fraport muss in der Schutzzone 2 nicht für passiven Schallschutz zahlen, so dass die Kosten beim Steuerzahlen hängen bleiben. Anlass der Aktion ist die Kinderstudie aus der Norah-Studie, in der festgestellt worden war, dass Kinder in Fluglärmbelasteten Gebieten bis zu drei Monate Rückstand bei den Lesefähihkeiten gegenüber Kindern aus ruhigen Gebieten haben. Mehr dazu in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

28.07.2015: Fraport-Bericht über Fluglärmentwicklung 2014 verfügbar

Der Bericht von Fraport über die Entwicklung des Fluglärms für das Jahr 2014 ist jetzt beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) abrufbar. Nach dem Überblick des Ministeriums haben sich am Tage keine auffälligen Entwicklungen ergeben. In der Nacht gibt es jedoch wegen einer verstärkten Nutzung der Nordwest-Aflugstrecken (die wiederum an den Problemen mit der Südumfliegung liegt) Veränderungen bei den Lärmkonturen in der Gegend von Eddersheim (höhere Belastung). Auf der Internetseite des HMWEVL findet man Erläuterungen, das Informationsschreiben von Fraport und die Karten mit den Lärmkonturen für 2014 und zum Vergleich auf für 2013 und 2012. Ein Experte des BBI merkt dazu an, werden die aktuellen Lärmkonturen (wie in den vergangenen Jahren auch) nach der Realverteilung berechnet werden, die Lärmschutzbereiche aber als Realverteilung mit Sigma-Zuschlag (so soll es nach dem Fluglärmgesetz sein).

20.07.2015: Minister sieht Lärmpausen als Erfolg

Der hessische Verkehrsminister Al-Wazir beurteilt die Lärmpausenregelung nach drei Monaten Probebetrieb als praktikabel. Die Lärmpausenregelung bei Westbetrieb habe morgens zu 97% und abends mit 85% eingehalten werden können, teilte das Ministerium mit. Betroffene sehen das offenbar nicht so optimistisch. Viele sehen gar keine Verbesserung, z.B. in Offenbach. Aus Neu-Isenburg kommen leicht positive Kommentare. Eine endgültige Beurteilung ist aber erst nach genaueren Auswertungen nach dem Ende des für ein Jahr geplanten Testbetriebs möglich. Dabei soll nicht nur der gemessene Lärmpegel, sondern auch das subjektive Empfinden der Betroffenen berücksichtig werden. Mehr in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau. Die SPD bezeichnete in einer Pressemitteilung die Lärmpausenregelung als Schönfärberei.

24.06.2015: MDR Fernsehsendung "Lärmstufe rot"

Eine sehenswerte Sendung zu den schädlichen Wirkungen des Lärms und zur Lärmbekämpfung gab es gestern beim MDR. In der Sendung diskutieren unter anderem Prof. Greiser und Dr. Weinandy vom Umweltbundesamt, ein Vertreter der Bahn und ein Politiker von den Grünen, über die Wirkungen des Lärms und warum von der Politik so wenig gegen den Lärm getan wird, Berichte und Interviews mit Betroffenen sind eingestreut. Die Sendung Fakt ist ...! "Lärmstufe rot" (zumindest eine Woche lang) in der Mediathek verfügbar. Weder das Verkshrsministerium noch das Umweltministerium wollten an der Diskussion teilnehmen.

In der Sendung wird auch darauf hingewiesen, dass am Flughafen Leipzig/Halle bald das Point-Merge-Verfahren eingeführt werden soll (beim MDR gibt es einen kurzen Artikel dazu.

11.06.2015: Artikel: Lärm macht krank

Einen lesenswerten Artikel - Was krank macht: lautes Heim - über die schädlichen Wirkungen von Lärm (nicht nur Fluglärm) auf Gesundheit und Psyche gab es am Wochenende in der Süddeutschen Zeitung. Unter anderem kommt Prof. Münzel zu Wort, der zum ersten Mal eine schädliche Wirkung von Lärmereignissen in der Nacht auf die Gefäße nicht nur statistisch, sondern direkt nachweisen konnte.

10.06.2015: Fraport veröffentlicht neuen Schallschutzbericht

der neue Schallschutzbericht der Fraport erläutert die Entwicklung der Lärmbelastung und die durchgeführten Maßnahmen zum Lärmschutz in der Zeit des Winterflugplans 2014/2015. Mehr in der Pressemitteilung der Fraport, oder direkt Bericht herunterladen unter www.fraport.de/schallschutzbericht .

03.06.2015: Minister Al-Wazir zufrieden mit Lärmpausen

Verkehrsminister Al-Wazir hat nach mehr als einem Monat Testbetrieb die Umsetzung seines Lärmpausenmodells als praktikabel bezeichnet. Nur an ganz wenigen Tagen konnte aus betrieblichen Gründen nicht nach dem Lärmpausenmodell geflogen werden (und all zu viel Ostbetrieb gab es auch nicht). So kommt man im Mai auf 24 Tage Umsetzung. Die Nordwestbahn wurde insgesamt etwas weniger für Landungen benutzt als vorher. Mehr in der  Pressemitteilung des Ministeriums.

21.05.2015: 230. Sitzung der Fluglärmkommission

Die Fluglärmkommission hat sich auf ihrer 230. Sitzung am 20.05.2015 mit der vom Vorstand der Kommission vorgeschlagenen (und offenbar bereits mit dem Verkehrsministerium abgestimmten) Konzept zur Änderung der Mitgliederstruktur befasst. Beschlossen wurde noch nichts (was auch auf den Protest gegen die Pläne zurückzuführen sein dürfte), die Umgestaltung wird aber weiter verfolgt. Die Kriterien, nach denen über die Mitgliedschaft entschieden werden soll, sollen von einer Arbeitsgruppe der Kommission noch einmal geprüft und überarbeitet werden, bevor sie dem Ministerium vorgeschlagen werden. Eventuell könnten damit die Landkreise ihre Mitgliedschaft retten (siehe auch den Artikel in der OP von gestern). Wie man der Pressemitteilung zur Sitzung entnehmen kann, "zeigten sich die Mitglieder entrüstet über die teilweise sehr unsachliche Diskussion des Themas in der Öffentlichkeit". So wird das Bündnis der Bürgerinitiativen wegen seiner  Pressemitteilung beschuldigt, "Unfrieden zu stiften". Vor allem der Vorsitzende Kommission Jühe ärgert sich offenbar so über die Kritik, dass er eine Persönliche Erklärung" dazu herausgegeben hat. Das als Zitat angefügte negative Beispiel unsachlicher Kritik sieht für uns allerdings sehr nach Satire aus ...

Mehr in den Sitzungsunterlagen bei der Fluglärmkommission:

20.05.2015: Heute Streit um die Umbesetzung der Fluglärmkommission

Spannend werden dürfte auf der heutigen Sitzung der Fluglärmkommission die Diskussion um die vom Vorstand der geplante Umbesetzung der Kommission werden. Danach sollen in Zukunft nur noch (nach offizieller Definition, z.B. nach Fluglärmgesetz) "hochbelastete" Kommunen Sitz und Stimme haben. Die Landkreise sollen nach den Plänen ihre Vollmitgliedschaft verlieren. Dagegen gab es bereits heftige Proteste, zum Beispiel vom  Kreis Groß-Gerau, dem Main-Kinzig-Kreis, dem kreis Offenbach und dem Kreis Mainz-Bingen. Auch die Stadt Heusenstamm (die erst mit dem Testbetrieb des segmentierten Landeanflugs aufgenommen wurde), könnte bei der Neubesetzung herausfallen.

Als Grund für die Umbaupläne wird vom Vorstand der Fluglärmkommission ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Flughafen Berlin von Anfang des Jahres angeführt, nach dem es eine "automatische" Mitgliedschaft der Landkreise um den Flughafen in der Fluglärmkommission nicht geben soll; Sitz und Stimme sollen an objektivierbare Kriterien gekoppelt sein. Gegen objektive Kriterien ist nichts zu sagen. Es ist allerdings die Frage, ob man wegen des Urteils die Landkreise in Rhein-Main in vorauseilendem Gehorsam ausschließen muss. Sie sind ja nicht ohne Grund Mitglieder der Kommission, sondern vertreten viele nicht ganz so stark, aber doch signifikant vom Fluglärm betroffene Kommunen in ihrem Gebiet. Da die Fluglärmkommission (unterstützt durch Fachexpertise aus dem FFR) erheblichen Einfluss auf die Gestaltung von Flugrouten und maßgeblichen Einfluss über die Maßnahmen des aktiven Schallschutzes (und damit von eventuellen Umverteilungen des Fluglärms) hat, halten die Kreise eine Mitgliedschaft mit Sitz und Stimme für sehr wichtig. Auch das  Bündnis der Bürgerinitiativen hat sich gegen die Umbesetzung ausgesprochen. Einen ausführlichen und sachkundigen Artikel, der die Sachlage beschreibt, findet man in der Offenbach-Post.

18.05.2015: BBI gegen Neubesetzung der Fluglärmkommission

Das Bündnis der Bürgerinitiativen hat sich in sehr deutlichen Worten gegen die vom Vorstand der Fluglärmkommission vorgeschlagene Änderung der Besetzung der Kommission ausgesprochen. Die Landkreise müssten stimmberechtigte Mitglieder bleiben. Das Bündnis sieht in den Vorschlägen ein "Signal, dass Fluglärm außerhalb der definierten Lärmschutzbereiche" geduldet würde, und befürchtet eine Spaltung der Betroffene in Hochbetroffene und andere Betroffene. Mehr in der  Pressemitteilung des Bündnisses.

11.05.2015: Neues "Kompendium zu Lärmpausen" bei FLK verfügbar

Die Fluglärmkommission hat eine neue Version des Kompendiums zu den Lärmpausen veröffentlicht. Es enthält die detaillierten Berechnungen zu den Wirkungen der Lärmpausenmodelle 1 bis 5, heruntergebrochen auf die betroffenen Kommunen. Es sind fast 200 Seiten, die nicht einfach zu lesen sind, also eher etwas für die Experten. Zumindest die Ergebnisse für die eigene Kommune sollte man sich aber trotzdem ansehen

30.04.2015: Kreis Groß-Gerau will in der Fluglärmkommission bleiben

Der Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Groß-Gerau hat angesichts der laufenden Diskussion um die Änderung der Zusammensetzung der Fluglärmkommission nachdrücklich gefordert, dass der Kreis Groß-Gerau mit Sitz und Stimme in der Kommission bleiben muss. Mehr in der  Pressemitteilung des Kreises Groß-Gerau.

27.04.2015: ADF fordert besseren gesetzlichen Schutz vor Fluglärm

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen (ADF) hat sich auf ihrer turnusmäßigen halbjährlichen Sitzung mit aktuellen Fragen des Fluglärmschutzes befasst, vor allem mit Verbesserungen auf der gesetzlichen Ebene. Es wurde kritisiert, dass der Gesetzgeber trotz Ankündigung bisher hier noch nichts getan hat. Auf der technischen Ebene wurde ein Assistenzsystem für Piloten vorgestellt, dass diesen Hinweise zu einem möglichst optimalen lärmarmen Landeanflug (z.B. Landesklappenstellung, Schub) geben könnte. Damit könnte die große Streuung bei den Einzelschallpegeln vermindert und das Lärmniveau an der Quelle gesenkt werden. Auf der politischen Ebene wurde die Schaffung von gesetzlichen Vorgaben und Anreizen zum Einsatz leiserer Flugverfahren gefordert. Man wünscht sich auch eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Fluglärmkommissionen. Weiterhin sicherte sich der Vorsitzende Jühe die Zustimmung der ADF zu den Plänen, nach denen aktuell die Zusammensetzung der Frankfurter Fluglärmkommission verändert werden soll (siehe Eintrag vom 31.03.2015). In Zukunft sollen konkrete Forderungen für die 2017 anstehende Novellierung des dann 10 Jahre alten Fluglärmgesetzes erarbeitet werden. Auch das Umweltbundesamt beschäftigt sich mit der Evaluierung. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission.

* Neu * 26.04.2015: Keine Begeisterung über Lärmpausen

Einige Tage konnte die Lärmpausenregelung nun ausprobiert werden (heute abend ist wieder Ostbetrieb), doch Begeisterungsstürme bei den Entlasteten sind bisher ausgeblieben (und die mehr Belasteten sind natürlich erst recht nicht glücklich). So sieht der Neu-Isenburger Bürgermeister Hunkel seine Stadt als Verlierer (was auch rechnerisch so ist). Zwar ist auf der Südbahn von 5-6 Uhr Ruhe, aber man hört in der Stadt die Landungen auf der nahen Centerbahn. Wenn abends alle Flugzeuge auf der Südbahn landen, wird es dagegen deutlich lauter als zuvor. Der Offenbacher Bürgermeister forderte die Bürger auf, die subjektive Wahrnehmung mitzuteilen. Frankfurt profitiert nach Ansicht der Umweltdezernentin Heilig von den Lärmpausen, weil auf der Nordwestbahn von 22-23 Uhr nicht gelandet wird. Die BI Sachsenhausen kann das nicht nachvollziehen. Man sei im Gegenteil Verlierer, weil es zwischen 5 und 6 Uhr dafür massiv lauter werde. Für einen Erwachsenen sei diese Zeit viel kritischer als die Randstunde am Abend, weil dann die meisten noch schlafen wollen. Mehr bei der Frankfurter Rundschau und der FNP (Artikel vom 30.04.2015). Derweil stellt die FDP in einem offenen Brief an Verkehrsminister Dobrindt die Frage, ob die Lärmpausen rechtskonform seien.

* Wichtig * 23.04.2015: Erste Lärmpause am Flughafen - Testbetrieb gestartet

Heute morgen herrschte Westwind, und so konnte der angekündigte Testbetrieb um 5 Uhr morgens mit der ersten Lärmpause beginnen. Minister Al-Wazir freute sich, mit dem Probebetrieb "ein erstes Etappenziel" für mehr Lärmschutz erreicht zu haben, und stelle weitere Maßnahmen in Aussicht. Nicht alle sind mit dem Lärmpausenmodell glücklich. Mehr  HIER.

22.04.2015: Testbetrieb für Lärmpausen beginnt morgen

Ab Donnerstag, dem 23.04.2015, beginnt der angekündigte Testbetrieb für die Lärmpausen von 5-6 Uhr bzw. 22-23 Uhr (vorausgesetzt, dass es morgen Westwind gibt, denn bei Ostbetrieb gilt die Lärmpausenregelung nicht). So richtig auf die Lärmpausen zu freuen scheint sich kaum jemand. Wahrscheinlich haben viele Betroffenen noch gar nicht bemerkt, dass sie davon betroffen sind und wie. Aus der anfänglichen einfachen Idee, in den Randstunden "heute alles auf Bahn A, morgen alles auf Bahn B" abzuwickeln, wurden nämlich fünf recht komplizierte Modelle entwickelt, die den Lärm in dieser Zeit permanent (und nicht immer gerecht) anders verteilen. Nur eines davon, was jetzt (und auch nur bei Westbetrieb) ausprobiert werden soll, bringt zumindest rechnerisch mehr Entlastung als Neubelastung anderswo. In der FAZ wird versucht, den ab morgen startenden Betrieb zu erklären, auch über das Gerangel zwischen Ministerium und DFS zur Vermeidung rechtlicher Komplikationen wird hier eingegangen. Wer sich die Details der Lärmpausenregelung nochmals zu Gemüte führen möchte, kann unseren  Artikel zur Lärmpausenentscheidung lesen, wo es Erläuterungen und weiterführende Links gibt.

Fluglärmgegner lehnen die Lärmpausen ganz überwiegend ab, weil sie den Lärm nur umverteilen und nicht mindern. Dazu heißt "Lärmpause" keineswegs "Ruhe", 6 Überflüge mit bis zu mit 58 dB(A) sind in der Pause durchaus zugelassen. Auch die Menschen, die nicht direkt unter, sondern zwischen den Einflugschneisen wohnen (und beide hören, wie z.B. in Offenbach) dürften nicht viel von den Lärmpausen haben. Wie die subjektive Beurteilung der Betroffenen zu den Lärmpausen sein wird, ist völlig offen. So hätten deutlich mehr Menschen lieber Ruhe zwischen 5 und 6 Uhr als zwischen 22 und 23 Uhr, aber nur wenige werden das bekommen. Und Neubetroffene werden sich schon gar nicht freuen. Der Testbetrieb soll ein Jahr dauern. Ob die Betroffenen bei der endgültigen Entscheidung dirkt beteiligt werden, ist ebenfalls offen.

15.04.2015: Fernsehtipp zum Thema Lärm am 15.04.2015

Bei 3sat Fernsehen werden heute unter dem Motto "Lärm ohne Grenzen" zwei Filme zum Thema Lärm gesendet. Um 20:15 Uhr gibt es den Film "Lärmbelastung: Unser täglich Lärm - Von der Wiege bis zur Bahre" von Dorothee Kaden über die andauernde Lärmbelastung im Alltag, die auch durch das Verhalten der Menschen erzeugt wird: denn Lärm machen immer nur die anderen. Um 21:10 folgt ein Film von Peter Gerhardt: "Lärm macht kaputt - Wann hört Europa endlich hin?", der sich mit der Frage auseinandersetzt, warum trotz der hohen Folgekosten (z.B. für Gesundheitsschäden) nicht mehr gegen den Verkehrslärm getan wird. Mehr zur Sendung HIER (bis 20 Uhr scrollen).

02.04.2015: Schulen in Flörsheim ohne Schallschutzfenster

Auf einer Informationsveranstaltung in Flörsheim wurden die Ergebnisse der "Kinderstudie" aus der umfassenden Norah-Studie von der Studienleitung vorgestellt. Bei der Studie war die Auswirkung von Fluglärm auf Befinden und Lernleistung von Grundschulkindern untersucht worden. Danach ging es in der Diskussion heiß her. Betroffene Schüler und Eltern beklagten sich über die Belastungen und Störungen des Unterrichts durch Fluglärm. In der Diskussion kam zur Sprache, dass trotz der hohen Belastung durch den Fluglärm nicht alle Flörsheimer Grundschulen mit Schallschutzfenstern ausgestattet sind und die Schallschutzmaßnahmen auch dort, wo sie inzwischen realisiert wurden, viel zu spät gekommen seien. Der Schuldezernent erläuterte, dass nur für Schulen in der Tagschutzzone 1 Geld für Schallschutzmaßnahmen zur Verfügung stehe. Liege die Schule nur in der Tagschutzzone 2, sei es mühsam, die nötigen Mittel zu beschaffen. Mehr zur Veranstaltung in der FNP.

* Wichtig * 31.03.2015: Fluglärmkommission soll verkleinert werden

Wie man der Presse entnehmen kann, plant der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe die Zusammensetzung der Fluglärmkommission zu verändern. So sollen künftig nur noch Kommunen dort eine Stimme Haben, die im für 2020 prognostizierten Lärmschutzbereich oder im Bereich des Frankfurter Lärmindex liegen (also recht stark betroffen sind). Die 9 Landkreise sollen dagegen ihr Stimmrecht verlieren und nur noch beratend an den Sitzungen teilnehmen können. Jühe führt als Begründung an, dass sich die Landkreise öfter der Stimme enthalten hätten, weil die Kreiskommunen manchmal widersprechende Interessen hätten. Bei den Landkreisen regt sich Widerstand, z.B. von Landrat Schick (Mainz-Bingen) oder Landrat Will (Groß-Gerau). Kommunen, die zwar betroffen sind, aber nicht so stark, dass sie beim Frankfurter Index auftauchen (z.B. im Main-Kinzig-Kreis, im Kreis Offenbach, im Taunus, im Landkreis Mainz-Bingen) hätten dann gar keine Stimme mehr. Daraus folgt, dass sich solche Kommunen bei zukünftigen Umverteilungen des Fluglärms von stärker belasteten Gebieten auf ihr Gebiet in der Kommission gar nicht mehr wehren könnten - sie wären dann weder selbst noch durch ihren Kreis vertreten. Auch bei den nicht-kommunalen Mitgliedern soll es Änderungen geben, z.B. könnte der Sitz für den Fraport-Betriebsrat entfallen. Endgültig über die Zusammensetzung der Kommission entscheiden muss Minister Al-Wazir. Mehr im Artikel der Mainspitze oder in der FAZ.

Zur Zusammensetzung von Fluglärmkommissionen wird in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 12.11.2014 zu den Flugrouten am Berliner Flughafen Stellung genommen. Das Gericht stellte fest, dass die dortige Fluglärmkommission rechtmäßig zusammengesetzt ist und gehandelt hat. Nach dem Urteil können auch mäßig betroffene Gemeinden in der Kommission vertreten sein.

09.03.2015: Prof. Greiser - 3000 zusätzliche Todesfälle durch Bahnlärm an der Rheinstrecke?

Nicht nur der Flugverkehr, auch die eigentlich als umweltfreundliche Bahn verursacht große Lärmprobleme, z.B. im Rheintal. Prof. Greiser, bekannt durch seine Studien zu Gesundheitsschäden durch Fluglärm, hat nun seine Methodik zur Berechnung von Folgen des Fluglärms auf den Bahnlärm entlang des Rheins übertragen und kommt zu alarmierenden Ergebnissen: der Krach der nachts durch das Rheintal donnernden Güterzüge könnte für 7500 Erkrankungen und 3000 Todesfälle verantwortlich sein - jedes Jahr. Während es für die Auswirkungen von Fluglärm und Straßenlärm auf die Gesundheit mittlerweile viele Studien gibt, gibt es zum Bahnlärm kaum Untersuchungen. Greiser hat daher unter der Annahme, dass der nächtliche Bahnlärm ebenso schädlich wirkt wie der nächtliche Fluglärm, eine vergleichende Rechnung erstellt, deren Ergebnisse jetzt in Mainz vorgestellt wurden.

Ein Grund für die erschreckenden Zahlen dürfte sein, dass die Güterzüge im Rheintal in der Nacht häufig fahren (oft alle 5-8 Minuten) und noch lauter sind als die Flugzeuge. 75 dB(A) oder mehr sind eher die Regel als die Ausnahme, und dies ist keine Spitze, sondern der Lärmpegel ist während der gesamten Vorbeifahrt des Zuges konstant. Greiser sagte, auch bei der von Politik und Bahn bis 2020 versprochenen Halbierung des Bahnlärms (-10 db(A)) wäre der Lärm noch gesundheitsschädlich. Die Umrüstung auf leisere Technologie bei den Güterwaggons ist aber teuer und kommt nur langsam voran, es ist nicht sicher, ob das Ziel der Halbierung erreicht wird. Zudem besteht hier, wie beim Fluglärm, die Gefahr, dass der Gewinn beim einzelnen Zug durch eine stetig wachsende Anzahl von Zügen wieder aufgefressen wird. Die Schweiz macht beim Bahnlärm übrigens vor, wie es geht: ab 2016 ist für Güterzüge, die nicht die neueste leisere Technologie haben, an der Schweizer Grenze Endstation.

Ein Interview mit Prof. Greiser gibt es in der Frankfurter Rundschau vom 11.03.2015.

09.03.2015: Viel mehr Fluglärm in Nauheim

Schlechte Nachrichten für Nauheim: selbst Fraport gibt mittlerweile zu, dass es in Zukunft hier deutlich lauter werden wird. Auf einer Informationsveranstaltung der FDP äußerte sich der für Kommunikation mit dem Umland verantwortliche Fraport-Mitarbeiter Cornelius deutlich: "Nauheim wird eine ganz neue Qualität von Lärm haben". Grund ist die Südumfliegung. Wenn sie das Gericht nicht endgültig kippt (oder wenn eine nur geringfügig abweichende Ersatzroute definiert wird), soll für Nauheim der Lärmpegel von jetzt 53 dB(A) Tagsüber auf mehr als 60 dB(A) ansteigen. Passive Schallschutzmaßnahmen sind auch nicht wirklich eine Lösung - dauern lange und werden nicht vollständig bezahlt. Durch die Lektüre des Artikels im Echo online könnte Nauheimer Bürgern die Laune verdorben werden.

* Wichtig * 04.02.2015: Probebetrieb für Lärmpausen beginnt am 23. April

Der einjährige Probebetrieb für das Lärmpausenmodell 4 bei Westwind soll am 23. April beginnen. Die hessische Landesregierung, Fraport, die Flugsicherung (DFS) und die Vertreter der Luftverkehrswirtschaft haben heute eine entsprechende Vereinbarung (mit der anspruchsvollen Bezeichnung "Bündnispapier") unterschrieben. Fraport und Lufthansa unterstützen das Projekt des Verkehrsministers, sagten aber, dass die Kapazität des Flughafens durch die Lärmpausen nicht eingeschränkt werden dürfte. Mehr in der  Pressemitteilung des HMWEVL.

* Wichtig * 30.01.2015: Fluglärmkommission akzeptiert Probebetrieb für Modell 4 bei Westwind

Die Fluglärmkommission hat in der Sitzung vom 28.01.2015 die Ergebnisse ihrer Prüfung der von Verkehrsminister Al-Wazir vorgeschlagenen 5 Lärmpausenmodelle vorgestellt. Dabei wurden die allermeisten Modelle komplett abgelehnt, weil der Nutzen (Entlastungen gegen neue oder stärkere Belastungen an anderer Stelle) nicht groß genug ist. Nur für Modell 4 will die Fluglärmkommission einen Probebetrieb tolerieren, aber auch nur für Westbetrieb. Bei Ostbetrieb werden alle Modelle abgelehnt. Damit bestätigt die Kommission die bereits in der vorigen Woche bekannt gewordenen Einschätzungen. Minister Al-Wazir freute sich, dass er wenigstens eins seiner Modelle ausprobieren darf, der Probebetrieb soll mit dem Sommerflugplan beginnen. Die Kommunen äußerten sich je nach Betroffenheit vorsichtig positiv bis ablehnend. Die Bürgerinitiativen lehnen alle Lärmpausenregelungen ab, weil sie den Lärm nur verschieben. Mehr Informationen zu den Beschlüssen der Fluglärmkommission und den Lärmpausen sowie Reaktionen auf die Entscheidung in unserem Special  "Fluglärmkommission entscheidet über Lärmpausen".

20.01.2015: Fluglärmkommission bei Lärmpausen skeptisch

Die von Minister Al-Wazir vorgeschlagenen Modelle für Lärmpausen finden offenbar nicht die Zustimmung der Fluglärmkommssion. Wie im Vorfeld der Entscheidung, die nächste Woche getroffen werden soll, käme - wenn überhaupt - nur Variante 4 zum Ausprobieren in Frage (bei Westbetrieb von 22-23 Uhr keine Landungen auf der Nordwestbahn und der Centerbahn und von 5-6 Uhr keine Landungen auf der Südbahn). Entlastungen an der einen Stelle stehen aber umfangreiche neue Belastungen an anderer Stelle gegenüber, weshalb auch Variante 4 von einigen Kommunen abgelehnt wird. Bei Ostbetrieb wird keines der Modelle als geeignet angesehen, weil hier Mehrbelastungen in ohnehin hoch belasteten Bereichen nahe am Flughafen auftreten würden, die die Fluglärmkommission ausgeschlossen hat. Genauere Zahlen finden sich im Artikel von airliners.de. Wenn die Fluglärmkommission alle Modelle ablehnt, wäre das Lärmpausenmodell nach Ansicht des Kommissionsvorsitzenden Jühe vom Tisch. Theoretisch könnte der Minister allerdings auch im Alleingang für eine Variante entscheiden. Kommunen und das Bündnis der Bürgerinitiativen (siehe  Pressemitteilung) sehen die Lärmpausen generell skeptisch, weil der Lärm nicht verringert, sondern nur umverteilt wird. Einen weiteren Presseartikel findet man in der Frankfurter Rundschau.

19.01.2015: Ausnahmen vom Nachtflugverbot sind weniger geworden

Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen vom Nachtflugverbot hat sich nach Angaben des Verkehrsministeriums im Jahr 2014 verringert. Ausnahmegenehmigungen wurden an 26 Tagen erteilt (gegenüber 34 im Jahr davor). Insgesamt durften 311 Flüge mit einer Ausnahmegenehmigung nach 23 Uhr starten (das waren 29 mehr als im Vorjahr). Die Zahl der unbegründeten Anträge habe abgenommen. Grund für Ausnahmegenehmigungen war meist das Wetter, besonders im Sommer gab es viele Probleme durch Gewitter. Verkehrsminister Al-Wazir sieht Anzeichen dafür, dass sich die Fluggesellschaften immer besser auf das Nachtflugverbot einstellen. Mehr in der Pressemitteilung des Ministeriums.

* Hinweis der Redaktion * 12.12.2014: Blog wurde geteilt

Der Blog "Streit um den Fluglärm" ist zu groß geworden und wurde deshalb aufgeteilt. In diesem Teil finden sich Einträge ab Anfang 2013, Einträge von 2010-2012 finden Sie im Archiv  Blog: Der Streit um den Fluglärm [2010-2012].

12.12.2014: Urteil Südumfliegung - Revision angenommen

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird über die Südumfliegung verhandeln. Das Gericht hat die Revision des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung gegen das Urteil des VGH Kassel zugelassen. Der VGH hatte die Südumfliegung im September 2013 für rechtswidrig befunden. Ein Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest. Mehr bei hr-online.

10.12.2014: 228.Sitzung der Fluglärmkommission - Vorstand wiedergewählt

Auf der 228. Sitzung der Fluglärmkommission (Pressemeldung zur Sitzung HIER) wurde bei der turnusmäßigen Wahl der Vorstand bestätigt. Die Wahl fand erstmals geheim statt, da einige Bürgerinitiativen offenbar ihre Vertreter in der Kommission aufgefordert hatten, eine "andere personelle Zusammensetzung des Vorstandes zu bewirken". Geholfen hat die Aufforderung wohl nicht. Der Vorsitzende der Kommission Jühe, der in der Vergangenheit wiederholt von Seiten der Bürgerinitiativen kritisiert wurde, wurde mit nur 3 Gegenstimmen wiedergewählt und dürfte damit seine unangefochtene Position noch gestärkt haben. Zentrales Thema der Sitzung war die Verabschiedung eines Papiers mit Anforderungen zu den Lärmobergrenzen, die die Landesregierung laut Koalitionsvertrag einführen will. In dem Antrag wird gefordert, bei der Lärmobergrenze den Frankfurter Fluglärmindex nach dem Modell von Prof. Wörner zu berücksichtigen, die Grenze aber unterhalb des Wertes festzulegen, der nach dem Planfeststellungsbeschluss für 2020 maximal erlaubt wäre. Dazu soll die Grenze mit der Zeit weiter abgesenkt werden (z.B. fordert die ZRM 0,4 dB(A) pro Jahr). Für besonders hoch belastete Kommunen soll es auch lokale Lärmobergrenzen geben. Bei Annäherung an die Lärmobergrenze soll ein "Fluglärmminderungsgebot" in Kraft treten, mit dem Maßnahmen des aktiven Schallschutzes erzwungen werden können. Näheres zu den Ideen der Lärmobergrenze von Wörner/FFR siehe auch Blogeintrag vom 26.11.2013 und vom 03.09.2014.

Neben den Lärmobergrenzen wurden auch Anforderungen an die Weiterentwicklung der Entgeltstruktur ab 2016 am Flughafen Frankfurt verabschiedet, hier soll der Einsatz leiserer Flugzeuge stärker gefördert werden. Auch die Lärmpausen waren bei der Sitzung ein Thema, es wurde ein (recht komplexes) Prüfkonzept zur Bewertung vorgestellt. Die Fluglärmkommission ist nach wie vor skeptisch, dass sich nach ihren Kriterien überhaupt eine Lösung empfehlen lässt.

09.12.2014: Noch keine Einigkeit über Lärmpausen

Über die Lärmpausen wird dieses Jahr nicht mehr entschieden. Die Realisierung und Bewertung gestaltet sich ziemlich schwierig, da der Lärm eben nicht gemindert, sondern nur verschoben wird, wobei es immer Gewinner und Verlierer gibt. Die Fluglärmkommission hat komplizierte Bewertungskriterien aufgestellt (siehe nachfolgenden Blog-Eintrag), die Ergebnisse der Berechnungen dafür liegen noch nicht vor. Die Fluglärmkommission erwartet von Minister Al-Wazir, dass er ihrer Empfehlung folgt, was auch heißen kann, dass das Projekt gar nicht realisiert wird. Mehr im Bericht bei hr-online oder beim Echo online.

08.12.2014: Petition zum Fluglärmschutz abgelehnt

Der Bundestages hat die Online-Petition "Besserer Schutz der Bevölkerung des Rhein-Main-Gebietes vor Fluglärmbelastung", die 41000 Menschen unterzeichnet hatten, auf entsprechende Empfehlung des Petitionsausschusses abgelehnt. Man habe im Ausschuss zwar Verständnis für das Anliegen geäußert, sei aber der Meinung, es würde schon genug zur Lärmminderung getan und wirtschaftliche Interessen gingen vor, kritisierte die Initiatorin der Petition, Gabriele Franz aus Kelkheim. Sie rief dazu auf, sich von dem Rückschlag nicht entmutigen zu lassen und weiter zu kämpfen. Auf der Homepage der Petition findet man Informationen und Diskussionsbeiträge. Die ausführliche Begründung der Ablehnung kann man HIER nachlesen. In der Frankfurter Rundschau gibt es einen Artikel zum Thema. Wer möchte, kann zur Zeit eine Petition von Hans Schinke aus Offenbach unterstützen, die die SPD auffordert, die Forderungen der Ausbaugegner zu unterstützen.

* Neu * 06.12.2014: Fluglärmindex Zürich auf neuem Höchststand

Der Zürcher Fluglärmindex, der (ähnlich wie der in Frankfurt definierte Index) angibt, wie viele Menschen rund um den Flughafen Zürich stark vom Fluglärm betroffen sind, steigt und steigt. Seit 2010 ist der in 2007 definierte Richtwert von 47000 Personen überschritten. In 2012 waren es bereits rund 58000. Grund ist nicht unbedingt die Zunahme der Flugbewegungen, die sogar etwas gesunken ist, sondern die zunehmende Zahl von Nachtflügen nach 22 Uhr mit Ausnahmegenehmigung, veränderte Flugrouten und ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum in der Region. Nun ist die Regierung unter Druck, wegen der Überschreitung des Grenzwertes etwas zu tun, was nicht einfach ist. Die Zahl der Flugbewegungen, vor allem die in der Nacht, will man nämlich nicht einschränken. Mehr in der Neuen Zürcher Zeitung.

29.11.2014: FAZ Podiumsdiskussion zum Flughafenausbau

Unter dem Titel "Flughafenausbau ohne Ende?" hat die FAZ eine Podiumsdiskussion veranstaltet, bei der Fraport-Chef Schulte, Helmut Mader und Vertreter der Frankfurter Bürgerinitiativen und FAZ-Herausgeber D’Inka auf dem Podium saßen. Es ging heiß her. Im Online-Magazin politropolis gibt es zur Diskussion einen ausführlichen Artikel.

28.11.2014: Jühe sieht keine Kapazitätsbeschränkungen für den Flughafen

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe hat in einem Interview mit dem "Echo online" erneut die Ansicht geäußert, es werde keine Kapazitätsbeschränkungen am Frankfurter Flughafen geben. Damit hat er wieder einmal den Unmut des Bündnisses der Bürgerinitiativen auf sich gezogen. Von dort wird ihm unter anderem vorgeworfen, Lärmminderung vor allem durch Verteilung des Fluglärms erreichen zu wollen, echte Bürgerbeteiligung bei Flugrouten etc. abzulehnen und allgemein seine Position in der Fluglärmkommission zur Vertretung seiner partikulären Interessen zu nutzen. Das Interview ist leider nicht allgemein online verfügbar, weil das Echo eine Bezahlschranke eingeführt hat. Daher hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Inhalte. Eine Beschränkung der Zahl der Flugbewegungen wird es nach Jühes Ansicht nicht geben. Lärmminderung soll durch den Einsatz von leiserem Fluggerät und mit der satellitengestützten Navigation GBAS (durch Umfliegen hochbelasteter Städte, genannt werden hier konkret Flörsheim und Raunheim) erreicht werden. Jühe kritisiert Landes- und Kommunalpolitiker, die sich z.B. für ein längeres Nachtflugverbot aussprechen, aber (im Gegensatz zu ihm) nichts aktiv dafür tun, als populistisch. Seine Einschätzung zum Wirken von Minister Al-Wazir fällt zurückhaltend aus. Al-Wazir sollte sich seiner Meinung nach für gesetzliche Änderungen auf Bundesebene einsetzen, die Entwicklung von aktiven Schallschutzmaßnahmen aber wieder den Experten beim Forum Flughafen und Region überlassen; ohne den Sachverstand des Forums könne es zu "unausgegorenen Vorschlägen" kommen. Weiterhin äußert sich Jühe in dem Interview sehr kritisch zum Ex-Fluglärmschutzbeauftragten Kirsch ("war mit seiner Aufgabe nicht ganz glücklich"), lobt aber die Nachfolgerin Regine Barth als optimale Besetzung (letzteres wird bei den Bürgerinitiativen auch nicht unbedingt so gesehen). Zu den Lärmpausenmodellen äußert er sich zurückhaltend. Die Fluglärmkommission arbeite intensiv daran, es gebe aber noch keine Präferenz und es könnte auch sein, dass man keines der Modelle empfehlen werde. Jühe spricht sich außerdem dafür aus, den Regionalfonds fortzuführen und einen Verteilungsschlüssel nach Lärmbetroffenheit und finanzieller Bedürftigkeit zu finden, sowie die Maßnahmen zum passiven Schallschutz in Schulen sofort umzusetzen. Wer noch mehr zu Jühes Positionen wissen will, kann sich auch ein Interview in der FAZ vom Dezember 2013 zu Gemüte führen, das noch verfügbar ist. Hier sind zu einigen der von Jühe vertretenen Positionen genauere Informationen zu entnehmen.

*** Neu 2.12. ***Das Original-Interview im Echo online ist derzeit wieder allgemein verfügbar (keine Ahnung wie lange), wer sich dafür interessiert, schnell lesen: HIER klicken!

12.11.2014: Umweltbundesamt zum Fluglärm: "Menschen nicht einhausen"

Thomas Myck, Experte beim Umweltbundesamt für Lärmminderung und Lärmwirkung, erläutert in einem Interview mit der TAZ mit dem Titel "Menschen nicht komplett einhausen" die Wirkungen von Fluglärm und die Möglichkeiten zum Lärmschutz. Die Beschreibung des Sachverhalts ist zutreffend und objektiv (wenn auch für Betroffene im Rhein-Main-Gebiet nicht unbedingt neu), die Meinungsäußerungen hören sich recht vernünftig an. So hält Myck das Fluglärmgesetz für nicht ausreichend und ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr für besonders wichtig. Ideen aus Frankfurt, wie Lärmpausen oder sogar Lärmobergrenzen, greift er auf und möchte sogar eine Diskussion darüber anstoßen, wie viel Verkehr sich die Gesellschaft leisten will. Leider ist der Einfluss des Umweltbundesamtes in diesen Fragen begrenzt, aber etwas moralische Unterstützung ist schon sehr erfreulich!

12.11.2014: "Wannsee-Flugrouten" am Berliner Flughafen sind rechtens

Das Bundesverwaltungsgericht hat zwei Klagen der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und der Deutschen Umwelthilfe gegen die sog. "Wannsee-Flugrouten" zurückgewiesen und damit das Urteil des Oberverwaltungsgerichts bestätigt. Die Kläger wollten erreichen, dass die Flugrouten für nicht rechtmäßig erklärt werden, weil die Lärmbelastung der Gemeinde zu hoch sei. Das Gericht sah hingegen die Entscheidung, die Flugrouten zu bündeln, als zulässig an, weil dadurch der Kreis der Betroffenen klein gehalten werde. Die vom Oberverwaltungsgericht getroffene Entscheidung, dass die Flugrouten nachts zwischen 22 und 6 Uhr nicht genutzt werden dürfen, hat das Bundesverwaltungsgericht aber bestätigt. Die Klage der Deutschen Umwelthilfe wurde als unberechtigt abgewiesen, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Flugrouten nicht vorgeschrieben sei. Mehr beim rbb (dort auch Links auf weitere Informationen) und in der  Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts.

30.10.2014: Neue Anflugverfahren gehen in Betrieb

Die von der DFS angekündigte Anhebung der Gegenanflüge um bis zu 2000 Fuss (etwa 600 Meter) geht morgen in (Probe-) Betrieb (Details siehe Eintrag vom 09.07.2014). Die DFS verspricht sich davon Entlastungen in den vom Gegenanflug betroffenen Gegenden (genannt sind der Main-Taunus-Kreis, der Rheingau, der Hochtaunuskreis, die Wetterau, der Vogelsberg, das nördliche Stadtgebiet von Frankfurt, die Landkreise Aschaffenburg, Darmstadt-Dieburg, Mainz-Bingen und Offenbach ). Mehr in der Pressemitteilung der DFS.

18.10.2014: Point-Merge-Anflugverfahren am Flughafen Leipzig

Am Flughafen Leipzig/Halle soll ab Ende nächsten Jahres das "Point-Merge"-Anflugverfahren getestet werden. Damit wäre der Flughafen Leipzig einer der ersten in Europa, die das neue Verfahren einsetzen. An vielen Stellen, auch in Frankfurt, wird darüber nachgedacht, tatsächlich praktiziert wird es bis jetzt aber nur am Flughafen Oslo. Am Flughafen Hannover soll das Verfahren im nächsten Dezember an den Start gehen. In Leipzig, wo das Drehkreuz der DHL angesiedelt ist, leiden die Menschen besonders unter dem nächtlichen Fluglärm. Vom Point-Merge-Verfahren verspricht man sich signifikante Entlastung für die Region. Mehr dazu in der Mitteldeutschen Zeitung.

13.10.2014: Sondersitzung der Fluglärmkommission zu Anflugrouten

Die Fluglärmkommission hat sich auf der heutigen Sondersitzung mit dem dritten Teil der von der DFS entwickelten Änderungen bei Anflügen ("Modified Arrival Routes", MAR) befasst und stimmte diesem nicht zu. Der Vorschlag beinhaltet die Verschiebung des nördlichen Gegenanflugs bei Ostbetrieb in Richtung Süden (über das Frankfurter Stadtzentrum), um Kreuzungspunkte mit den Abflugstrecken 07-N lang und kurz zu entzerren. Dadurch könnte das "Tieferhalten" von Abflügen wegen der Kreuzung vermindert werden. Die schon im Sommer (siehe Eintrag vom 9.7.2014) vorgestellten Anhebungen der Gegenanflüge waren dagegen gebilligt worden. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission.

Weiterhin präsentierte Fraport auf der Sitzung die Pläne für die Nutzung der satellitengestützten Navigation GBAS. Diskutiert wurde vor allem über die mögliche Nutzung des segmentierten Landeanflugs zum Umfliegen von dicht besiedelten Gebieten (z.B. Offenbach) auch tagsüber. Noch sind es nur versuchsweise Überlegungen, aber eine größere Umverteilung des Fluglärms im näheren Umkreis des Flughafens (und der Streit darüber) rückt näher. Die Präsentation zur satellitengestützten Navigation findet man bei den Unterlagen zur Sitzung (in der Pressemitteilung) oder direkt HIER.

24.09.2014: Fluglärmkommission befasst sich mit Lärmpausen

Die Fluglärmkommission hat sich auf der heutigen Sitzung mit den Lärmpausen, der Betriebsrichtungsverteilung und den Nordwestabflügen befasst. Die Kommission verabschiedete ein Papier "Kriterien zur Prüfung von Lärmpausen". Zu den Lärmpausen wurden weitere Berechnungen angefordert. Zudem sollen Parameter dafür definiert werden, was eigentlich eine Lärmpause ausmacht. Es wird kritisch gesehen, wenn Entlastungen unter der Centerbahn durch die neuen Flugrouten nach dem Ausbau wieder aufgehoben würden, und Hochbelastete sollen nicht noch weiter belastet werden. Das Lärmpausenmodell soll mit anderen Modifikationen beim Anflug (gekrümmter Landeanflug, Drops, Point-Merge-System etc.) kombinierbar sein. Die genauen Kriterien und Parameter sollen von einer Arbeitsgruppe der Fluglärmkommission und des Expertengremiums Aktiver Schallschutz des Forums Flughafen und Region ausgearbeitet werden. Damit wäre die "Kontrolle" über die Lärmpausenmodelle von der Politik wieder zu den üblichen Gremien zurückgeholt (siehe dazu hier), und die dort verwendeten Kriterien könnten die versprochene öffentliche Diskussion und Einigung zwischen allen Betroffenen ersetzen. Weitere Informationen zu den besprochenen Themen und Links zu den Sitzungsunterlagen findet man in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission zur Sitzung.

17.09.2014: Interviews mit Verkehrsminister Al-Wazir

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir beantwortet in zwei Interviews mit der Presse - einmal in der Frankfurter Rundschau, das zweite Mal in der FAZ Fragen zu Lärmpausen, Wirbelschleppen und Terminal 3.

* Wichtig * 12.09.2014: Modelle für 7-stündige Lärmpausen vorgestellt

Verkehrsminister Al-Wazir hat heute 5 Modelle zur Realisierung der von der Landesregierung versprochenen 7-stündigen Lärmpausen der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch gezielte Nutzung der Start- und Landebahnen soll für möglichst viele betroffene eine 7-stündige Lärmpause erreicht werden, entweder durch eine zusätzliche fluglärmfreie Stunde von 22-23 Uhr oder von 5-6 Uhr. Die Lärmpausenregelung soll jetzt in der Region diskutiert werden, für die ausgewählte Lösung ist nächstes Jahr ein Probebetrieb vorgesehen. Die Reaktionen sind breit gestreut und reichen von vorsichtiger Zustimmung bis zur totalen Ablehnung. Mehr in unserem  Special zur Lärmpausenregelung.

* Wichtig * 12.09.2014: Lufthansa führt Flachstartverfahren bundesweit ein

Nach Abschluss des einjährigen Tests will Lufthansa das umstrittene "Flachstartverfahren" jetzt bundesweit einführen. Flughafennahe Bereiche werden dadurch in geringerer Höhe überflogen. Nach Angaben von Lufthansa kann man mit diesem Verfahren damit Treibstoff sparen. Lärmmessungen während eines einjährigen Testbetrieb bei Starts von der Startbahn West hatte keine signifikanten Veränderungen bei der Lärmentwicklung ergeben. Fluglärmgegner stehen dem Flachstartverfahren skeptisch gegenüber und halten die durchgeführten Untersuchungen für nicht ausreichend und nicht repräsentativ. Mehr zur Einführung des Flachstartverfahrens und der Kommentare dazu  HIER.

03.09.2014: Gutachten der Fluglärmkommission zu Lärmobergrenzen vorgestellt

Die Fluglärmkommission hat sich in einer Sondersitzung mit einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten zu den rechtlichen Möglichkeiten von Lärmobergrenzen befasst. Das Ergebnis ist im wesentlichen, dass Lärmobergrenzen durchaus möglich sind, solange sie nicht "so ausgestaltet wird, dass sie in Widerspruch zu den Grundlagen der Abwägung im Planfeststellungsbeschluss stehen". Das dürfte in Praxis heißen, dass die geplante Zahl der Flugbewegungen von 700000 möglich sein muss, man jedoch den Anstieg des Lärms gegenüber der Prognose etwas verringern kann. Im großen und ganzen passt das zu dem Konzept, dass der FFR-Vorsitzende Prof. Wörner vor einiger Zeit vorgestellt hat (was bei der Herkunft des Gutachtens nicht wirklich überrascht). Während der Vorsitzende der Kommission Jühe sich erfreut zeigte, waren die kommunalen Mitglieder eher enttäuscht. Die Kommunen und auch das Bündnis der Bürgerinitiativen haben auch Vorschläge zu den Lärmobergrenzen eingereicht, die weiter gehen. Die Kommission will nun aus allen Konzepten einen Vorschlag für die Landesregierung machen. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission, dort sind auch die Links zum Gutachten und die Präsentationen aus der Sitzung.

30.08.2014: Konzept für Lärmpausen soll vorgestellt werden

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, soll am Freitag, den 12. September 2014, ab 16:00 Uhr in Kelsterbach das Konzept der Lärmpausen vorgestellt werden, eingeladen sind die Fluglärmkommission und der Konvent des FFR. Bürgerinitiativen wollen bei diesem Anlass am Veranstaltungsort (Fritz-Treutel-Haus) mit Plakaten etc. ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr einfordern.

05.08.2014: Umsetzung der Lärmpausen macht Probleme

Dem "Darmstädter Echo" liegen nach Aussage der Zeitung Informationen vor, dass die von der Politik versprochenen Lärmpausen doch nicht so einfach und so schnell umsetzbar sind. Fraport-Chef Schulte hatte sich schon vor einigen Wochen dahingehend geäußert, dass es bei der Umsetzung Schwierigkeiten gibt. Die Zuverlässigkeit der genannten Information kann von uns nicht beurteilt werden, auf jeden Fall gibt der Artikel im Echo online eine gute Übersicht darüber, wo es bei der Umsetzung klemmen könnte.

18.07.2014: Fluglärmkommission zieht Bilanz der letzten 10 Jahre

Der Vorstand der Fluglärmkommission hat in einer Pressekonferenz Bilanz der Arbeit der Kommission in den letzten 10 Jahren (von 2004 bis 2014). Seitdem ist der Raunheimer Bürgermeister Jühe Vorsitzender der Kommission. Die Bilanz fällt positiv aus: man habe einen "Richtungswechsel beim Fluglärmschutz bewirkt" und internationale Maßstäbe bei der Verbesserung des Schutzes vor Fluglärm gesetzt.  Pressemitteilung der Fluglärmkommission, dort gibt es auch Links auf ausführlicher Statusberichte. Einen zum Jubiläum aus anderer Perspektive gibt es z.B. in der Frankfurter Rundschau, Frankfurter Rundschau, dazu gibt es auch einen Kommentar. Weitere Artikel z.B. in der FNP oder beim Echo online. Aus den letzten beiden Artikel erfährt man auch, dass sich die Kommission zum Thema "Lärmpausen" erst äußern will, wenn die konkreten Vorschläge auf dem Tisch liegen und geprüft werden konnten.

18.07.2014: Was kommt anstatt der Südumfliegung?

Rechtsanwalt Schmitz hat bei einer Veranstaltung in Trebur laut über Alternativen zur Südumfliegung nachgedacht. Falls das Bundesverwaltungsgericht die durch ein Urteil des VGH Kassel festgestellte Rechtwidrigkeit der Südumfliegung bestätigt, müsste eine Alternative gefunden werden. Bei der Suche dürfe es keine Denkverbote geben. Mehr zu den Ideen findet man in einem Artikel beim Echo online. Der BUND hält eine neue Diskussion der Flugrouten für falsch, statt dessen müsse die Kapazität reduziert werden, wenn die Nordwestbahn die angepeilte Kapazität nicht hergibt (siehe Pressemitteilung).

15.07.2014: Fraport dämpft Erwartungen an Lärmpausen

Fraport-Chef Schulte hat vor überzogenen Erwartungen bei den geplanten 7-stündigen Lärmpausen gewarnt. Schulte sagte, man gehe davon aus, dass es Lärmpausen geben werde, aber nicht von Anfang an in Perfektion, z.B. bezüglich der Planbarkeit oder der gleichmäßigen Lärmverteilung. Die Detailplanungen seien noch im Gange. Offenbar gibt es noch ungelöste Probleme. Mehr bei hr online. Zuvor hatte der CDU-Chef Boddenberg in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erklärt, die Lärmpausen seien vom Planfeststellungsbeschluss abgedeckt und könnten daher "auf Dauer" eingerichtet werden (im Gegensatz zu einem 8-stündigen Nachtflugverbot). Erst wenige Tage zuvor hatten die hessischen Unternehmerverbände gefordert, die Lärmpausen solle es nur solange geben, wie die Kapazität es erlaube.

09.07.2014: 226. Sitzung der Fluglärmkommission

Die Fluglärmkommission begrüßte auf ihrer 226. Sitzung die von der DFS vorgeschlagene Anhebung der Gegenanflüge bzw. die schon umgesetzten Maßnahmen zur Lärmminderung (z.B. der Anfluggleitwinkel von 3,2 Grad), die alle als erfolgreich eingestuft wurden. Weiterhin wurden auf der Sitzung die Ergebnisse des Monitorings für das von Lufthansa im letzten Sommer probeweise eingeführten "Flachstartverfahrens" besprochen. Bei den betrachteten Messungen gab es keine signifikanten Veränderung der Lärmwirkung. Die Kommission hält jedoch weitere Untersuchungen für notwendig und befürwortet eine flächendeckende Einführung dieses Startverfahrens nicht. Weiterhin wurde das Gutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) und des Umweltbundesamtes zur Fluglärmminderung und der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Festlegung von Flugrouten unterstützt. Die Kommission überlegt darüber hinaus, zur besseren Information der Öffentlichkeit Informationsveranstaltungen durchzuführen. Mehr siehe  Pressemitteilung zur 226. Sitzung. Interessierte sollten die Unterlagen zur Sitzung studieren.

Hinweis: bei den Sitzungsunterlagen findet man auch ein Protokoll der Sitzung, das später (nach Genehmigung auf Folgesitzung) eingestellt wird - also jetzt bis zur 225. Sitzung verfügbar. Diese Protokolle sind die beste Quelle für eine schnelle Übersicht!

* Wichtig * 09.07.2014: DFS will Gegenanflüge um 1000 Fuß anheben

Die DFS hat heute auf der Sitzung der Fluglärmkommission Frankfurt Modifikationen bei den Anflugrouten vorgestellt. Dabei sollen auf dem ersten Teil der Gegenanflüge (südlicher und nördlicher Gegenanflug) die Flughöhen um 1000 Fuss angehoben werden. Das neue Verfahren mit dem Namen "MAR" (modified arrival routes) soll ab dem 31. Oktober getestet werden. Details findet man in der Präsentation der DFS. Die Gegenanflüge waren schon einmal im Herbst 2012 angehoben worden. Dieses Verfahren soll jetzt in Produktion gehen, ebenso die Anhebung des Anfluggleitwinkels auf 3,2 Grad (sobald die Genehmigung dafür vorliegt). Mehr in der Pressemitteilung der DFS.

03.07.2014: Hessischer Unternehmerverband sieht 7-stündige Lärmpause kritisch

Der hessische Unternehmerverband VHU warnt in einem heute veröffentlichten Positionspapier die Landesregierung davor, die Kapazität des Frankfurter Flughafens durch die geplante 7-stündige Lärmpause in der Nacht einzuschränken. Die Lärmpausen seien in Ordnung, solange sie "betriebstechnisch und kapazitativ möglich" seien, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Fasbender. Sobald die Nachfrage aber steige, müssten alle Bahnen des Flughafens 18 Stunden am Tag nutzbar sein. Angesichts der internationalen Konkurrenz müsse der Flughafen weiter wachsen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Verband der Airlines BARIG unterstützte die Forderungen des hessischen Unternehmerverbandes und fordert eine "pragmatische Weiterentwicklung" des Flughafens. Die Nachtrandstunden seien für Interkontinentalverbindungen und Ferienflüge von immenser Bedeutung. Die Landesregierung wies die Forderungen vorsichtig zurück undverteidigte ihre Pläne. Die Opposition im Landtag nutzte die Gelegenheit für Kritik. Die Bürgerinitiativen bezeichneten die vorgetragenen Forderungen als unakzeptabel. Mehr zu den Forderungen und zur Debatte  HIER.

18.06.2014: Fluglärmkonturen-Karten 2013 verfügbar

Auf der Internetseite des HMWEVL (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, früher HMWVL) sind neue Fluglärm-Konturen für das Jahr 2013 verfügbar, die Fraport (nach der Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses berechnet hat. Neben den detaillierten Karten (PDF-Dateien) und Erläuterungen dazu sind auch noch die entsprechenden Daten für 2012 verfügbar. Auch über die Fraport-Infothek kann man die Karten im Rahmen von "FraMap" interaktiv anzeigen lassen (Firefox oder Chrome verwenden, Internet Explorer streikt bei diese Seite bei uns noch immer).

18.06.2014: Aussagen von AL-Wazir zu Fluglärmfragen bei der KAG

Auf der Sitzung der der KAG (Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen) am 02.06.2014 hat Verkehrsminister Al-Wazir nicht nur zu den geplanten Lärmpausen, sondern auch zu anderen Aspekten der Flughafen-Thematik Stellung genommen und Fragen der Kommunen beantwortet. Genaueres ist im Protokoll der KAG-Sitzung zu lesen, das jetzt im Internet verfügbar ist. Interessant ist zum Beispiel die Aussage, dass der Regionalfonds abgewickelt werden soll und über eine Nachfolge-Lösung nachgedacht wird. Nach einer Änderung (oder gar "Entmachtung") des FFR - siehe Blogeintrag vom 7.6.2014 - sieht es nach den prokollierten Aussagen dagegen nicht aus, obwohl einige Kommunen demokratischere Strukturen fordern. Die Stelle des Fluglärmbeauftragten soll wiederbesetzt werden.

07.06.2014: Jühe kritisiert Al-Wazirs Pläne für Lärmpausen

Böse ist der Raunheimer Bürgermeister (und Vorsitzende der Fluglärmkommission) Jühe auf den neuen Verkehrsminister Al-Wazir. Grund sind die von Al-Wazir verfolgten Pläne für die 7-stündigen nächtlichen Lärmpausen. Zum ersten, weil diese Pläne wohl unausweichlich die Belastung in Raunheim wieder erhöhen dürften. Können Flugzeuge bei Ostbetrieb wegen der Lärmpause nämlich gerade nicht über die Nordwestbahn anfliegen, müssen sie die Route über Raunheim nehmen. Im Gegenzug wäre während der Lärmpause für Raunheim die Entlastung nicht komplett, weil schwere Maschinen nicht auf der Nordwestbahn landen dürfen. Noch mehr ärgert sich Jühe aber darüber, dass die Landesregierung das Verfahren für die Lärmpausen selbst erarbeiten will, anstatt das dem "Expertengremium Aktiver Schallschutz" beim FFR (wo Jühe maßgeblichen Einfluss hat und die Spielregeln bestimmt) zu überlassen. Niemand wisse, was in der Regierung erarbeitet würde. Jühe befürchtet, dass dam Ende eine für "Flörsheim und Sachsenhausen vorteilhafte Lösung" vorgeschlagen wird, und kritisiert, dass die "Politik sich an den Schreihälsen und nicht an objektiven Kriterien" orientiere. Mehr dazu kann man in einem Artikel im echo online nachlesen. Während die BI Raunheim und die Grünen in Raunheim ihren Bürgermeister im wesentlichen unterstützen, sind die angegriffenen BIs über die Äußerungen empört. Die meisten BIs lehnen die Lärmpausen ohnehin ab, weil die den Lärm nicht mindern, sondern nur umverteilen. Immerhin hat Al-Wazir aber versprochen, seine Pläne öffentlich diskutieren zu wollen, wenn sie fertig sind. Das ist gegenüber den hinter verschlossenen Türen agierenden FFR-Gremien schon mal ein Fortschritt.

02.06.2014: Al-Wazir will Verfahren für Lärmpausen bald vorstellen

Verkehrsminister Al-Wazir will noch in diesem Sommer ein Modell vorstellen, wie die von ihm versprochene 7-stündige nächtliche Lärmpause umgesetzt werden könnte. Dies sagte er auf einem Treffen der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Flughafen (KAG). Die Pläne sollen öffentlich diskutiert werden.Das Verfahren könnte dann mit dem Sommerflugplan 2015 eingeführt werden. Mehr hierzu in einem Artikel bei hr online, dort gibt es auch einen Link auf ein Video (Hessenschau-Bericht). Die SPD äußerte in einer ausführlichen Pressemitteilung zahlreiche Zweifel am geplanten Verfahren.

02.06.2014: Ärztetag beschießt Resolution gegen lärminduzierte Gesundheitsschäden

Der gerade beendete 117. Ärztetag hat in einer Resolution gefordert, dass die durch Fluglärm verursachten Gesundheitskosten von den Verursachern (der Luftverkehrswirtschaft) bezahlt werden sollen, nicht von den Versicherten. So wie es jetzt sei, würden mehrere 100 Millionen Euro jährlich dem Gesundheitssystem entzogen. Mit dem Geld könnte man Sinnvolleres anfangen. Der Ärztetag kritisierte, dass die Politik die schon 2012 von den Ärzten erhobenen Forderungen, die Bevölkerung durch entsprechende Gesetze besser vor Lärm zu schützen, nicht umgesetzt habe. Mehr zum Beschluss des Ärztetages in einem Artikel bei fluglaerm-fakten.de, einer auf Gesundheitswirkungen von Fluglärm spezialisierten Internetseite. Den Originaltext des Beschlusses und Erläuterungen findet man im Beschlussprotokoll zum Punkt "lärminduzierte Gesundheitsschäden".

27.05.2014: VGH Kassel weist erneut Klage gegen Flugrouten ab

Der VGH Kassel hat eine Klage der Stadt Rödermark gegen die vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung festgesetzten An- und Abflugverfahren am Flugplatz Egelsbach abgewiesen. Die beklagten Flugrouten führen (nach Meinung der Stadt unnötigerweise) direkt über das Stadtgebiet, wodurch sich die Stadt beeinträchtigt sieht. Außerdem sei man bei der Festlegung nicht angehört worden. Die Richter meinten, der Fluglärm in Rödermark sei nicht unzumutbar. Eine direkte Anhörung der Betroffenen bei der Festlegung von Flugrouten sei nicht vorgesehen; es genüge, wenn die Fluglärmkommission entscheidet. Das Urteil liegt auf der bekannten Linie des VGH Kassel bei Flugrouten-Klagen. Mehr in der  Pressemitteilung des VGH Kassel zum Urteil. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung sieht sich bestätigt, siehe Pressemitteilung.

15.05.2014: Vor 100. Montagsdemo - Schulte verspricht mehr Lärmschutz

Rechtzeitig vor der 100. Montagsdemo hat sich auch Fraport-Chef Schulte zu Wort gemeldet. Nachdem er auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens unterstrichen hatte, äußerte er Verständnis für die Demonstranten im Terminal. Er ärgere sich nicht über die Demonstranten, sondern darüber, dass einige Lärmschutzmaßnahmen nicht schneller umgesetzt werden könnten. Schulte versprach erneut, dass die 7-stündige Lärmpause durch wechselnde Bahnnutzung bis zum 15. April umgesetzt werden soll. Am Terminal 3 will er aber festhalten. Mehr in der Pressemitteilung der Fraport und in einem Artikel der Offenbach-Post.

15.05.2014: ZRM kritisiert den Lärmaktionsplan zum Frankfurter Flughafen

Die Initiative Zukunft Rhein-Main kritisiert den kürzlich vom RP Darmstadt veröffentlichten Lärmaktionsplan zum Frankfurter Flughafen als "Fleißarbeit ohne Lösungsvorschläge". Der Plan komme viele Jahre zu spät und enthalte nur solche Maßnahmen, die entweder schon umgesetzt sind oder sich in Planung befinden. Zudem werde durch den Plan nicht der aktuelle Fluglärm reduziert, sondern nur die für 2020 prognostizierte Belastung werde etwas gemindert. Die ZRM rügte auch die mangelnde Beteiligung der Bevölkerung: es gab zwar 13000 Einwendungen, aber keine Anhörung dazu. Mehr in der  Pressemitteilung der ZRM.

14.05.2014: Neu-Isenburg erinnert an Positionspapier zum Flughafenausbau

Aus welchen Gründen erinnert die Stadt Neu-Isenburg heute in einer Pressemitteilung an den Flughafenausbau und skizziert die aktuelle Position der Stadt. Die AG Flughafen hat dazu im Jahr 2012 ein Positionspapier verabschiedet. Darin wird eine jährliche Verringerung des Lärms um 0,4 Dezibel gefordert, die vor allem durch leisere Flugzeuge und eventuell der Verbesserung von Anflugverfahren erreicht werden soll. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass nur eine Deckelung des Lärms, nicht aber der Flugbewegungen gefordert wird, weil man "das wirtschaftliche Potential des Flughafens nicht gefährden" will. Zudem setzt die Stadt große Hoffnungen auf die Gesundheitsstudie NORAH.

08.05.2014: Diskussion über Fluglärm in Mainz

Bei einer Diskussionsveranstaltung von SWR4 "Klartext" im Bürgerhaus Lerchenberg diskutierten Vertreter von Bürgerinitiativen, Politiker und Vertreter des Flughafens über den Fluglärm. Auch der Mainzer OB Ebling und Prof. Münzel nahmen teil. Ebling sagte, dass die Stadt Mainz weiterhin für eine Verbesserung des gesetzlichen Lärmschutzes im Bund kämpfen werde. Münzel machte die Gefahren für die Gesundheit durch den Fluglärm deutlich. Mehr im Artikel des SWR zur Sendung.

07.05.2014: 225. Sitzung der Fluglärmkommission - DFS stellt neue Anflugverfahren vor

Auf der 225. Sitzung der Fluglärmkommission hat die DFS Vorschläge für eine Änderung der Anflüge vorgestellt. So sollen die Gegenanflüge um 1000 Fuß angehoben werden und teilweise auch verschoben werden, dazu soll mehr der CDA-Anflug (kontinuierlicher Sinkflug) verwendet werden. In der  Pressemitteilung zur Sitzung findet sich der Link zum Material, in dem auch eine Präsentation der DFS über die Pläne zu finden ist. Für den Laien ist diese allerdings nicht verständlich, fachkundige Beurteilungen liegen uns noch nicht vor. Weiterhin wurde mit Lufthansa über die Verlagerung von Ultrakurzstreckenflügen (z.B. Stuttgart-Frankfurt) auf die Schiene gesprochen. Auch über die Gutachten des Umweltbundesamtes zur Festlegung von Flugrouten (März 2013, erstellt vom Öko-Institut und Prof. Giemulla) und des Sachverständigenrates (siehe Eintrag vom 26.3.2014) zur Verbesserung des Fluglärmschutzes waren Themen. Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe sagte, dass sich in den Gutachten wesentliche Positionen der Fluglärmkommission bzw. der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen wiederfinde. Wichtig sei, "dass die notwendige Einbindung der Bevölkerung nicht zum Hemmschuh für die Entwicklung von Lärmschutzmaßnahmen wird", sagte Jühe weiter (diese Äußerung gibt zu denken). Genauere Bewertungen vor allem des neuen UBA-Gutachtens liegen uns noch nicht vor.

* Wichtig * 05.05.2014: Lärmaktionsplan Flughafen Frankfurt tritt in Kraft

Der Lärmaktionsplan für den Frankfurter Flughafen ist heute in Kraft getreten. Der Plan wurde beim RP Darmstadt im Internet veröffentlicht. Man findet ihn entweder über die Startseite Lärmminderungsplanung unter dem Punkt "Lärmaktionsplanung" (auf der Seite gibt es noch zahlreiche weitere Links zur Lärmaktionsplanung), oder direkt HIER als PDF-Datei. Der Entwurf des Plans hatte im Oktober 2012 im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ausgelegen, über 13000 Einwendungen wurden eingereicht. Weitere Informationen zum Lärmaktionsplan Flughafen und seiner Entstehung in unserem  Übersichtsartikel Lärmaktionsplan von 2012.

29.04.2014: Umstrittene Vortragsankündigung: UNH rudert zurück

Die Ankündigung eines Vortrags des Lärmmessungsexperten Möhler zum Tag gegen den Lärm im Umwelthaus schlägt Wellen. In der Ankündigung hieß es "Fluglärm macht krank - eine Leerformel, wenn der Nachweis fehlt. Chronische Erkrankungen basieren nicht auf Fluglärm von heute". Diese Äußerung hatte den Zorn von Fluglärm-Betroffenen und medizinischen Lärmwirkungsforschern auf sich gezogen und Zweifel an der Neutralität des Umwelthauses geschürt. Der Vortragende hat nun sich von dem Titel distanziert. Er will nur darüber sprechen, wovon er etwas versteht, nämlich die möglichst gute technische Erfassung des Lärms. Das Umwelthaus hat zugegeben, sich die Ankündigung ausgedacht zu haben. Der Satz mit der "Leerformel" sei nur aus Versehen ins Internet geraten, für den zweiten Teil gab der Geschäftsführer des Umwelthauses eine wachsweiche Begründung. Mehr dazu beim echo online. Der Text im Internet wurde inzwischen korrigiert. Bleibt die Frage, wer sich den ursprünglichen Titel ausgedacht hat und warum.

28. 04.2014: Internationaler "Tag gegen Lärm" am 30.04.2014

Am 30. April 2014 findet wieder der internationale Aktionstag gegen den Lärm statt. Das Bündnis der Bürgerinitiativen ruft für diesen Tag gemeinsam mit dem Aktionsbündnis gegen Verkehrslärm zum stummen Bürgerprotest auf. Unter dem Motto "5 vor Zwölf" sollen an Bahnhöfen, auf Marktplätzen und vor Rathäusern Mahnwachen stattfinden. Mehr zu den Aktionen des Bündnisses in der  Pressemitteilung des Bündnisses.

Mehr Informationen zum Tag gegen den Lärm kann man auf Internetseite tag-gegen-laerm.de finden. Beim Umweltbundesamt findet man darüber hinaus Links auf weitere beteiligte Organisationen. Auch das Umwelthaus (beim FFR) bietet an diesem Tag ein spezielles Programm, morgens für Schulklassen, ab 16:00 für die Bürgerinnen und Bürger (nach Anmeldung). Einer der drei Vorträge hat bereits den Zorn der Fluglärmgegner auf sich gezogen (siehe  Pressemitteilung des BBI). Dipl. Ing. Ulrich Möhler referiert unter dem Titel "Fluglärm macht krank" für die These, dass Fluglärm eben nicht krank macht. Möhler hat sich bereits bei Bahnlärm-Betroffenen unbeliebt gemacht, da er sich als Gutachter gegen die Abschaffung des "Schienenbonus" geäußert hat. Beiträge oder nur Erfahrungen in der medizinischen Lärmwirkungsforschung zum Fluglärm scheint er nicht zu haben. Außerdem will das UNH eine Weiterentwicklung vom Fluglärm-Informationssystem CASPER vorstellen.

22. 04.2014: Fluglärm in Mainz ausgewertet

Das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) hat im Auftrag des rheinland-pfläzischen Umweltministeriums Messungen von vier Fluglärm-Messstationen ausgewertet. Besonders bei Ostbetrieb und in den frühen Morgenstunden ist die Belastung in Mainz und Umgebung hoch. In Mainz ist Weisenau am höchsten belastet. Mehr in der Pressemitteilung des LUWG. Dort gibt es auch Links auf die Messberichte.

09. 04.2014: DFS fordert Umstellung auf Satelliten-Navigation

Die Deutsche Flugsicherung hat Politiker und Luftverkehrsgesellschaften aufgefordert, den flächendeckenden Einsatz der satellitengestützten Navigation zu fördern. Dazu müssten alle Flugzeuge entsprechend umgerüstet werden. Die DFS nennt als Vorteil bessere Lärmschutzmöglichkeiten durch eine "variablere Gestaltung von An- und Abflugrouten" (im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet bedeutet das auch Verlagerung oder breitere Verteilung des Fluglärms). Als Anreiz für die Politik nennt die DFS auch, dass man mit dem neuen Navigationsverfahren Konflikte mit Windkraftanlagen entschärfen kann - eine nicht geringe Anzahl von Anträgen auf Bau von Windrädern wurden aus Gründen der Flugsicherheit abgelehnt. Außerdem sei das neue Verfahren technisch weniger aufwendig (also billiger). Mehr im Artikel der Frankfurter Rundschau.

Außerdem gibt es eine Pressemitteilung der DFS zu ihrer Jahrespressekonferenz, in der die DFS einen Überblick über ihre Arbeit gibt.

08.04.2014: DROHNE gefällig? EU-Kommission macht sich Gedanken über breiten Einsatz

Wer jetzt schon der Ansicht ist, dass zu viele Flugzeuge unterwegs sind, hat vielleicht in Zukunft noch mehr Ärger. Die EU-Kommission macht sich Gedanken über die Integration von Drohnen in den allgemeinen Luftraum aller Mitgliedstaaten und Regelungen für den Einsatz. Man rechnet offenbar damit, dass auch im privaten Bereich in Zukunft massenweise Drohnen eingesetzt werden (geschätzt 10 Prozent des Luftverkehrsmarktes). In einem Artikel bei Netzpolitik.org werden die Pläne ausführlich erläutert, einschließlich vieler Links zu den Original-Dokumenten. Die EU-Kommission verspricht sich offenbar einen großen Markt. Angeblich wird sogar schon an Mikrodrohnen zum Ersatz von Bienen geforscht! Schöne neue Welt ...

08.04.2014: Jühe kritisiert BIs

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe reagiert genervt auf Äußerungen von Bürgerinitiativen, die den Eindruck erwecken, er kämpfe nicht engagiert genug gegen Ausbau und Fluglärm, wie man in einem Artikel im Echo online. Auslöser war eine Anfrage der BFU Eddersheim an die BI Raunheim, ob Raunheim einer Übereinkunft mit Fraport zugestimmt habe, einen Wirbelscheppenschaden zu reparieren, wenn dieser nicht öffentlich gemacht würde. Die BFU wehrt sich in einer Pressemitteilung.

07.04.2014: DGB für Nachtflugverbot

Ziemlich überraschend hat sich der Bezirksvorstand des DGB für ein Nachtflugverbot und für eine Deckelung der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen ausgesprochen. Die Ideen der hessischen Landesregierung werden in dem Beschluss vom Januar als unzureichend bezeichnet. Bislang hatte sich der DGB mit seinen Stellungnahmen zum Flughafenausbau zurückgehalten, weil man um die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens und damit die Arbeitsplätze fürchtet. Näheres zum Inhalt des Beschlusses findet man in der Frankfurter Rundschau.

* Wichtig * 26.3.2014: Sachverständigenrat für mehr Beteiligung bei Festlegung von Flugrouten

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) stellt in seinem heute an das Bundesumweltministerium übergebenen Sondergutachten erhebliche Defizite bei der Planung und Genehmigung von Flughäfen und Flugrouten fest. In dem kritischen Gutachten mahnt der SRU größeren Schutz vor Fluglärm und stärkere Beteiligungsrechte für die Betroffenen an. Mehr:

10.03.2014: Diskussion über die 7-stündige Lärmpause

In der FAZ findet man heute eine Diskussion, wie und wann die von der neuen Landesregierung geplanten nächtlichen Lärmpausen von 7 Stunden durch geschickte Nutzung des Bahnensystems realisiert werden könnten. Die meisten Betroffenen wollen nach Aussage des Artikels morgens länger schlafen. Weil die Umsetzung einer für alle Betroffenen akzeptablen Lösung (der Lärm wird nicht reduziert, sondern nur umverteilt) nicht ganz einfach ist, wird in diesem Jahr nicht mehr mit dem Start des Verfahrens gerechnet. Morgen soll Verkehrsminister Al-Wazir im Landtag zu den Plänen Stellung nehmen. Mehr im Artikel in der FAZ (ev. nur kurze Zeit verfügbar).

24.02.2014: Musterklage für mehr Schallschutz eingereicht

Der Rüsselsheimer Verein "Laerm" hat beim Verwaltungsgericht Darmstadt für einen Grundstückseigentümer aus Rüsselsheim eine Musterklage gegen die Schallschutzmaßnahmenverordnung (2. Fluglärmschutzverordnung) der Bundesregierung eingereicht. Ziel ist es, die passiven Schallschutzmaßnahmen für Betroffene im Lärmschutzbereich um den Frankfurter Flughafen zu verbessern. Kritikpunkt ist, dass bei den Schallschutzstandards für Altbauten und Neubauten unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden - Eigentümer von Bestandsbauten erhalten einen deutlich schlechteren Schallschutz als für Neubauten vorgeschrieben ist. So liegt das vorgeschriebene Schalldämmmaß für Neubauten um 3 Dezibel höher als für bestehende Gebäude. Wurden dort bereits Maßnahmen aus dem freiwilligen Programm realisiert (z.B. Lüfter im Schlafzimmer), ist das Schalldämmmaß sogar um 8 Dezibel schlechter als bei Neubauten. Das führt im Moment dazu, dass viele berechtigte Antragsteller nur enttäuschend geringe Summen zugesprochen bekommen, oder die Anträge werden ganz abgelehnt. Der Verein möchte mit seiner Klage erreichen, dass die seiner Ansicht nach rechtswidrigen Abschläge für Bestandsbauten gestrichen werden. Antragsteller sollten die Bescheide bis zu einem Urteil offen halten. Mehr dazu in der Pressemitteilung des Vereins Lärm.

19.02.2014: Minister A-Wazir besucht Fluglärmkommission

Auf der heutigen 224. Sitzung der Fluglärmkommission machte der neue Verkehrsminister Al-Wazir seinen Antrittsbesuch. Al-Wazir gab zu Protokoll, dass er sich engagiert für die im Koalitionsvertrag vereinbarten Lärmminderungsmaßnahmen einsetzen wolle und warb für gute Zusammenarbeit mit der Kommission. Der Vorsitzende der Kommission Jühe stellte die wichtige Rolle des Gremiums bei der Umsetzung von Fluglärmminderungs-Maßnahmen dar und erläuterte die gemeinsam mit dem Forum Flughafen und Region entwickelten Beurteilungskriterien dafür, wie den "Frankfurter Fluglärmindex".

Weitere Themen waren die Südumfliegung und die Ankündigung der DFS für eine Interimslösung, falls das Gericht bei der Ablehnung der Route bleibt. Weiterhin wurden zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Mehr in der  Pressemitteilung der Kommission, die auch Links zu Material von der Sitzung enthält.

19.02.2014: DFS informiert über Vorgehen bei der Südumfliegung

Die Die DFS hat heute die Fluglärmkommission über das weitere Vorgehen bei der Südumfliegung informiert. Wenn das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde gegen das Urteil des VGH Kassel, der die Südumfliegung gekippt hatte, nicht annimmt, wird das Urteil sofort rechtskräftig. Für diesen Fall will die DFS eine Übergangslösung anwenden, bis man einen Ersatz für die Südumfliegung gefunden hat. Dazu soll die alte Route etwa ein Vierteljahr weiter genutzt werden. Danach will man die "Nachtabflugstrecke" anstelle der Südumfliegung nutzen. Wenn das zu Spitzenzeiten nicht reicht, will man zusätzlich die alten Nordwest-Abflugstrecken nutzen. Mehr in der Pressemitteilung der DFS. Danach soll eine neue Lösung gefunden und eingesetzt werden. Die DFS hofft aber, dass die Südumfliegung bleiben kann wie sie ist.

12.02.2014: Mainzer Uniklinik prüft Klage gegen Fluglärm

Die Uniklinik Mainz prüft die Möglichkeit einer Klage, weil Patienten (und Mitarbeiter) Patienten unter gesundheitsschädlichem Fluglärm leiden. Bei Messungen über die letzten 5 Monate wurden bis zu 5000 Überflüge pro Mant gezählt, dabei wurden Spitzenwerte bis zu 76 dB(A) gemessen. Laut WHO sollten es für Krankenhäuser aber höchstens 55 dB(A) sein. Auch der Dauerschallpegel liegt die meiste Zeit über den WHO-Empfehlungen. Prof. Münzel erklärte, dass die Gesundheitsgefahren durch Fluglärm durch mehrere aktuelle Studien belegt seien. Er forderte ein Überflugverbot für die Kliniken, zumindest aber eine Vergrößerung der Überflughöhe oder ähnliche lärmmindernde Maßnahmen. Der Gesundheitsminister in Rheinland-Pfalz Schweitzer zeigte sich beeindruckt. In einem Video der Stifzung Mainzer Herz erläutern die Mainzer Ärzte die Ergebnisse der Messungen. Einen Presseartikel gibt es bei der Frankfurter Rundschau. Im September wurden schon einmal erste Messergebnisse vorgestellt, auch dazu gibt es ein Video bei Youtube.

06.02.2014: BAF will Revision im Urteil zur Südumfliegung

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung will eine Revisionsverhandlung über das  Urteil des VGH Kassel zur Südumfliegung erreichen. Dazu wurde zunächst Beschwerde beim VGH eingelegt, der die Revision (wie üblich) nicht zugelassen hatte. Das BAF möchte unter anderem die Frage geklärt sehen, ob die planfestgestellte Kapazität eines Flughafens bereits vorzeitig durch eine entsprechende Flugverfahrensplanung gewährleistet werden muss. Lehnt der VGH Kassel die Beschwerde ab, soll das Bundesverwaltungsgericht über die Zulassung zur Revision (und letztlich über die Südumfliegung) entscheiden. Mehr in der Pressemeldung des BAF.

28.01.2014: Urteil zu Schallschutzmaßnahmen für Berliner Flughafen rechtskräftig

Der Berliner Flughafen (falls er denn fertig werden sollte) wird für die Betreiber noch ein bisschen teurer als gedacht. Die Anwohner haben den Rechtsstreit um die Maßnahmen zum passiven Schallschutz nämlich in letzter Instanz gewonnen. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte im Revisionsverfahren ein Urteil des OVG Berlin-Brandenburg, dass die vom Flughafenbetreiber ursprünglich vorgesehenen Maßnahmen des Schallschutzes nicht die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses erfüllen und nachgebessert werden müssen. Der Flughafen hatte dies allerdings schon nach dem Urteil des OVG zugesagt. Immerhin ist für die Maßnahmen in Berlin (im Gegensatz zu Frankfurt) noch genügend Zeit. Mehr in der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichtes zum Urteil, Details zu den jetzt für rechtens erklärten Schallschutzmaßnahmen bei airliners.de.

26.01.2014: Interessante Vorträge zu Fluglärm-Messung und Rechtsfragen

Auf einer Informationsveranstaltung "Zukunft Fluglärm Lerchenberg" der Initiative gegen Fluglärm Mainz wurden zwei Vorträge gehalten, die für alle Fluglärmgegner sehr interessant sind - sie sind jetzt als Aufzeichnungen bei Youtube verfügbar. Horst Weise, Experte beim Deutschen Fluglärmdienst, erläutert anhand vieler konkreter Beispiele die Messung und Berechnung von Fluglärms, und die Tricks, die dabei angewendet werden, um den Fluglärm kleiner erscheinen zu lassen als er ist. Der Mainzer Rechtsanwalt Nevian gibt einen Überblick über den Stand der juristischen Auseinandersetzung in Sachen Planfeststellung. Fazit: der Planfeststellungsbeschluss ist noch nicht rechtskräftig. Weil seit der letzten Verhandlung neue Tatsachen aufgetaucht sind, kann durchaus noch etwas daran geändert werden.

10.01.2014: Fluglärmkommission sucht Alternativen für Südumfliegung

Die Fluglärmkommission will sich noch in diesem Monat mit Alternativen für die vom VGH Kassel als rechtswidrig erklärte Südumfliegung befassen. Der Vorsitzende der Kommission Jühe will eine "kreative Lösung" suchen, sieht jedoch keine grundlegend anderen Alternativen. Das Urteil sei "fatal" und könne negative Folgen für alle Fluglärmbetroffenen haben, weil das Gericht der DFS einen Freibrief erteilt habe, Sicherheit und Kapazität Vorrang vor Lärmgesichtspunkten zu geben, sagte Jühe. Mehr bei der Mainspitze oder bei airliners.de.

Den Text des Urteils zur Südumfliegung findet man HIER.

21.12.2013: W.U.T. sieht Chancen für Vorschläge zur Lärmreduzierung

Fluglärmgegner aus dem Taunus (W.U.T., Wohnen und Umwelt im Taunus e.V.) melden sich nach längerer Zeit wieder zu Wort mit Vorschlägen zur Reduzierung der Fluglärmbelastung. Nach dem Scheitern fast aller Klagen gegen Flugrouten, z.B. verlagerten Gegenanflüge, fordert man jetzt den Einsatz des "Point-Merge-Verfahrens" beim Landen, das alle Gegenanflüge überflüssig machen würde. Dadurch könnten wiederum Flugzeuge schneller steigen, was zu einer deutlichen Verminderung des Lärms in den überflogenen Gebieten führen würde. Der Verein sieht in der neuen hessischen Landesregierung eine Chance, bei der Lärmentlastung etwas zu erreichen. Mehr in der Pressemitteilung von W.U.T.

19.12.2013: Fluglärm bleibt gleich

Fraport hat einen neuen Lärmschutzbericht für das Sommerhalbjahr (Ende März bis Ende Oktober) 2013 herausgegeben. Danach ist die Lärmbelastung in 2013 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum etwa gleich geblieben. Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr ist dagegen zurückgegangen. In 2013 waren es nur noch 113 gegenüber 449 vorher. Eine Zusammenfassung findet man z.B. bei der Frankfurter Rundschau. Bei Fraport direkt gibt es eine Pressemitteilung und den kompletten Lärmschutzbericht zum Download.

19.12.2013: Bundesverwaltungsgericht: UVP für Flugrouten erforderlich

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass ein Naturschutzverband die Festlegung einer Flugroute gerichtlich überprüfen lassen kann, wenn dadurch ein Naturschutzgebiet betroffen ist und keine Umweltverträglichkeitsprüfung stattgefunden hat. Geklagt hatte ein Naturschutzverein gegen eine Flugroute am Flughafen Leipzig/Halle, die ein Vogelschutzgebiet beeinflusst. Die Entscheidung der Vorinstanz wurde aufgehoben. Mehr in der  Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts.

18.12.2013: Realisierung von 7 Stunden Nachtruhe?

Die BIL Offenbach hat auf Anfrage von den Grünen die Auskunft bekommen, dass die 7-stündige nächtliche Lärmpause durch abwechselnde Bahnnutzung für ALLE gelten soll: für die einen von 22-5 Uhr, die anderen von 23-6 Uhr. Das macht die Sache noch schwieriger zu realisieren als nach der Idee, dass abwechselnd jeden zweiten Tag Ruhe herrscht. Die BFU Eddersheim erläutert in ihrer Pressemitteilung, warum sie die Pläne für nicht realistisch hält.

15.12.2013: Wie geht es weiter beim Fluglärm? - FAZ Interview mit Jühe

Der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe spricht in einem ausführlichen Interview mit der FAZ über seine Einschätzung der Lage an der Fluglärmfront und zur weiteren Entwicklung. Jühe hält zwar die 7-stündige Lärmpause für schwierig zu realisieren, sieht aber auch einige Erfolge, insbesondere durch seine Ansätze und die Arbeit des Forums Flughafen und Region (speziell des Expertengremiums "Aktiver Schallschutz"). Bürgerinitiativen fordert er auf, sich am Dialog zu beteiligen. Wir empfehlen das Interview zum ausführlichen Studium (Achtung, Artikel eventuell nur kurze Zeit verfügbar!).

14.12.2013: BBI kritisiert Euphorie über "Steeper Approach" Verfahren bei Fraport

Das Fraport-Magazin "Start Frei" berichtet in seiner neuesten Ausgabe begeistert über die Lärmminderungsmöglichkeiten durch steilere Landungen (4,5 Grad). Das Bündnis der Bürgerinitiativen fühlt sich provoziert, da das Verfahren nahe am Flughafen kaum Entlastung bringt und die Anwendung (wenn sie überhaupt kommt) noch in der etwas ferneren Zukunft liegt. Mehr in der Pressemeldung des BBI.

13.12.2013: Koalitionsvertrag - Kompromiss zum Flughafen gefunden

CDU und Grüne in Hessen haben sich bei den Koalitionsverhandlungen bei dem strittigen Thema "Flughafen" auf einen Kompromiss geeinigt. Damit dürfte der geplanten Koalition nichts mehr im Wege stehen. Der Koalitionsvertrag soll am 21. Dezember von den Parteigremien beschlossen werden. Die Bürgerinitiativen sind enttäuscht von dem Kompromiss, der die bisherige Linie von Ministerpräsident Bouffier nicht wesentlich ändert. Mehr zum Flughafenkompromiss  HIER.

12.12.2013: Urteilsbegründung zum Urteil "Südumfliegung" verfügbar

Die Urteilsbegründung des VGH Kassel zum Urteil über die Südumfliegung ist jetzt verfügbar. Man findet es entweder in der Landesrechtsprechungsdatenbank oder auch in der Dokumentensammlung des DFLD. Bei der Fluglärmkommission findet sich auch eine Kommentierte Zusammenfassung des Urteils.

05.12.2013: Fraport hält freiwillige Lärmpausen zur Verlängerung der Nachtruhe für möglich

Fraport steht einer Ausweitung des Nachtflugverbots ablehnend gegenüber. Fraport-Chef Schulte verwies auf den gültigen Planfeststellungsbeschluss zu diesem Thema; wenn die geplante schwarz-grüne Koalition hier etwas erreichen wolle, sei man auf freiwillige Lösungen angewiesen. Möglich sei etwa, durch die wechselnde Nutzung von Start- und Landebahnen in den Randstunden Lärmpausen zu erreichen. Bei den Koalitionsgesprächen war eine Ausweitung der Nachtruhe auf 7 Stunden mit dieser Methode angedacht worden (man muss dabei bedenken, dass die 7 Stunden Lärmpause aber immer nur für einen Teil der Betroffenen gelten). Die Bürgerinitiativen sind weiterhin äußerst skeptisch gegenüber der geplanten Koalition. Mehr zur Diskussion z.B. bei hr-online, beim Echo online oder der FNP.

26.11.2013: FFR will Konzept für Lärmobergrenzen erstellen

Das Führungsgremium des "Forums Flughafen und Region (FFR)" hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass man ein Konzept für eine Lärmobergrenze erarbeiten will. Das FFR-Konzept soll auf den schon früher (und auch jetzt wieder auf der ICANA) geäußerten Ideen des FFR-Vorsitzenden Prof. Wörner basieren (siehe Eintrag vom 22.02.2013). Wörners Ziel ist es, die "Entwicklung des Fluglärms von der Anzahl der Flugbewegungen zu entkoppeln" und so trotz des Lärmdeckels (der auf den prognostizierten 700000 Flugbewegungen beruhen soll, nicht auf dem heutigen Zustand) weiteres Wachstum bei der Zahl der Flugbewegungen zu ermöglichen. Im Klartext: einzelne Flüge werden leiser und/oder der Lärm wird verteilt, dadurch können mehr Flüge stattfinden, ohne dass die Lärmobergrenze verletzt wird. In der Pressemitteilung hat die Redaktion des DFLD einige treffende Anmerkungen zu den Plänen gemacht, denen nichts hinzuzufügen ist. In den Aussagen zu einem möglichen Kompromiss bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen beim Thema Fluglärm war etwa zur gleichen Zeit eine Lärmobergrenze ins Gespräch gebracht worden.

Nachtrag: Vortrag von Wörner mit dem Titel "Entkopplung von Wachstum und Belästigung, Frankfurter Lärmindex und Lärmobergrenze", gehalten beim parlamentarischen Abend von ADF und BVF am 16.12.13.

21.11.2013: Fluglärmkommission stellt Forderungen an Bundesregierung

Auf der 223. Sitzung der Fluglärmkommission wurde ein Papier der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommission (ADF) mit Forderungen an die neue Bundesregierung vorgestellt. In dem Papier geht es unter anderem um die Festlegung von Lärmobergrenzen (sog. "dynamisierte Lärmobergrenzen", Start wahrscheinlich mit dem Ist-Wert, geringe Absenkung mit der Zeit), um den aktiven Schallschutz und um die Mitwirkung der Betroffenen bei der Festlegung von Flugrouten. Die Ideen aus dem Papier und die vorgeschlagenen Lösungen dürften maßgeblich aus Frankfurt stammen. Die kommunalen Mitglieder begrüßten das Papier. Bürgerinitiativen dürften einige Punkte nicht weit genug gehen. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission zur Sitzung. In den Sitzungsunterlagen finden sich noch weitere interessante Themen. Das Forderungspapier kann man HIER direkt zugreifen.

20.11.2013: Klage von Egelsbach gegen südlichen Gegenanflug abgelehnt

Der VGH Kassel hat auch Klage der Gemeinde Egelsbach gegen die Flugrouten abgelehnt. Egelsbach hatte gegen den südlichen Gegenanflug geklagt und dabei geltend gemacht, die Verlegung des Gegenanflugs sei im Planverfahren nicht Thema gewesen. Die Begründung des Gerichts ist ähnlich wie bei den anderen abgelehnten Klagen: Die Flugrouten dienten der sicheren Abwicklung des Flugverkehrs nach Maßgabe des Planfeststellungsbeschlusses. Danach könne die DFS die Flugrouten so festlegen, wie es für Sicherheit und Kapazitätsanforderungen am zweckmäßigsten sei (solange sie bei der Abwägung der Lärmbelange keine gravierenden Fehler macht). Unzumutbarer Fluglärm sei in Egelsbach nicht gegeben, meinen die Richter, auch der zusätzliche Fluglärm vom Flugplatz Egelsbach zählt nicht, weil Lärmquellen nicht aufaddiert werden. Zur Erinnerung: die Südumfliegung wurde nur deshalb vom Gericht verworfen, weil die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehene Kapazität mit der Route eben nicht erreicht werden kann, nicht wegen des Fluglärms. Den Bürgern wird nach Genehmigung des Ausbaus in keinem Fall mehr ein Mitspracherecht zugestanden. Selbst bei unzumutbarem Fluglärm ist eine Flugroute nicht rechtswidrig, wenn es nach Meinung der DFS "nicht anders geht". Es wird Zeit, dass dies gesetzmäßig geändert wird. Genaueres zum Urteil in der  Pressemitteilung des VGH Kassel.

* Wichtig * 15.11.2013: Neue Fluglärminformationen bei Fraport im Internet

Fraport hat seine Internetseiten zum Thema Fluglärm/Flugrouten/Flugverfahren neu gestaltet. Insbesondere ist eine interaktive Karte hinzugekommen, auf der z.B. Flugrouten, Lärmmess-Stationen oder auch Lärmschutzbereiche und Lärmkonturen einzeln oder zusammen eingeblendet werden können. Beim Klick auf entsprechende Objekte werden die Daten dazu (z.B. Messwerte) angezeigt. Das ist praktisch, weil man die Daten so nicht mehr von anderen Seiten zusammensuchen muss. Die Karte findet man unter framap.fraport.de. Dazu gibt es eine Pressemeldung von Fraport. Hinweis: mit dem neuen Internetexplorer 11 kann es bei framap Probleme geben, andere Browser funktionierten.

31.10.2013: ICANA Konferenz zum aktiven Schallschutz

Die zweite vom Forum Flughafen und Region (FFR) ausgerichtete ICANA Konferenz zum aktiven Schallschutz ("International Conference on Active Noise Abatement") hat am Frankfurter Flughafen stattgefunden. Der Vorstand des FFR stellte die "Frankfurter Erklärung" vor, ein Positionspapier, in dem die weitere Strategie des FFR zur Verringerung des Fluglärms mittels aktivem Schallschutz vorgestellt wird. Das FFR sieht die am Frankfurter Flughafen schon umgesetzten oder geplanten Maßnahmen auch international als richtungsweisend an. Mehr in unserem  Bericht.

31.10.2013: Steile Anflüge bringen Lärmminderung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) had die vor einem Monat durchgeführten Tests für steilere Anflüge auf den Frankfurter Flughafen (4,49 Grad statt 3 Grad) ausgewertet und jetzt die Ergebnisse bekannt gegeben. Dabei gab es ab 10 km Entfernung von der Landebahn weniger Lärm als bei normalen Anflügen, in größerer Entfernung sogar deutlich weniger Lärm: an einem 33 km vom Flughafen entfernten Messpunkt wurden 6 Dezibel weniger gemessen. Am Flughafen Hannover soll der Steilanflug über längere Zeit getestet werden. Mehr in der Pressemitteilung der DLR. Bei dem schon praktizierten Anflugwinkel von 3,2 Grad (statt normal 3 Grad) bei Anflügen auf die Landebahn NOrdwest lassen sich nur geringe Lärmentlastungen erreichen. Der Lärm sei an den Mess-Stationen um 0,5 bis maximal 1,2 db(A) zurückgegangen, gab die DLR bekannt. So werden in Flörsheim etwa 15 Meter Höhe gewonnen, in Offenbach 60 m.

29.10.2013: Lufthansa will leisere Flugzeuge anschaffen

Die Lufthansa wird 157 Flugzeuge der A320-Familie umrüsten, um sie leiser zu machen. Die Flugzeuge sollen mit Wirbelgeneratoren ausgerüstet werden, die die Entstehung störender Geräusche mindern. Dadurch soll der Lärmpegel um bis zu 2 Dezibel gesenkt werden. Die Umrüstung soll 2014 beginnen. Die 25 bestellten neuen Flugzeuge vom Typ A350 sollen bis zu 30% weniger Lärm machen und ein Viertel weniger Treibstoff verbrauchen sollen als die bisherigen Modelle. Bis 2025 will Lufthansa 36 Milliarden Euro in 295 neue Flugzeuge investieren, die mit lärmärmerer Technologie ausgestattet sind. Für Lufthansa lohnt sich das offenbar, weil neben dem Treibstoff auch bei den lärmabhängigen Start- und Landegebühren in Frankfurt viel Geld gespart werden kann. Mehr in der Pressemitteilung der Lufthansa und in einem Artikel in der Offenbach-Post.

18.10.2013: DFS kündigt weitere Maßnahmen zum aktiven Schallschutz an

Die DFS hat angekündigt, ab Donnerstag, den 17. Oktober 2013 zwei weitere Maßnahmen zum aktiven Schallschutz umzusetzen. In verkehrsschwachen Zeiten soll die Eindrehhöhe (beim Eindrehen auf den Endanflug) angehoben werden, was die Eindrehbereiche weiter nach außen verschiebt. Außerdem soll bei Abflügen in Richtung Westen erst ab einem Punkt nördlich von Nierstein von der Abflugroute abgedreht werden. Die Maßnahmen wurden von der Expertengruppe beim Forum Flughafen und Region ausgearbeitet und von der Fluglärmkommission empfohlen. Siehe auch Pressemitteilung der DFS.

18.10.2013: Bauarbeiten für Anlage zur satellitengestützte Navigation beginnen

In dieser Woche soll mit dem Bau der Anlage zur Unterstützung des satellitengestützten Anflugs (GBAS, "Ground Based Augmentation System" am Flughafen. Damit können zum Beispiel gekurvte Landeanflüge realisiert werden und ein Anfluggleitwinekl von 3,2 Grad auf allen Landebahnen geflogen werden. Fraport und DFS versprechen sich Effizienzsteigerung und Möglichkeiten zum aktiven Lärmschutz (siehe Pressemitteilung von Fraport). Das GBAS soll 2014 in Betrieb gehen. Weitere Details zum Verfahren findet man in einer Pressemitteilung der DFS über die Ankündigung.

05.10.2013: Tests für steileren Landeanflug erfolgreich durchgeführt

Die vor kurzem angekündigten Tests für einen steileren Landeanflug (siehe Eintrag vom 17.09.2013) haben heute stattgefunden, mit großem Interesse der Medien. Die Landebahn wurde mehrfach mit einer Boeing 767 mit einem Winkel von 4,5 Grad (statt normal 3 Grad) angeflogen und es wurden Lärmmessungen durchgeführt. Die Verantwortlichen sprachen von einem Erfolg, die Piloten hatten offenbar keine Probleme. Erste Betrachtung der Messungen in 10-15 km Entfernung von der Landebahn ergaben offenbar keinen durchschlagenden Effekt, man hofft aber auf größere Lärmreduzierung weiter entfernt vom Flughafen, wo der Gewinn an Flughöhe sehr deutlich wäre (z.B. in Hanau). Nahe am Flughafen gelegenen Städten wird mit dem Verfahren nicht geholfen, die letzten 9 Kilometer werden nämlich auf dem normalen Gleitpfad zurückgelegt. Mehr: Bericht bei hr online mit Video, Video beim heute Journal, Pressemitteilung des FFR. Die Auswertung des Lärmmessungen soll etwa 4 Wochen dauern. Bis das Verfahren in den "Produktionseinsatz" gehen könnte, werden aber vermutlich noch viele Jahre vergehen. Experten der Fluglärmgegner haben wenig Hoffnung, dass der Steilanflug in Frankfurt flächendeckend genutzt werden wird. Mainzer Bürgerinitiativen betrachten die Erfolgsaussichten skeptisch, siehe zum Beispiel diese Pressemitteilung.

* Wichtig * 02.10.2013: VGH Kassel lehnt Klagen gegen Flugrouten ab

Wie sich schon bei der ersten Verhandlung abzeichnete, hat der VGH Kassel die Klage des Main-Kinzig-Kreises gegen den Horizontalanflug über dem Kinzigtal abgelehnt. Die Klage der Stadt Offenbach gegen die Anflugrouten über der Stadt wurde ebenfalls zurückgewiesen. Im Gegensatz zum Main-Kinzig-Kreis hielt das Gericht den Fluglärm in Offenbach für unzumutbar (begründet Anspruch auf passiven Schallschutz). Dies sei aber hinzunehmen, da es nicht anders ginge. Mit dem von Offenbach gewünschten segmentierten Anflug seien Kapazität und Sicherheit des planfestgestellten Betriebes nicht zu erreichen. Die Richter sahen in beiden Fällen bei der Abwägung des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung keine Versäumnisse. Eine direkte Beteiligung der Betroffenen an der endgültigen Festlegung der Flugrouten (nach dem Planfeststellungsverfahren) sei nicht vorgesehen, die Beteiligung werde über die Fluglärmkommission gewährleistet. Die Urteilsgründe für die Urteile sind aus den Pressemitteilungen des VGH ersichtlich:  Urteil Main-Kinzig-Kreis,  Urteil Offenbach. Bei hr-online findet man einen Bericht zu den Urteilen mit weiteren Links.

Die Kläger äußerten sich enttäuscht über das Urteil. Die beim möglichen Umfliegen von Offenbach ersatzweise betroffenen Kommunen sind wohl eher erleichtert (siehe Artikel in der Frankfurter Rundschau) Ein Interview mit der IG Fluglärm zur Lage in Hanau und dem Main-Kinzig-Kreis gibt es in der Frankfurter Rundschau.

Die Begründungen des VGH Kassel zeigen, dass dringend die gesetzliche Grundlage für die Festlegung von Flugrouten geändert werden muss, um die Betroffenen zu beteiligen und besser zu schützen. Die Bürgerinitiativen befürchten, dass nach den Urteilen bei der Planung von Flugrouten nur noch Sicherheit und Kapazität eine Rolle spielen und der Lärmschutz noch weniger berücksichtigt wird als bisher schon (siehe Pressemitteilung des BBI.) Berthold Fuld (Bundesvereinigung gegen Fluglärm) hat in seiner Rede auf der Montagsdemo am 7. Oktober Das Urteil und seine Hintergründe erläutert.

01.10.2013: BUND fordert Prüfung des Planfeststellungsbeschlusses

Der BUND sieht einen dringenden Prüfungsbedarf, ob und wie weit der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Frankfurter Flughafens heute noch Bestandskraft hat. Gründe für die Zweifel sind unter anderem das Urteil des VGH Kassel über die fehlerhafte Planung der Südumfliegung, das nicht rechtzeitig erkannte Problem mit Wirbelschleppen und die bisher nicht entstandenen versprochenen Arbeitsplätze. Näheres und Link zum Thesenpapier in der  Pressemitteilung des BUND.

24.09.2013: VGH Kassel verhandelt Klage des Main-Kinzig-Kreises

Der VGH Kassel hat über die Klage des Main-Kinzig-Kreises gegen das Anflugverfahren über dem Kinzigtal verhandelt, will das Urteil aber erst am 1. Oktober verkünden. Die Lärmbelastung im Main-Kinzig-Kreis hat sich nach Eröffnung der neuen Landebahn deutlich erhöht, weil schon in großer Entfernung vom Flughafen (50-70 km) mit einem langen Horizontalflug in 1200-1500 Meter Höhe begonnen wird; das sind 300 weniger als vorher. Der Main-Kinzig-Kreis hat ein Gutachten zu alternativen Anflugverfahren vorgelegt (siehe Eintrag vom 27.01.2012) und fordert entweder die Rückkehr zur alten Flughöhe oder besser den durchgängigen Einsatz des kontinuierlichen Sinkflugs (CDA). Die DFS hält das CDA-verfahren nur in betriebsarmen Zeiten für möglich.

Die Chancen, dass die Klage Erfolg haben wird, sind nach den ersten Anzeichen eher schlecht: die Richter halten das jetzige Anflugverfahren für sachlich gerechtfertigt und damit auch die Lärmbelastung. Rechtsanwalt Möller-Meinecke, der den Main-Kinzig-Kreis vertritt, forderte das Verfahren auszusetzen und dem Bundesverfassungsgericht vorzulegen, weil es grundgesetzwidrig sei, dass die Betroffenen zu der Flugroutenänderung nicht angehört wurden. Zudem bietet nach Ansicht der Kläger das Fluglärmgesetz nicht genügend Schutz vor Gesundheitsschäden durch Fluglärm. Einen Bericht zur Verhandlung findet man bei hr online oder z.B. bei der Frankfurter Rundschau.

17.09.2013: Test für steilen Landeanflug im Oktober

Die Flugsicherung testet am Nachmittag des 4. Oktober Landeanflüge auf den Flughafen Frankfurt mit 4,5 Grad. Eine Boeing 767-300 soll mehrere Landeanflüge mit diesem Winkel durchführen. Dabei sollen Lärmmessungen durchgeführt werden. Eine Erhöhung des Anflugwinkels auf 4,5 Grad könnte in weiter vom Flughafen entfernter gelegenen Gebieten deutliche Entlastung bringen, in Mainz würde z.B. bis zu 500 Meter Höhe gewonnen. Der Steilanflug ist ein Forschungsprojekt. Ob er (auch bei günstigen Lärmergebnissen) überhaupt in Produktion gehen könnte, ist unklar, denn Fraport sieht Sicherheitsrisiken. Für einen Anflugwinkel von 3,2 Grad läuft derzeit auf der Nordwestbahn ein Testbetrieb, der offenbar wenig Probleme macht, aber wohl auch keinen durchschlagenden Effekt beim Lärm hat. Weitere Details im Wiesbadener Tagblatt.

11.09.2013: Fluglärmkommission diskutiert auf 222. Sitzung über Südumfliegung

Die Fluglärmkommission hat auf der heutigen Sitzung über das Urteil des VGH Kassel zur Südumfliegung diskutiert. Konkrete Aussagen gab es nicht, es soll erst die Urteilsbegründung abgewartet werden. Der Vorsitzende der Kommission Jühe befürchtet, dass durch das Urteil das Thema Lärmbetroffenheit in Zukunft nur noch nachrangig im Verfahren behandelt werden könnte, und forderte dazu auf, gegen das Urteil in Revision zu gehen. Weiterhin wurde über Tests von Anflugverfahren mit erhöhtem Gleitwinkel, die Erhöhung der Eindrehvorgänge auf 5000 Fuss auch im Süden und die Führung der Südosttransition gesprochen. Außerdem wurde eine Untersuchung vorgestellt, nach der die Lärmbelastung durch die Betriebsrichtung Ost größer ist als durch die Betriebsrichtung West (immer nach den FFR-Kriterien gerechnet) ist; dies hat Auswirkungen auf die Diskussion über die Rückenwindkomponente, die noch nicht entschieden ist. Mehr in der  Pressemitteilung der Fluglärmkommission, dort findet man auch den Link zum Sitzungsmaterial.

Die DFS verteidigte die Südumfliegung. Man habe auf Vorschlag der Fluglärmkommission mit Absicht dem Lärmschutz Priorität vor der Kapazität eingeräumt, um flughafennahe Kommunen zu entlasten, meinte DFS-Chef Scheurle gegenüber dem Darmstädter Echo. Nun hätten einige weiter entfernte Kommunen die Solidarität aufgekündigt und geklagt. Bis zur Rechtskräftigkeit des Urteils werde die Südumfliegung weiter benutzt, sie sei absolut sicher. Die etwas verringerte Kapazität spiele derzeit sowieso keine Rolle. Mehr im Artikel im echo online.

* Wichtig * 06.09.2013: KAG fordert Lärmobergrenzen

Die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen Frankfurt/Main (KAG) hat rechtzeitig vor der Wahl die politisch Verantwortlichen aufgefordert, wirksam gegen die Fluglärmbelastung in der Region vorzugehen. In einem Positionspapier werden 5 Forderungen genannt. Dazu gehören Lärmobergrenzen, Prüfung der Luftverkehrsprognose in Hinblick auf Terminal 3, Ausweitung des Nachtflugverbotes, eine Ausweitung der Mittel des Regionalfonds und Bürgerbeteiligung bei der Festlegung von Flugrouten. Erstmals wird in dem Papier nicht nur allgemein von Lärmobergrenzen gesprochen, sondern deutlich gesagt, dass die Zahl der Flugbewegungen auf einen Wert unterhalb des jetzigen gedeckelt werden soll, damit der Lärm wirklich gemindert und nicht nur umverteilt wird. Terminal 3 wird von der KAG als nicht nötig angesehen. Der Inhalt des Papiers ist bemerkenswert, da in der KAG ein größerer Kreis von Kommunen vertreten ist und nicht nur die harten Ausbaugegner. Mehr in der  Pressemitteilung der KAG oder direkt im Positionspapier.

06.09.2013: Video "DFS unfähig oder unredlich?

Die BI Bayerischer Untermain "Ein Himmel ohne Höllenlärm" hat ein Video von James Beaulieu mit dem Titel "DFS unfähig oder unredlich?" auf Youtube eingestellt. Der Film geht der Frage nach, warum die DFS leisere Anflugverfahren wie das CDA-Verfahren nicht anwendet, obwohl es in London auch geht. Sehr interessant und gut auch für Laien gutverständlich, ansehen!

* Wichtig * 04.09.2013: VGH Kassel kippt Südumfliegung

Der VGH Kassel hat gestern über die Klagen einiger Kommunen und Privatpersonen gegen die Südumfliegung verhandelt - und hat völlig überraschend für die Kläger entschieden und die Südumfliegung für rechtswidrig erklärt. Die Richter sehen den in der Planung angestrebten unabhängigen Parallelbetrieb, der für die Erreichung der geplanten Kapazität nötig ist, mit der Südumfliegung nicht als erreichbar an. Damit ist die erhebliche Fluglärmbelastung für die Kläger auch nicht mehr zu rechtfertigen, die Abwägung ist fehlerhaft und rechtswidrig.

Die Reaktionen sind je nach Standort unterschiedlich. Während sich die erfolgreichen Kläger freuen und entschlossene Ausbaugegner den Planfeststellungsbeschluss überprüfen und die neue Landebahn schließen wollen, verteidigt die Fluglärmkommission die von ihr ausgetüftelte Route. Andere Akteure halten sich mit klaren Aussagen zurück, wohl wissend, dass eine erneute Umverteilung der Fluglärmbelastung durch Änderung der Flugrouten zu noch mehr Problemen führen könnte.

Revision gegen das Urteil ist wie üblich nicht zugelassen, dagegen kann aber Beschwerde eingelegt werden, was das unterlegenen Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung wohl auch tun wird. Bis das Urteil rechtskräftig ist, kann die Südumfliegung weiter genutzt werden.

Mehr zum Urteil Südumfliegung und den Reaktionen in einem  Sonderbericht.

02.09.2013: Fluglärm in Hanau verlagert

Die Stadt Hanau hat bei einer Informationsveranstaltung die Ergebnisse eines von ihr in Auftrag gegebenen Fluglärmgutachtens den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Danach hat sich nach Inbetriebnahme der Nordwestbahn der Fluglärm in Hanau verlagert. Während es in Steinheim etwas ruhiger geworden ist, wurde es in der Innenstadt und in Kesselstadt Lauter. Der Dauerschallpegel ist aber nicht hoch genug, um in eine Schutzzone nach dem Fluglärmgesetz eingestuft zu werden. Das Nachtflugverbot wirkt sich positiv aus, die Grenze von im Mittel sechs Überflügen mit 68 db(A) in der Nacht (22-6 Uhr) wurde jedoch überschritten. Die Nachtrandstunden sind oft lauter als der Tag. Mehr in der Offenbach-Post.

23.08.2013: Erhöhte Krebsrate in Eddersheim - woran liegt es?

Der Eddersheimer Arzt Dr. Barthenheier untersucht seit einem Jahr die Todesfälle in seiner Heimatstadt und hat dabei eine beunruhigende Entdeckung gemacht: mehr als die Hälfte der Verstorbenen hatte Krebs, dass ist mehr als doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt. Man fragt sich nun, woran das liegen könnte. So könnte die starke Belastung der Stadt durch Fluglärm und vor allem durch Luftschadstoffe eine Rolle spielen. Um die Ursachen weiter einzugrenzen, benötigt man mehr Daten und Vergleichswerte. Barthenheier sucht deshalb jetzt Mitstreiter aus anderen Kommunen. Offizielle Quellen, wie z.B. das Krebsregister, geben die nötigen Informationen offenbar nicht her oder sind für "Hobbywissenschaftler" nicht zugänglich. Mehr in einem Artikel in der Artikel der FNP. Die BFU Eddersheim forderte die HLUG auf, die Ergebnisse der Schadstoffmessungen Eddersheim/Flörsheim offenzulegen (siehe Pressemitteilung der BFU Eddersheim).

22.07.2013: Flörsheimer Rentner zeigt Fraport-Chef an

Ein Flörsheimer Bürger hat Fraport-Chef Schulte verklagt, ist heute bei Spiegel online zu lesen. Der Vorwurf lautet auf Körperverletzung durch den Fluglärm und Luftverunreinigung. Der 71-jährige Rentner führt seine Herz-Kreislauf-Krankheit auf den Fluglärm zurück. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Vorwürfe. Ähnliche Anzeigen haben schon andere versucht und sind bisher damit gescheitert, es wurde kein Verfahren eröffnet. Vielleicht ist es dieses Mal ja anders, es kommen ja immer mehr Beweise für Gesundheitsschäden durch Fluglärm hinzu (siehe voriger Eintrag).

* Wichtig * 03.07.2013: Neue Gesundheitstudie: Fluglärm schädigt die Gefäße

Eine heute vorgestellte neue Studie der Universitätsmedizin Mainz beweist ein weiteres Mal die schädlichen Wirkungen von nächtlichem Fluglärm auf das Herz-Kreislauf-System. Die Studie liefert dabei das erste Mal ganz konkrete Hinweise auf die Mechanismen, durch die der Schaden entsteht: in gleicher Weise wie die Fluggeräusche zunehmen, nimmt die Erweiterungsfähigkeit der Arterien (Endothelfunktion) ab und es entwickelt sich eine sogenannte "endotheliale Dysfunktion". Besonders beunruhigend ist, dass die Wirkung bei jungen, gesunden Testpersonen auftrat - wie mag die Wirkung bei Menschen sein, die gesundheitlich schon angeschlagen sind. Die Stadt Mainz forderte die Politik zu unmittelbaren Konsequenzen auf. Die Grünen forderten eine Ausweitung der Nachtflugverbots.

Ebenfalls am 3.7. wurde auf einem Informationsabend des Forums Flughafen und Region der Zwischenstand der von der Landesregierung beauftragten Gesundheitsstudie NORAH vorgestellt. Es gab es aber noch keine Ergebnisse. Mehr dazu   HIER.

26.06.2013: 221. Sitzung der Fluglärmkommission

Die Fluglärmkommission hat sich in ihrer 221. Sitzung mit Anträgen der DFS befasst. Die DFS möchte zur Vermeidung von "Staus" in den Nachtrandstunden (und den daraus resultierenden Problemen bei der Einhaltung des Nachtflugverbotes) von 21:30-23:00 bis zu 10 Starts von der Startbahn West auf die bisherige Nordwestabflugstrecke verlagern (eine Präsentation zum Thema findet man hier).

Die Fluglärmkommission möchte dies mehrheitlich nicht mittragen, sondern fordert eine Verminderung der Anzahl der Flüge in den Nachtrandzeiten. Weiterhin wurde über die Bemühungen der DFS gesprochen, die "Südumfliegung" wieder für den unabhängigen Betrieb freigeben zu können. Die Kommission erwartet, dass das ohne Änderung an der Flugroute geht, in die man viel Arbeit investiert hat. Außerdem wurde über die geplanten Tests des Flachstartverfahrens durch Lufthansa diskutiert.

Mehr zur Sitzung findet man in der Pressemitteilung der Fluglärmkommission. Die Beratungsunterlagen zur Sitzung kann man jetzt auch auf der Homepage der Kommission einsehen. Der Antrag der BI-nahen Vertreter in der Kommission auf Öffentlichkeit der Sitzungen wurde nach Aussagen von Insidern im übrigen mit großer Mehrheit abgelehnt (also auch von Kommunalpolitikern), mögliche Gründe wurden in diesem Blog schon mehrfach angesprochen. Dass nach Jahren der Geheimhaltung jetzt aber die Unterlagen verfügbar sind, ist ein großer Fortschritt und bringt wesentlich mehr Transparenz. Wer alles zu lesen versucht und dabei kein Experte ist, wird bald auch die Problematik sehen, die Unterlagen richtig zu bewerten. Die schönsten Präsentationen und Berechnungen beruhen oft auf nicht unumstrittenen Grundannahmen, die zur richtigen Einschätzung bekannt sein sollten.

23.06.2013: Lufthansa startet neuen Test für Flachstartverfahren

Lufthansa will ab dem 1.Juli einen insgesamt einjährigen Testbetrieb für das umstrittene "Flachstartverfahren" durchführen, und zwar für die Abflüge von der Startbahn West. Messungen und Auswertungen erfolgen im Zusammenarbeit mit dem Forum Flughafen und Region. Lufthansa rechnet im Ergebnis sogar mit einer geringen Lärmminderung (mehr in der Pressemitteilung der Lufthansa). Gemessen werden soll in Büttelborn, Worfelden, Klein-Gerau, Mörfelden-West und Mörfelden-Süd. Experten des Bündnisses der Bürgerinitiativen befürchten, dass bei der Auswahl der Messstellen genau das herauskommen könnte, was Lufthansa herausfinden will - nur Büttelborn wird direkt überflogen, zwei weitere Stationen liegen etwas seitlich der Route (hier dürfte die Auswirkung gering sein), Mörfelden liegt in dem Bereich, der von dem Verfahren sogar etwas profitieren könnte. Für technisch sehr Interessierte ist eine Präsentation von Prof. Isermann zu den Details der Startverfahren verfügbar.

Die BI Raunheim hat eine Stellungnahme zum geplanten Monitoring des Flachstartverfahrens verfasst.

18.06.2013: Entwicklung des "Frankfurter Fluglärmindex" 2007-2011 vorgestellt

Auf einer Sitzung des Konvents des Forums Flughafen und Region wurde unter anderem die Auswertung der Entwicklung der Fluglärmbelastung von 2007 bis 2001 anhand des "Frankfurter Fluglärmindexes" vorgestellt. Fazit: die Belastungen haben sich in der Summe nicht großartig geändert, aber im Einzelnen verschoben. Mehr dazu in einem Artikel in der FAZ. Beim FFR gibt es die ausführliche Präsentation zum Download. Auch wer den nicht unumstrittenen Index nicht mag, sollte hineinschauen, denn es gibt darüber hinaus interessante Informationen zum Flugbetrieb, etwa zur Entwicklung der Belegung der Flugrouten.

14.06.2013: Keine Umweltverträglichkeitsprüfung für Flugrouten

Schlechte Nachrichten von der Klage-Front: das OVG Brandenburg hat die Klagen gegen die Flugrouten über dem Müggelsee und den Wannsee (am Flughafen Berlin) abgewiesen und damit die Rechtsauffassung des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung bestätigt, dass für die Flugrouten keine Pflicht für eine Umweltverträglichkeitsprüfung besteht. Die Flugrouten waren in Berlin deutlich abweichend von den Annahmen im Planfeststellungsbeschluss festgelegt worden. Mehr in der Pressemitteilung des Gerichts.

08.06.2013: Flughafen schon an Kapazitätsgrenze?

Nach einem Bericht in der FAZ arbeitet der Flughafen Frankfurt bei Westwind trotz zurückgegangener Zahl der Flugbewegungen und neuer Landebahn an der Grenze seiner Kapazität. Grund: aus Sicherheitsgründen dürfen bei Starts die Centerbahn (die nördliche der beiden alten Landebahnen) und die Startbahn West derzeit nicht mehr unabhängig voneinander (parallel) betrieben werden, die Flugzeuge dürfen nur zeitlich versetzt starten. Grund ist, dass sich wegen der neuen Flugrouten (Südumfliegung) startende Flugzeuge von beiden Bahnen schon einmal näher gekommen sind als erwünscht. Durch den versetzten Betrieb sind nur noch 96 Flugbewegungen in der Stunde möglich, das ursprünglich mit dem Ausbau anvisierte Ziel von 126 Flugbewegungen liegt somit in weiter Ferne. Die Piloten sollen jetzt erst einmal alle geschult werden, den Sollkurs auf der Südumfliegung genauer einzuhalten, damit keine kritischen Situationen mehr auftreten.

Rechtsanwalt Baumann (siehe  Pressemitteilung) sieht mit der technischen Kapazitätsbeschränkung die Grundlagen des Planfeststellungsbeschlusses in Frage gestellt und will rechtliche Möglichkeiten prüfen. Auch der Flughafenexperte Faulenbach da Costa meint, dass offenbar das Planungsziel mit der Nordwestbahn nicht erreicht werden kann (siehe Pressemitteilung).

06.06.2013: Fraport stellt neuen Lärmschutzbericht vor

Fraport wird künftig wieder halbjährliche Lärmschutzberichte herausgeben. Man will damit "einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten". Das erste Exemplar des Berichtes wurde jetzt zum Flugplanwechsel vorgestellt. Neben der Zusammenfassung der Messdaten sind auch Erläuterungen und Artikel zu weiteren Themen rund um den Fluglärm enthalten. Mehr in der Pressemitteilung der Fraport. Nach Aussage von Fraport gab es im Winter 2012/2013 "definitiv weniger Fluglärm" als im Winter zuvor, was die Betroffenen wohl nicht so empfunden haben. Mehr hierzu z.B. bei hr online oder bei der Allgemeinen Zeitung.

Mit dem Fluglärmbericht werden die ehemaligen "Fluglärmreports" wieder aufgenommen, die bis zum Jahr 2006 erschienen und dann von der Bildfläche verschwanden (im Archiv des DFLD findet man die alten und die neuen Reports). Bei Fraport gibt es den neuen Bericht unter www.fraport.de/laermschutzbericht.

06.06.2013: Fluglärm nervt im Kreis Mainz-Bingen

Wer im Kreis Mainz-Bingen, also ein gutes Stück weg vom Frankfurter Flughafen wohnt, hat sich oft nicht träumen lassen, dass ihm einmal der Fluglärm das beschauliche Leben in der Provinz vermiesen könnte. Doch viele leiden kaum weniger als die Neu-Betroffenen näher am Flughafen. In der Allgemeinen Zeitung" berichten Betroffene von ihren Erfahrungen.

* Wichtig * 28.05.2013: Flachstartverfahren der Lufthansa vorerst gestoppt

Lufthansa hat auf die anhaltenden Proteste gegen das neue "Flachstartverfahren", das ab 1. Juni flächendeckend eingeführt werden sollte, reagiert und die Einführung in Deutschland vorerst ausgesetzt. International wird das Verfahren wie geplant ab 1. Juni zum Einsatz kommen. Wie Lufthansa bekannt gab, sollen die Ergebnisse von Tests auf die schalltechnischen Auswirkungen abgewartet werden. Dazu werden vom 1. Juni bis zum 30. September ausgewählte Flüge nach dem neuen Verfahren durchgeführt und der Fluglärm soll gemessen werden. Lufthansa geht weiterhin davon aus, dass ihr neues Verfahren insgesamt vorteilhaft ist und es nicht signifikant lauter werden wird. Mehr in der Pressemitteilung der Lufthansa.

07.05.2013: Vertrag für satellitengesteuertes Navigationssystem unterzeichnet

Der flächendeckende Einsatz von gekurvten Landeanflügen rückt näher. Die Vorstände von DFS und Fraport unterzeichneten heute einen Kooperationsvertrag zur Errichtung einer satellitengestützen Präzisionsanflughilfe ("Ground Based Augmentation System", GBAS) am Frankfurter Flughafen. Das neue System soll 2014 erstmals eingesetzt werden. Fraport verspricht sich von dem neuen System bessere Möglichkeiten für andere Anflugverfahren, z.B. den gekrümmten Landeanflug, aber auch positive Auswirkungen auf Kosten und Kapazität. Genaueres findet man in der Pressemitteilung der Fraport.

07.05.2013: Bericht des HMWVL über die Entwicklung des Fluglärms

Entsprechend dem Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau ist Fraport verpflichtet, die Entwicklung des Fluglärms regelmäßig zu untersuchen und die Ergebnisse dem HMWVL mitzuteilen. Die Daten über die 6 verkehrsreichsten Monate des Jahres 2012 sind beim HMWVL abrufbar; alle Informationen sind HIER zusammengestellt.

04.05.2013: Ärger über Verdi-Chef Bsirske

Die Gewerkschaft ver.di hatte im letzten Monat in einer gemeinsamen Erklärung mit der Luftverkehrswirtschaft "mehr Engagement für den Luftfahrtstandort Deutschland" gefordert (Details dazu HIER). Unter anderem wird in der Erklärung ein Verzicht auf die Luftverkehrssteuer und weitere Nachtflugbeschränkungen gefordert. Die Gewerkschaft hat als Mitunterzeichner der Erklärung mit diesen Forderungen viele vom Fluglärm Betroffene in Rhein-Main und anderswo verärgert. Einige Gewerkschaftsmitglieder haben sogar mit Austritt aus der Gewerkschaft gedroht. Einen Überblick über Positionen und Reaktionen bei ver.di gibt es in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau.

02.05.2013: Fernsehtipp zum Lärm

Eine Sendung mit interessanten Beiträgen zum Thema Lärm (nicht nur Verkehrslärm) und seiner Wirkung auf den Menschen gab es heute bei "swr Odysso". Die Beiträge sind als Video einzeln beim swr abrufbar: Lärm - der alltägliche Wahnsinn beim SWR.

30.04.2013: Lufthansa führt umstrittenes "Flachstartverfahren" ein

Lufthansa hat angekündigt, das "Flachstartverfahren", dass sie schon einmal im Februar kurz getestet hatte, jetzt ab 1. Juni überall einzuführen. Im Februar waren die Tests nach Protesten der Bürgerinitiativen schnell wieder eingestellt worden. Bei dem neuen Verfahren wird in flacherem Winkel gestartet. Schon ab 1000 Fuß (vorher 1500 Fuß) wird die Triebwerksleistung mehr zur Beschleunigung statt zum Steigen genutzt. Wenn die Flugzeuge langsamer steigen, wird es unter der Flugroute lauter. Lufthansa will mit dem Verfahren Kerosin sparen. Mehr Details z.B. in der Allgemeinen Zeitung. Das Bündnis der Bürgerinitiativen und andere Betroffene protestieren heftig. Schließlich beteiligt sich Lufthansa an der "Allianz für Lärmschutz" und hat versprochen, dafür zu sorgen, dass es leiser wird: was sie jetzt macht, ist das Gegenteil. Für besseren Lärmschutz wird eher ein Steilstartverfahren gefordert. Die Fluglärmkommission wurde offenbar nicht gefragt. Mehr:

25.04.2013: Gericht verordnet besseren Schallschutz in Berlin

Der Berliner Flughafen wird noch teurer: das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden, dass der Flughafen die Schallschutz-Vorgaben aus dem Planfeststellungsbeschluss nicht korrekt umgesetzt hat und nachbessern muss. Mehr z.B. in der Frankfurter Rundschau oder in der Berliner Zeitung.

24.04.2013: ZRM beschließt Lärmminderungskonzept

Die Initiative "Zukunft Rhein-Main" hat sich auf Konzept zur Verbesserung des Schutzes vor Fluglärm geeinigt. Gefordert wird vor allem:
- Wirksamer Schutz vor den Auswirkungen des Fluglärms durch Änderungen des Luftverkehrsgesetzes und des Fluglärmgesetzes,
- ein Nachtflugverbot von 22-6 Uhr,
- jährliche Reduzierung des Fluglärmpegels in den betroffenen Kommunen um mindestens 0,4 dB(A) pro Jahr und
- die Bereitstellung entsprechender Daten zum Flugbetrieb und Fluglärm für die Kommunen.

Der Forderungskatalog stellt einen Minimalkonsens aller Mitglieder dar (einige haben noch weiter gehende Forderungen). Die ZRM betont, dass die kommunale Gemeinschaft sich nicht durch Lärmverteilungsmaßnahmen spalten lassen will. Forderungen einzelner Kommunen nach Entlastung auf Kosten anderer werden abgelehnt. Mehr in der  Pressemitteilung der ZRM.

* Wichtig * 24.04.2013: Fluglärmkommission jetzt im Internet

Die Fluglärmkommission hat (wie vor einigen Monaten versprochen) ihre neue Internetpräsenz in Betrieb genommen. Dort findet sich vor allem Material zu den Sitzungen der Kommission (soweit wir es beurteilen können, alles bis auf die eigentlichen Protokolle). Eine großer Schritt vorwärts auf dem Weg zu mehr Transparenz über die Arbeit dieses wichtigen Gremiums. Siehe auch  HIER.

18.04.2013: VGH Kassel lehnt Klagen gegen nördlichen Gegenanflug ab

Der VGH Kassel hat die Klagen der Städte Bad Soden, Kelkheim, Schwalbach, Eschborn, Liederbach am Taunus und der Gemeinde Sulzbach gegen die Änderung des nördlichen Gegenanflugs Anfang des Jahres 2011 abgewiesen. Die Gemeinden hatten Beeinträchtigungen von kommunalen Einrichtungen durch Fluglärm und drohende Einschränkungen bei der Ausweisung von Baugebieten geltend gemacht. Das Gericht wies darauf hin, dass die Flugrouten der sicheren und flüssigen Abwicklung des Flugverkehrs mit der im Planfeststellungsverfahren festgelegten Kapazität dienten, das Fachplanungsrecht finde hier nur eingeschränkt Anwendung. Die Lärmbelange müssten zwar abgewogen werden, seien aber nicht ausschlaggebend. Da beim nördlichen Gegenanflug die Lärmbelastung nicht unzumutbar sei, genüge ein sachlich nachvollziehbarer Grund (den die DFS geliefert hat) für die Änderung der Flugroute. Mehr in der  Pressemitteilung des VGH Kassel zum Urteil, den Text des Urteil findet man HIER.

26.03.2013: Artikel über neuen DFS-Chef in der FAZ

Der neue Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS) Klaus-Dieter Scheurle wird in einem Artikel in der FAZ ausführlich vorgestellt. "Wir holen das meiste an Lärmschutz heraus", meint Scheurle in der Überschrift. Hoffen wir es!

25.03.2013: Obertshausen will in die Fluglärmkommission

In Obertshausen ärgert man sich, dass die Stadt keinen Sitz in der Fluglärmkommission bekommt. Im letzten Herbst war ein entsprechender Antrag der Stadt vom Ministerium abgelehnt worden, mit dem Argument, dass die Kommission schon zu groß sei. Bürgermeister Roth kritisiert dass inzwischen aber zwei neue Mitglieder aufgenommen worden seien, die auch nicht mehr betroffen sind als Obertshausen. Die Stadt hat deshalb beim Ministerium eine erneute Prüfung gefordert. Die neue BI in Obertshausen weist darauf hin, dass die Stadt immer noch von der Ausweitung des "segmentierten Anflugs" bedroht ist. Mehr in einem Artikel in der Offenbach Post, dessen Lektüre Spass macht.

23.03.2013: Fluglärm im Frankfurter Norden

Mit seinen Äußerungen im hr, dass die Landesregierung durch ihre Maßnahmen den Fluglärm im Griff hat oder bald in den Griff bekommen wird, hat Ministerpräsident Bouffier viele fluglärmgeschädigte Bürger geärgert. Zum Beispiel mit der Aussage, dass man im Frankfurter Norden eine Sitution hergestellt habe, dass man den Fluglärm dort gar nicht mehr messen könne. Die BI Frankfurt-Nord gegen Fluglärm kann das gar nicht bestätigen und hat dem Ministerpräsidenten einen offenen Brief mit Fragen und Kritik geschickt, den Sie HIER nachlesen können. Auch die BI Sachsenhausen fühlt sich provoziert und stellt in einem weiteren Offenen Brief fest, dass es in Sachsenhausen sogar lauter geworden sei.

28.02.2013: Schulte: Geld aus Luftverkehrssteuer für leisere Flugzeuge verwenden

Fraport-Chef Schulte äußert wieder einmal gute Ideen. Diesmal: Wenn man die Luftverkehrssteuer wieder abschaffen würde, könnte man die Fluggesellschaften verpflichten, das gesparte Geld in die Entwicklung leiserer Flugzeuge zu stecken. Danach verwies Schulte auf die großen Anstrengungen von Fraport zur Reduzierung des Fluglärms und lobte die "Allianz für Lärmschutz" und das Forum Flughafen und Region. Zitat ( aus der FNP entnommen): Er sei immer wieder beeindruckt, "mit welch hoher Sachkompetenz man versuche, einen Ausgleich zu finden". Die Bundesregierung verkündete das Ziel, den Fluglärm bis 2020 um 20% zu senken. Den ganzen Artikel in der FNP finden Sie HIER.

22.02.2013: Wörner für Lärmobergrenzen

Prof. Wörner (Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, einer der 3 Vorstände des "Forums Flughafen und Region und ehemaliger Leiter des RDF) hat sich nach langer Zeit wieder zu Wort gemeldet und die Festlegung von Lärmobergrenzen am Frankfurter Flughafen gefordert. Wörner meint dazu, es könne dadurch leiser werden, auch wenn mehr geflogen werde. Eine Begrenzung der Flugbewegungen bringe dagegen nichts, weil sie nichts über die Lautsärke der Flugzeuge sage. Wir zitieren aus dem Artikel in der Frankfurter Rundschau: "Die Menschen stört nicht, dass ein Flugzeug fliegt, sondern sie stört der Lärm."

Genauere Informationen über die Äußerungen Wörners findet man bei hr online. Sie lassen Rückschlüsse auf die aktuell beim FFR verfolgte Linie zu. So soll der "Deckel" auf dem Fluglärm entsprechend der 700000 Flugbewegungen (für 2020) aus dem Planfeststellungsbeschluss bemessen werden, die Zahl der Hochbelasteten ist zu begrenzen. Durch leisere Flugzeuge könne nach 2020 dann auch noch mehr geflogen werden. Aufschlussreich!

20.02.2013: Fluglärmkommission legt Forderungskatalog vor / Südumfliegung bleibt

Die Fluglärmkommission hat ein 10-Punkte-Programm zum besseren Schutz vor Fluglärm vorgelegt. Es zielt auf die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Fluglärmschutz und richtet sich an Politiker und politische Parteien. Die Chancen Einfluss zu nehmen seien im "Wahljahr" 2013 gut. Kernpunkte des Programms sind Forderungen nach einer gesetzlich fixierten Priorität von aktivem Schallschutz gegenüber passivem Schallschutz und der Einführung von Lärmobergrenzen. Dir Forderung nach einem Nachtflugverbot von 22-6 Uhr ist nicht enthalten. Begeisterungsstürme der Fluglärmbetroffenen zu dem vorgelegten Forderungskatalog blieben bisher aus. Mehr dazu in unserem  detaillierten Bericht, hier gibt es auch den kompletten Text.

Als zweiten Punkt diskutierte die Fluglärmkommission abschließend über die Südumfliegung. Der Antrag aus Mainz, die Südumfliegung zu verändern, wurde abgelehnt, weil die jetzige Route die günstigste Variante sei. Gleichzeitig wurden auf der Internetseite des Umwelthauses (beim FFR) Informationen zur Südumfliegung veröffentlicht.

15.02.2013: Pläne für Außenwohnbereichs-Entschädigung vorgelegt

Nach dem Fluglärmgesetz haben Eigentümer von Immobilien unter bestimmten Umständen einen Entschädigungsanspruch für den Wertverlust ihrer Immobile durch Fluglärm. Die Bundesregierung hat jetzt einen Entwurf zu den Entschädigungen für die Beeinträchtigung der Nutzung des Außenwohnbereichs (Garten, Balkon, Terrasse) vorgelegt (es gibt Entschädigungen, da passiver Schallschutz ja im Freien nicht möglich ist). Die vorgesehenen Werte werden die Betroffenen kaum erfreuen: für ein Einfamilienhaus in der Tagschutzzone 1 gibt es mindestens 1,48% des Verkehrswertes oder 3700 Euro pauschal. Mehr dazu bei Rechtsanwalt Möller-Meinecke, dort findet man auch den Text des Entwurfes. Noch ist der Entwurf nicht endgültig abgestimmt, es wird um Stellungnahmen gebeten, so dass er vielleicht noch verbessert werden kann. Schließlich muss der Bundesrat der Verordnung zustimmen, wo die Bundesregierung zur Zeit keine Mehrheit mehr hat.

13.02.2013: Lufthansa stoppt Tests für neues Startverfahren

Nach den Protesten der Bürgerinitiativen hat Lufthansa das seit Anfang des Monats praktizierte "Flachstartverfahren" eingestellt, wie man einem Artikel in der Allgemeinen Zeitung entnehmen kann. Man habe den "Probetrieb weltweit ausgesetzt", um weitere Erkenntnisse daraus abzuwerten, teilte Lufthansa der Zeitung mit. Der wahre Grund dürfte der unmissverständliche Hinweis der Bürgerinitiativen gewesen sein, dass ein solches Verfahren nach dem Luftfahrthandbuch nicht zulässig ist, weil es vermeidbaren Lärm erzeugt. Auch ein freundlicher Hinweis aus der Politik könnte zur Aussetzung des Verfahrens beigetragen haben, weil die Landesregierung im Wahljahr weitere Aufregung um den Fluglärm gar nicht gebrauchen kann. Die Angelegenheit wäre ein gefundenes Fressen für die Opposition.

08.02.2013: Lufthansa testet neues Startverfahren

Wie einem Artikel in Allgemeinen Zeitung zu entnehmen ist, testet Lufthansa seit dem 1. Februar ein neues Startverfahren, bei dem flacher gestartet wird. So wurde bis jetzt bis 1500 Fuß Höhe stärker gestiegen, dann stärker beschleunigt. Nun soll bereits ab 1000 Fuß weniger gestiegen und mehr beschleunigt werden. Durch das Verfahren will Lufthansa 3000 Tonnen Kerosin (und damit entsprechende Kosten) sparen. Das Verfahren ist in etwa das Gegenteil von einer Variante des Steilstartverfahrens ("langsamer fliegen, stärker steigen"), das beim FFR ebenfalls getestet wird und offenbar bei der Lärmbetrachtung bis jetzt keine durchschlagenden Erfolge gezeigt hat. Laut Aussagen in der AZ hat Condor das Verfahren schon im letzten Jahr eingesetzt und eine Untersuchung beim "Expertengremium Aktiver Schallschutz" des FFR in Auftrag gegeben. Es ist daher anzunehmen, dass das Expertengremium über den Testbetrieb informiert war. Die Fluglärmkommission wurde dagegen nicht befragt.

Das  Bündnis der Bürgerinitiativen ist empört über das neue Startverfahren. Man kritisiert, dass Lufthansa wegen einer relativ geringen Kostenersparnis beim Kerosinverbrauch in Kauf nimmt, dass deutlich mehr Lärm unter der Flugroute entsteht. Nach dem Luftfahrthandbuch (Verfahrensanweisungen für Piloten) sei das neue Verfahren gar nicht zulässig.

04.02.2013: FAZ-Artikel über Fluglärmgegner in Niederrad

In der FAZ findet sich ein interessanter Artikel über die Fluglärmgegner aus Niederrad mit dem Titel "Der Aufstand der Bürger geht weiter".

04.01.2013: Casa Programm - bis jetzt 132 Immobilien von Fraport gekauft

Fraport hat seit der Eröffnung der neuen Landebahn im Rahmen des CASA-Programms 132 Immobilien aufgekauft, die meisten davon in Flörsheim. Dafür wurden 26 Mio. Euro ausgegeben (also im Mittel 200000 Euro pro Immobilie). Weitere 219 Anträge lagen am Jahresende 2012 noch vor. Fraport vermietet die gekauften Häuser dann an Menschen, die der Lärm nicht stört, in manchen Fällen bleiben auch die alten Eigentümer erst einmal als Mieter in den Häusern. Der Leerstand soll nur 10 Prozent betragen. Bürgermeister Antenbrink freut sich, das Flörsheim trotz Landebahn derzeit sogar wächst. Mehr z.B. in einem Artikel bei Airliners.de. Von Ausbaugegnern kommt Kritik: es sei nicht akzeptabel, wenn Fraport erst den Fluglärm verursacht, dann die betroffenen Immobilien günstig aufkauft und an Menschen vermietet, die sich keine ruhige Wohngegend leisten können.

03.01.2013: Regionalfonds tritt zum 1.1.2013 in Kraft

Die Förderrichtlinien zum im Sommer beschlossenen Regionalfonds treten am 1.1.2013 in Kraft. Damit erhalten etwa 17000 Haushalte Ansprüche auf Zuschüsse für passive Schallschutzmaßnahmen bis zu einem Höchstbetrag vom 4350 Euro. Auch für Kommunen sind Zuschüsse für passiven Schallschutz bei öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kindergärten vorgesehen. Die Verteilung der Mittel folgt Vorschlag einer Arbeitsgruppe des Forums Flughafen und Region. Mehr Details und Material dazu   HIER.

28.12.2012: Interview mit Rosemarie Heilig zum Fluglärm

In der FAZ findet man ein Interview mit Rosemarie Heilig, der Frankfurter Umweltdezernentin, die auch Vertreterin der Stadt Frankfurt in der Fluglärmkommission ist.

27.12.2012: Interview mit Sachsenhäuser Musterklägern

Das Ehepaar Herrlein aus Sachsenhausen, das eine der Verfassungsbeschwerden gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Flughafenausbau eingereicht hat, spricht in der FAZ über die Motive der Klage und über das Leben am Lerchesberg seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn. Mehr im Artikel mit dem Titel "Wir wollen endlich Gerechtigkeit" in der FAZ vom 27.12.2012.

09.12.2012: Obertshausen: Erfolg bei Klage zum Segmentierten Anflug

Die Stadt Obertshausen, die gemeinsam mit anderen Städten gegen den Testbetrieb zum segmentierten Anflug geklagt hatte, hat beim VGH Kassel einen formalen Erfolg errungen. Nachdem durch das Nachtflugverbot der für die Nachtzeit vorgesehene Testbetrieb hinfällig geworden war, wollte die Stadt die Klage als "erledigt" abschließen. Die Beklagten (die Bundesrepublik in Gestalt des Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, und Fraport) wollten die Angelegenheit dagegen weiter verfolgen, weil sie davon ausgingen, die Rechtsverordnung zum segmentierten Anflug sei noch gültig. Der VGH gab Obertshausen Recht, Fraport und der Bund müssen die Kosten des Verfahrens tragen. Der Obertshausener Bürgermeister Roth will sich jetzt gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden gegen die Bestrebungen einsetzen, den gekrümmten Anflug auch in den Randzeiten oder sogar tagsüber einzusetzen. Mehr in der Pressemitteilung von Obertshausen.

09.12.2012: Frankfurter BIs fordern Jühe zum Rücktritt auf

Nachdem das erste Treffen zwischen Vertretern der Bürgerinitiativen, Untergruppe "Südumfliegung", mit dem Vorstand der Fluglärmkommission stattgefunden hat, geht die Debatte um die Arbeit der Kommission und den Vorsitzenden, den Raunheimer Bürgermeister Jühe, weiter. Frankfurter Bürgerinitiativen fordern in einem offenen Brief den Rücktritt von Jühe. Nach Meinung der BIS nutzt Jühe sein Amt dazu, um Maßnahmen durchzusetzen, die Raunheim auf Kosten anderer Betroffener entlasten, ohne diese Absicht offen zu kommunizieren. Konkret entzündet sich der Streit an Jühes in der  Pressemitteilung vom 14.11.12 ausgesprochenen Ablehnung, in den Nachtrandstunden die Centerbahn zum Landen zu nutzen statt der Südbahn und der Nordwestbahn. Den kompletten Brief mit einer ausführlichen Darstellung des Sachverhalts finden Sie HIER.

Von der KAG (Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen) gab es dagegen Schützenhilfe für Jühe, man sprach ihm dort das Vertrauen aus (siehe  Pressemitteilung der KAG).

Der grüne Landtagsabgeordnete Kaufmann hat sich im übrigen kürzlich von seinen Raunheimer Parteikollegen überzeugen lassen, von einer früher geäußerten Forderung nach Nicht-Nutzung der neuen Landebahn in den Nachtrandzeiten abzugehen (siehe Artikel in der Mainspitze).

03.12.2012: Jühe nimmt Stellung zu Kritik

Im Montagsinterview der FNP nimmt der Vorsitzende der Fluglärmkommission Jühe ausführlich Stellung zu der in letzter Zeit geäußerten Kritik an der Fluglärmkommission im Allgemeinen und seiner Amtsführung im Besonderen und anderen aktuellen Fragen.

01.12.2012: Betroffene enttäuscht über Schallschutz

In den letzten Tagen bekommen viele Flörsheimer Haushalte, die Antrag auf von Fraport zu finanzierenden passiven Schallschutz gestellt haben, den Bescheid des Regierungspräsidiums. Die Enttäuschung ist groß: selbst in der Kernzone werden meist nur die Kosten für den Einbau von Lüftern erstattet, nicht etwa die erhofften Lärmschutzfenster oder eine bessere Lärmdämmung beim Dach. Als Grund wird vom RP genannt, dass die Bausubstanz oft schon das rechnerisch geforderte Lärmdämmungs-Maß erfüllt und die Lärmschutzverordnung nicht mehr hergibt. In der Praxis reicht das offensichtlich vorn und hinten nicht Den Erfahrungsbericht einer betroffenen Familie lesen Sie in der FNP.
Auch in anderen Städten in der Einflugschneise gibt es das Problem, dass statt der erhofften Lärmschutzfenster nur Lüfter genehmigt werden. Einen Bericht über eine Familie in Hochheim gibt es bei der Frankfurter Rundschau. Einige Betroffenen wolle jetzt Widerspruch gegen die Bescheide einlegen und eventuell auch klagen.

*****  Weiter zurückliegende Beiträge im Blog "Streit um den Fluglärm: 2010-2012" ****

Informationsmaterial
Informationsquellen zum Flugbetrieb
Weitere Beiträge zum FFR-Maßnahmenpaket:
  •  FFR beschließt aktive Schallschutzmaßnahmen am Frankfurter Flughafen
  •  Kurzbeschreibung Maßnahmenpaket
  •  Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - wie reagiert die Politik?
    Fortlaufende Detailinformationen für den Kreis Offenbach
Informationen beim FFR und Fraport
Informationen bei der Fluglärmkommission (seit 2013)
  • Homepage Fluglärmkommission
    Umfassende Informationen über die Arbeit der Kommission (Aktuelles, detaillierte Unterlagen zu den Sitzungen)
Weiteres Material
Neue Initiativen, die sich mit Flugrouten/ -Änderungen und dem Thema "Aktiver Schallschutz" befassen
Was läuft anderswo in Sachen Flugrouten? Brennpunkt Berlin
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Dokumente/Seiten/... die weiterhelfen könnten:
    Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - was tun Bürger und Politik?Mehr Fluglärm im Kreis Offenbach - was tun Bürger und Politik? 
 
   Der Streit um den FluglärmDer Streit um den Fluglärm  von: Tilman Kluge [2015-06-10 18:18]
Fluglärmkommission - Landkreise
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