ZRM: Gefahr durch Vogelschlag weit höher als bisher
Pressemitteilung vom 06.03.2006
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2006-03-06>
Der Flugbetrieb auf der geplanten Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen würde erhebliche zusätzliche Risiken sowohl für Passagiere und Besatzungen als auch für die Bevölkerung am Boden mit sich bringen. Dies ist das Fazit eines Fachgutachtens zu Vogelflug und Vogelschlagrisiko, das der Ornithologen Bernd Petri für die ZRM erstellt hat.

Ornithologisches Gutachten offenbart Risiken bei Anflug auf NW-Bahn

KREIS GROSS-GERAU / STADT MAINZ / STADT FLÖRSHEIM AM MAIN - Der Flugbetrieb auf der geplanten Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen würde erhebliche zusätzliche Risiken sowohl für Passagiere und Besatzungen als auch für die Bevölkerung am Boden mit sich bringen. Dies ist das Fazit des Fachgutachtens zu Vogelflug und Vogelschlagrisiko, welches der Ornithologe Bernd Petri im Auftrag der Initiative "Zukunft Rhein-Main" erstellt hat. Gemeinsam mit dem Kelsterbacher Bürgermeister Erhard Engisch und juristischen Vertretern der ZRM präsentierte er die wichtigsten Ergebnisse jetzt der Öffentlichkeit.

Die Schlussfolgerungen des Wissenschaftlers, der aus seiner früheren Tätigkeit für die Fraport AG bestens mit den Örtlichkeiten vertraut ist, sind eindeutig: "Vogelschlag und Flugsicherheitsrisiko in der Anfluglinie auf die geplante Landebahn Nordwest liegen signifikant über den Risiken des heutigen Flugbetriebes". Denn bisher sei der Flughafen von Waldgebieten umgeben, was eine relativ geringe Gefahr von Vogelschlag mit sich brächte. Mit der geplanten Landebahn Nordwest rückten aber nun "vogelreiches Offenland und Wasser" in unmittelbare Nähe des Flughafens - es entstünde, so Petri, "eine gefährliche Dauersituation", da der Main als Fluglinie vieler Vögel und der Mönchwaldsee zudem als Aufenthalts- und Überwinterungsgebiet von Wasservögeln das Vogelschlagrisiko um ein Vielfaches erhöhten.

Dabei stünden die von der Fraport AG in der Vergangenheit betriebenen Schutzmaßnahmen zur Verhütung von Vogelschlägen in deutlichem Widerspruch zu der durch die Planungen heraufbeschworenen Situation. So werde die Erweiterung einer benachbarten Kiesgrube von Fraport aus Gründen der Vogelschlaggefahr abgelehnt: Wasserstellen in der Nähe der Flugschneisen stellten für Fraport in diesem Fall eine nicht akzeptable Gefahr dar - eine Gefahr, die bei der Anfluglinie auf die geplante Nordwestbahn aber sträflich vernachlässigt werde.

Dort würden die Flugzeuge im Landeanflug auf die Nordwestbahn den Main bei Stromkilometer 14,4 in nur noch 120 Metern Höhe und damit in einem äußerst vogelschlagriskanten Bereich überfliegen. Wie Petri durch detaillierte Langfristbeobachtungen nachweisen kann, bewegen sich gerade an dieser Stelle außerordentlich viele Vögel, insbesondere Schwärme von Möwen, in einem Bereich zwischen 40 und 300 Metern Höhe - und damit im gleichen Luftraum wie die anfliegenden Jets. Dagegen überqueren die Flugzeuge beim Anflug auf das bestehende Parallelbahnsystem den Main in der Höhe von Rüsselsheim in etwa 500 Metern Höhe, also deutlich oberhalb des vogelschlagriskanten Bereiches. Auch im unmittelbaren Anflug auf das derzeitige Bahnensystems seien bei einer vergleichbaren Anflughöhe von rund 120 Metern Vogelflugbewegungen 68mal seltener als im Fall der geplanten Nordwestbahn. Bernd Petri: "Damit steht fest: Die Aussage von Fraport, das Vogelschlagrisiko ändere sich im Planfall verglichen mit dem Ist-Zustand nicht, widerspricht den tatsächlichen Gegebenheiten und ist schlichtweg falsch!"

Bürgermeister Erhard Engisch und die ZRM-Anwälte sehen daher dem Ausgang des Planfeststellungsverfahrens und möglichen juristischen Auseinandersetzungen optimistisch entgegen: "Die von der geplanten Landebahn ausgehenden Risiken sind nicht zu verantworten und nicht zu beherrschen. Deshalb ist das Vorhaben von Fraport nicht genehmigungsfähig!" Spätestens das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig werde sich dieser Auffassung anschließen.

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