Die Deutsche Post AG will vom kommenden Frühjahr an die Zahl ihrer Nachtflüge verringern. Mit dem Sommerflugplan 2005 soll der Frankfurter Nachtpoststern aufgelöst und durch Direktflüge ersetzt werden. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Post AG, Klaus Zumwinkel, könnte die Zahl der in Frankfurt benötigten Nachtflüge von derzeit 12 zunächst auf vier, in 2006 sogar auf zwei Flüge pro Nacht reduziert werden.
Deutschlandweit soll die Zahl der Flüge von zur Zeit 20 auf 14 im Jahr 2005 und voraussichtlich auf 10 im Jahr 2006 reduziert werden. Lastwagen und Kleintransporter werden künftig die Beförderung übernehmen. Ein Nachteil für die Kunden soll nicht entstehen.
Bereits im März 2004 hatte die Post den Nachtpoststern ausgedünnt. Nürnberg wurde ganz aus dem Nachtflugpostnetz genommen, die Strecke Frankfurt-Köln wurde eingestellt. Weggefallen ist auch die Verbindung Köln-Leipzig. Die Zahl der nächtlichen Postflüge in Frankfurt hatte sich dadurch von 16 auf 12 vrringert.
Nachtflüge seien aber weiterhin notwendig, betonte ein Sprecher der Post. Eine Klage der Post gegen ein eventuelles Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt wollte er nicht völlig ausschließen. Er glaube aber nicht, "dass man auf dieser Ebene weiter diskutieren müsse".
Ministerpräsident Koch begrüßte die Ankündigung der Post. Der Wegfall von 8-10 Nachtflügen bedeute eine deutliche Entlastung für die Region. Das Unternehmen reagiere, so Koch, "auf die berechtigten Anliegen der Bürger".
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Entscheidung der Post eine schlichte Folge betriebswirtschaftlicher Überlegungen ist. Angesichts des Risikos, dass ein Nachtflugverbot vielleicht doch kommen könnte, hat man wohl Ausweichmöglichkeiten gesucht und gefunden, die nicht schlechter funktionieren als die bisherige Methode - und sich rechnen. Wie dem auch sei, den Flughafen-Anwohnern soll es recht sein. Sie können dadurch in Zukunft wenigstens etwas besser schlafen.