Kreis Groß-Gerau fordert beim Fluglärmschutz "verbindliche Regeln"
Pressemitteilung vom 26.01.2018
Von: @Kreis Gross-Gerau <2018-01-26>
Der Kreis Groß-Gerau wiederholt anlässlich der Vorstellung des zweiten "Maßnahmenpakets Aktiver Schallschutz" seine Forderung, dass es leiser werden muss.

KREIS GROSS-GERAU – „Es muss leiser werden. Maßnahmen müssen verbindlich geregelt werden.“ Gebetsmühlenartig wiederholen Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer diese Forderung anlässlich der Vorstellung des Zweiten Maßnahmenpakets Aktiver Schallschutz am heutigen Freitag im Hilton Squaire in Frankfurt. Dort tagte der FFR-Konvent (FFR: Forum Flughafen und Region). Trotz gleichbleibender Flugbewegungen gelang es in den vergangenen Jahren nicht, den Fluglärm zu verringern.

„Wir erkennen die Bemühungen des Expertengremiums an, die Lärmbelastung für die Region spürbar senken zu wollen“, so Landrat und Erster Kreisbeigeordneter, die die Entwicklung des Fluglärms kritisch beobachten. Dass diese Bemühungen jedoch nur leidlich von Erfolg gekrönt sind, zeigt die Evaluation des ersten Maßnahmenpakets: Diese hat ergeben, dass es trotz der verschiedenen technischen Verfahren und Flugverfahren nicht zu einer wirklichen Lärmreduzierung gekommen ist. Ohne eine Lärmobergrenze, mit der verbindlich ein Lärmreduktionsziel zu regeln gewesen wäre, und einem Lärmaktionsplan für den Frankfurter Flughafen, der konkrete Maßnahmen vorsieht, besteht offenbar nicht der erforderliche Druck für alle Beteiligten, die Lärmminderungspotenziale bereits heute zu nutzen, bewerten Thomas Will und Walter Astheimer die Situation.

Im Gegenteil – durch die Ansiedlung von Billig-Airlines am Frankfurter Flughafen, die nicht mit den Ausbauzielen vereinbar ist, wird sich der Fluglärm erhöhen. Erst in den nächsten Jahren wird sich das Ausmaß der Fluglärmbelastung zeigen, das durch den Ausbau des Flughafens verursacht wird. „Solange das ständige Reißen der Nachtfluggrenze hauptsächlich durch die neue Billigkundschaft Ryanair toleriert wird, werden sämtliche Bemühungen konterkariert, den Fluglärm in der Region zu verringern“, sagen der Landrat und sein Stellvertreter.

Auch das aus Profitgründen von der Lufthansa eingeführte Flachstartverfahren erlebe insbesondere die Kreisbevölkerung, die von Abflügen von der Startbahn West betroffen ist, als zusätzliche Verlärmung. Daher fordern Thomas Will und Walter Astheimer: „Wir brauchen Maßnahmen, die greifen, um die Lärmbelastung zu verringern und die nicht durch solche kontraproduktiven Maßnahmen“ ad absurdum geführt werden.“

(Pressemitteilung Nr. Nr. 36/2018 der Kreisverwaltung Groß-Gerau vom 26.01.2018)

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