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Informationen und Meinungen rund um die Ausbaupläne zum Frankfurter Flughafen
  
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   Fluglärm-Info im Internet Fluglärm-Info im Internet   von: cf [2012-01-15 22:00]
Wer sich über den Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet informieren will, findet inzwischen eine gute Auswahl an Informationen im Internet. Wir sagen Ihnen, wo Sie was finden
Wo sind die Flugzeuge genau geflogen? Wie laut waren sie? Welches Flugzeug hat mich gestern nacht aufgeweckt?

Während es noch vor zehn Jahren gar nicht so einfach war, auf solche Fragen eine brauchbare Antwort zu bekommen, bieten heute verschiedene Stellen Informationen dazu an - ein positives Resultat der Ausbau-Debatte und von kritischen Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern. Vor allem die Initiative des Deutschen Fluglärmdienstes, die Messung und Berechnung der gewünschten Daten über den Fluglärm selbst in die Hand zu nehmen, hat die Landschaft verändert, weit über den Flughafen Frankfurt hinaus. Wir geben Ihnen einen Überblick darüber, welche Informationen sie wo finden.

 

 
Deutscher Fluglärmdienst: Fluglärminfo von Bürgern für Bürger

Der Deutsche Fluglärmdienst (DFLD) ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, umfassende Informationen über den Fluglärm zu sammeln, aufzubereiten und der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung zu stellen. Kommunen und Privatpersonen können sich mit eigenen Mess-Stationen ins DFLD-Netz einklinken. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es derzeit etwa 100 aktive Stationen, davon 23 kommunale. Auch an vielen anderen Flughäfen ist der DFLD vertreten. (siehe Karte). Der Verein ist unabhängig von Landesregierung, Fraport, DFS usw., deshalb können die Bürger hier maximale Objektivität erwarten.

Auf den Internetseiten finden Sie alle Messwerte der angeschlossenen Stationen (als Grafik in verschiedenen Detailstufen), zahlreiche Statistiken und ein Archiv der Flugspuren ("Radarspuren") für jeden Tag. Die Daten sind über lange Zeiträume rückwirkend verfügbar. Auch eine Realzeit-Darstellung des aktuellen Flugverkehrs ("DFLD-Radar") wird seit Juni 2011 angeboten, worin auch Überflüge von Flugzeugen enthalten sind, die nicht in Frankfurt starten und landen. Das Informationsangebot wird ständig weiter ausgebaut und verbessert und lässt mittlerweile kaum noch Wünsche offen. Deshalb ist der DFLD die optimale Anlaufstelle für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Mehr:

  •  Fluglärm-Info im Internet: Messwerte, Radarspuren und Auswertungen beim DFLD
  • Direkt zum DFLD

 
Fluglärminfo beim "Forum Flughafen und Region"

Sie wollen die Flugzeuge "live" verfolgen und die Lärmdaten der Fraport-Messstationen betrachten? Das können Sie seit März 2011 auf dem Fluglärmportal des "Umwelt- und Nachbarschaftshauses (UNH)", angesiedelt beim "Forum Flughafen und Region". Das Fluglärm-Monitoring-Portal des UNH ist das neue "offizielle" Informationsangebot für die Bürger zum Fluglärm.

Kernstück der Fluglärminformationen sind zwei Applikationen, die den Flugbetrieb im Bereich des Frankfurter Flughafens "live" als Grafik auf dem Bildschirm wiedergeben und zu den einzelnen Flügen zusätzliche Informationen anzeigen. "Air Traffic Live" gibt dabei den Betrieb praktisch in Realzeit wieder. In der Applikation "Air Traffic Noise" wird die Darstellung ergänzt um die Lärmmesswerte Messwerte an den offiziellen Messstationen (Fraport, einige Kommunen), deswegen allerdings mit einer Verzögerung von 1-2 Stunden. Der Betrieb kann wie bei einem Videorecorder über wählbare Zeiträume (bis zu 14 Tage zurück) abgespielt werden.Zuzusehen ist informativ und unterhaltsam. Die Daten sind allerdings flüchtig, Rohdaten (Messwerte) und Statistiken wie beim DFLD werden nicht angeboten.

Daneben gibt es noch kleinere Applikationen, z.B. die Simulation der Lärmausbreitung für einen beispielhaften Flug ("Noise-Footprint"), die Betriebsrichtungsvoraussage und eine grafische Darstellung der Maßnahme "DROPS" (wechselnde Bahnnutzung zwischen 23:00 und 05:00 Uhr).


 
Fluglärminfo beim Flughafenbetreiber Fraport

Bei Fraport finden Sie unter dem Punkt "Infoservice Fluglärm" die amtlichen Fluglärmmessungen nach Fluglärmgesetz, einige Statistiken zum Betrieb, Ankündigungen z.B. von Vermessungsflügen oder Bahnsperrungen und allgemeine Informationen. Besonders interessant ist das Anfang 2012 in Betrieb genommene System Fraport Noise Monitoring" (FRA.NoM), dass die Flugverläufe und gleichzeitig die Messwerte aller Fraport-Messstationen in Near-Realtime (2 Stunden verzögert) auf eine Karte projiziert darstellt. Zurückliegende Zeiträume sind im Archiv-Modus (mit etwa 4 Tagen Verzögerung) verfügbar, sie können wie ein Video abgespielt werden. Es werden dann die verifizierten "amtlichen" Messwerte der festgestellten Überflugereignisse angezeigt.

Bei den Statistiken ist besonders die Statistik der Flugroutennutzung (mit Zahlen der Flüge auf jeder Flugroute pro Monat) und die Betriebsrichtungsverteilung (pro Tag) von Interesse. Damit kann man auch an Orten ohne Messstation die durchschnittliche Zahl der Überflüge pro Betriebstag abschätzen. Die Daten sind inzwischen relativ zeitnah verfügbar. Auch Karten mit den aktuellen Flugrouten (mit deren offiziellen Namen) finden Sie bei Fraport.

 

 
Radarspuren bei der DFS

Lange Zeit war die Deutsche Flugsicherung (DFS) die einzige Quelle für Flugspuren. Die Applikation "Stanley track" der DFS bietet auch weiterhin eine um 15 Minuten verzögerte Darstellung der aktuellen Flugspuren. Auch die Original-Radarspuren für zurückliegende Zeiträume können dargestellt werden, allerdings nur für etwa 2 Wochen. Durch die Konkurrenzangebote beim Umwelthaus und beim DFLD, die mehr Komfort und Funktionen bieten, hat die Darstellung der DFS an Bedeutung verloren. Mehr:


 
Fluglärmkarten

Lärmkonturenkarten geben Bereiche mit einem bestimmten (berechneten) Dauerschallpegel wieder. Das Regionale Dialogforum hat vor einigen Jahren Karten mit Berechnungen der Lärmbereiche für 2005 und eine Prognose für den Ausbau mit einer Nordwestbahn für 2020 (ca. 700 000 Flugbewegungen) erstellt. Basis sind die Daten, die auch im Planfeststellungsverfahren verwendet wurden. Die Lärmzonen sind in verschiedenen Farben dargestellt, durch Anklicken eines Punktes auf der Karte kann man den Dauerschallpegel für einen bestimmten Ort anzeigen lassen. Sehr positiv: die Lärmkarten sind für Ost- und West- Betriebsrichtung getrennt berechnet. Dies ist besonders wichtig für BürgerInnen, die nur oder vorwiegend bei einer der beiden Betriebsrichtungen von Fluglärm betroffen sind: sie können hier sehen, wie laut es an den Tagen ist, an denen tatsächlich über ihren Köpfen geflogen wird. Nach dem neuen Fluglärmgesetz ist eine nach Betriebsrichtung getrennte Betrachtung nicht mehr vorgesehen, deshalb ist zu befürchten, dass solche Lärmkarten irgendwann verschwinden. Ein "Backup" der RDF-Karten befindet sich beim DFLD.

Eine neuere Version der Karten findet man seit dem Frühjahr 2011 beim "Umwelthaus" des "Forum Flughafen und Region". Allerdings ist nur bei der Prognose für 2020 nach Betriebsrichtungen unterschieden. Für das Jahr 2007 wurden Karten nach der Realverteilung wie im Fluglärmgesetz eingestellt. Die beiden Versionen unterscheiden sich nicht nur optisch und bei der Bedienung, sondern liefern auch unterschiedliche Werte. Die RDF-Karten wurden nach der "AzB99" berechnet, die neueren FFR-Karten nach der AzB 08 (nach dem neuen Fluglärmgesetz), möglicherweise wurde auch die Datengrundlage aktualisiert.

Auch die Karten, die die Lärmschutzbereiche darstellen, in denen man Anspruch auf passiven Schallschutz hat, gehören zu den Lärmkonturenkarten. Man findet sie beim Wirtschaftsministerium.


 
Dezibel? Dauerschallpegel? Was ist das?

Dezibel? Dauerschallpegel? Was ist das eigentlich genau? Bei der Bürgerinitive Dietzenbach werden Bedeutung und Tücken der Begriffe leicht verständlich erklärt. Mehr:

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